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Volksbank zog vor 20 Jahren ins Löbauer Kino

Das Haus an der Bahnhofstraße wurde damit wieder das, was es einst war: Geldinstitut.

© SZ-Archiv

Von Bernd Dressler

Löbau. Überfallalarm auf die Löbauer Volksbankfiliale. Noch keine zwei Wochen ist es her, dass der durch einen technischen Fehler verursachte Zwischenfall für Schlagzeilen sorgte. Ungewollt überlagert wurde damit ein anderes für die Volksbank in Löbau viel freudigeres Ereignis: Fast zeitgleich vor 20 Jahren wurde die Bankfiliale an der Bahnhofstraße am 4. September 1998 ihrer Bestimmung übergeben. In einem Gebäude, dass viele Löbauer bisher als Kino kannten. Aber bereits am 1. November 1994 hatte sich dort aus wirtschaftlichen Gründen zum letzten Mal der Vorhang geöffnet.

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Zuvor hatte das Haus an der Bahnhofstraße viele Jahre das Kino beherbergt, in dem auch Filme wie „Der Ölprinz“ liefen.
Zuvor hatte das Haus an der Bahnhofstraße viele Jahre das Kino beherbergt, in dem auch Filme wie „Der Ölprinz“ liefen. © SZ-Archiv

Nun wurde das ehemalige Filmtheater, das die Volksbank 1991 von den Nachfolgern des letzten Kinobesitzers Max Petzold gekauft hatte, vollständig rekonstruiert. Auf zwei Etagen entstanden 1 400 Quadratmeter Bürofläche, die sich die Bank zunächst mit der Krankenkasse Barmer teilte. Vorher hatte die Volksbank in Löbau an der Poststraße ein recht beengtes Domizil.

Dass es mit dem Umbau unwiderruflich mit den alten Kinozeiten vorbei sein würde, schmerzte viele Filmfans. Doch das Gebäude kehrte nur zu seinen alten Wurzeln zurück, war es doch schon vor Jahrzehnten ein Haus für Geldgeschäfte. Erbaut wurde es noch im 19. Jahrhundert als Löbauer Bank, dann folgte die Commerz- und Privat-Bank AG. Anschließend firmierte hier schon einmal die Volksbank, nach dem 2. Weltkrieg die Bank für Handwerk und Gewerbe Zittau, Zweigstelle Löbau. Aber schon 1928 begann die Lichtspielhaus-Ära, nachdem das Eckgebäude zu einem Kino umgebaut worden war. Vor allem in der DDR hatte das Lichtspielhaus seine große Zeit. Bis 1998 die Volksbank wieder an alte Bankhaustraditionen anknüpfte.

Bei dem erforderlichen Umbau musste das Gebäude entkernt werden, sodass nur die statische Konstruktion mit den Außenwänden übrig blieb. Dennoch galt es denkmalpflegerische Belange zu berücksichtigen. So detailgetreu wie möglich wurde die Fassade des Hauses Bahnhofstraße 34/36 rekonstruiert, während an der Rückseite ein Glasanbau entstand. Wolfgang Zürn, zu dieser Zeit Vorstandsvorsitzender der Volksbank Löbau-Neugersdorf eG, sprach von einer beabsichtigten Verbindung von Historie und Moderne.

Zwei Jahrzehnte später ist die Bank im ehemaligen Kino aus dem Löbauer Geschäftsalltag nicht mehr wegzudenken. Was nicht ausschließt, dass ältere Löbauer wenn sie am Kundenschalter oder am Geldautomaten stehen, an den einen oder anderen Streifen denken, der einmal in diesen Mauern über die Leinwand flimmerte. Es muss ja nicht unbedingt ein Krimi mit (falschem) Banküberfall sein.