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Volkersdorfer tappen seit Wochen im Dunklen

Dass an einer gefährlichen Stelle zwei Straßenlampen fehlen, ist eine Sache. Ärger bereiten aber auch mangelnde Informationen dazu und zum Straßenbau.

Hier, wo die gelbe Abdeckung ist, müsste eigentlich eine der fehlenden Straßenleuchten stehen. © SZ/Sven Görner

Radeburg. Jetzt ist es langsam auch egal, sagt der Volkersdorfer Jürgen Simon mit leicht resignierender Stimme. Schließlich werde es jetzt morgens schon zeitiger hell. Da ist es nicht mehr ganz so schlimm, dass es auf den letzten rund 200 Metern der Ortsdurchfahrt in Richtung Bärnsdorf keine Straßenlampen gibt. Seit dem Herbst, so der Anwohner, fehlen zwei. Auch als die Straße Anfang Dezember fertig ausgebaut war, wurden sie nicht wieder aufgestellt.

Das Problem dabei: Seit im August vergangenen Jahres mit dem zweiten Bauabschnitt der eigentliche Ausbau der kompletten Ortsdurchfahrt startete, fahren die Linienbusse nicht mehr durchs Dorf. Als Ersatz wurde ein Wendeplatz am Ortseingang aus Richtung Bärnsdorf angelegt, zu dem die Busnutzer nun durchs Dorf laufen müssen. Vor allem Kinder und ältere Leute. 

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Auch durch den in den vergangenen Wochen morgens stockdunklen Abschnitt. Zwar gibt es dort seit dem Straßenausbau erstmals einen Gehweg, doch anders als die Straße ist dieser noch immer nicht asphaltiert. Absperrungen sind sogar noch zusätzliche Hindernisse.

Eine Straßenleuchte liegt seit Wochen zwischen der Promnitz und der neuen Straße.  © SZ/Sven Görner

Als der Busplatz eingerichtet wurde, hatte die Stadt auf die Hinweise aus Volkersdorf schnell reagiert. Sowohl ein provisorisches Wartehäuschen als auch eine Lampe zur Beleuchtung wurden aufgestellt. Anders dagegen bei den fehlenden Straßenlampen.

Auf ein entsprechendes Schreiben gab es aus dem Rathaus zunächst die Antwort, dass man sich um die Reparatur kümmern werde. Es bedurfte schließlich einer weiteren E-Mail, um erst mal zu klären, dass die Lampen hier seit Monaten fehlen. Das war Anfang Januar. Passiert ist seit dem nichts. Zumindest vonseiten der Stadt.

Pia Gäbler, eine junge Mutter, die auch an der Straße wohnt, kümmerte sich indes darum, dass in Eigeninitiative wenigsten zwei Schilder aufgehängt wurden, die Autofahrer auf Kinder hinweisen sollen. Denn ausgerechnet dort, wo die Lampen fehlen, macht die Straße einen Bogen, wodurch das Laufen auf ihr zusätzlich gefährlich wird.

Eigentlich dürften auf der fertig asphaltierten Straße bisher gar keine Autos fahren. Genaugenommen nicht einmal Anwohner und Versorgungsfahrzeuge. Denn der Durchgangsverkehr ist ohne Ausnahmen noch immer gesperrt. Sehr viele Autofahrer ignorieren das allerdings, sagen Jürgen Simon und Pia Gäbler übereinstimmend. Das Schlimme daran sei, dass viele obendrein noch sehr schnell fahren.

Seit ein paar Tagen ist es nun allerdings deutlich ruhiger geworden. Das liegt daran, dass im Ort in Richtung Dresden wieder an der Straße gearbeitet wird und so die Durchfahrt nicht mehr möglich ist.

Informationen zum aktuellen Baugeschehen haben die Volkersdorfer aber weder vom Bauherren, dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr, noch von der Baufirma bekommen. Auch nicht, wann die Fußwege endlich begehbar gemacht werden.

Was nun die beiden Straßenlampen angeht, so bekam die SZ am Dienstag von Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos) die Auskunft, dass die Enso seit Dezember einen Auftrag habe. Von dort war gestern noch keine Antwort zu bekommen.

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