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Volksfest-Stimmung in der Sachsenarena

Bei ihrer dritten Auflage verpasst die Darts Open nur knapp den nächsten Rekord. Überraschungen gibt es auch.

© Sebastian Schultz

Riesa. Rauchfontänen schießen in die Höhe, als Mensur Suljovic auf die Bühne läuft, begleitet von lauter Einlaufmusik und flankiert von hübschen Damen. Es könnte auch ein Boxkampf sein, der hier stattfindet – wären da nicht die runden Dartscheiben auf der Bühne.

Die Einlauf-Show steht manchem Boxkampf in nichts nach.
Die Einlauf-Show steht manchem Boxkampf in nichts nach. © Sebastian Schultz
Nach jedem Durchgang wird die Scheibe ausgewechselt.
Nach jedem Durchgang wird die Scheibe ausgewechselt. © Sebastian Schultz
Annett Schönitz und Andreas Kerstan kamen aus Elsterwerda nach Riesa – auch, um sich bei den Profis einige Tricks abzuschauen.
Annett Schönitz und Andreas Kerstan kamen aus Elsterwerda nach Riesa – auch, um sich bei den Profis einige Tricks abzuschauen. © Sebastian Schultz
Die Stände an der Arena verkauften nicht nur Darts-Zubehör.
Die Stände an der Arena verkauften nicht nur Darts-Zubehör. © Sebastian Schultz
Schräge Kostüme gehörten auch in diesem Jahr fest zur Veranstaltung.
Schräge Kostüme gehörten auch in diesem Jahr fest zur Veranstaltung. © Sebastian Schultz
Mit den Besucherzahlen ist Niclas Junker, Sprecher des Veranstalters PDC, zufrieden – auch, wenn es keinen neuen Rekord gab.
Mit den Besucherzahlen ist Niclas Junker, Sprecher des Veranstalters PDC, zufrieden – auch, wenn es keinen neuen Rekord gab. © Sebastian Schultz

Die Bierbänke im Inneren der Sachsenarena sind auch am Wahlsonntag gut gefüllt, es herrscht ausgelassene Stimmung, während auf der Bühne die Vorbereitungen auf das Halbfinale der International Darts Open laufen. Mancher Fan ist im Kostüm erschienen; es ist ein Mix aus Sport, Fasching und Oktoberfest. Ein Pärchen aus Elsterwerda ist da fast schon zurückhaltend gekleidet, hat lediglich eine bunte Perücke dabei. Die beiden spielen auch selbst aktiv Darts, sagen sie. Von den Profis wollen sie sich auch den einen oder anderen Trick abschauen. So voll die Sachsenarena am Sonntagnachmittag auch ist: Für den nächsten Besucherrekord wird es am Ende wohl nicht ganz reichen, vermutet Niclas Junker. Ein Grund, sich zu ärgern, ist das aber nicht, sagt der Pressesprecher des Veranstalters. Nicht nur, weil schon im vergangenen Jahr ein neuer Rekord aufgestellt werden konnte. Damals besuchten rund 12 000 Menschen die dreitägige Veranstaltung in der Sachsenarena.

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Dass es diesmal nicht ganz reichen wird, liegt laut Junker aber vor allem daran, dass Riesa in diesem Jahr nicht der einzige Austragungsort eines Darts-Turniers in Ostdeutschland war. „Wir waren 2017 auch schon in Jena. Das hat man immer, dass die einzelnen Veranstaltungen dann nicht so stark ziehen.“ Gerade weil das Alleinstellungsmerkmal in diesem Jahr fehlte, ist Junker dennoch sehr zufrieden. „Die genauen Zahlen liegen uns noch nicht vor, es ist ja noch eine Session zu spielen. Aber wir werden wohl nur knapp unter den Zahlen vom vergangenen Jahr liegen.“

Aus rein sportlicher Sicht ist das Turnier in jedem Fall schon jetzt denkwürdig. „Die Favoriten sterben hier weg“, sagt Niclas Junker, nachdem mit Mensur Suljovic ein weiterer bekannter Spieler ausgeschieden ist. Es sei selten, dass die Außenseiter tatsächlich so weit kommen, erklärt Junker. Auch für Max Hopp, den einzigen hauptberuflichen Darts-Spieler in Deutschland, ist nach der zweiten Runde Schluss. „Das ist natürlich immer etwas schade für die Fans“, sagt Junker. Andererseits bedeute das Abschneiden des Deutschen immerhin, dass er gute Chancen habe, sich demnächst für die Darts-EM zu qualifizieren.

Die Zuschauer seien übrigens schon etwas Besonderes in Riesa. „Das Publikum hier ist sehr laut, darüber freuen sich die Spieler natürlich.“ Und so etwas pushe die Darts-Profis auch ordentlich. Und auch wenn an den Bierzeltgarnituren in der Halle das eine oder andere alkoholische Getränk fließt, laufe die Veranstaltung friedlich ab, betont Junker. Und schiebt noch hinterher: Mit Fußballfans seien die Darts-Freunde nicht zu vergleichen. Auch für die FVG, die die Sachsenarena betreibt, hat Junker nur Lob übrig. „Ich habe von keinem hier bisher etwas Schlechtes gehört“, sagt er. Einzig über die Stadt Riesa möchten sich die Spieler offensichtlich kein Urteil erlauben – allerdings aus einem einfachen Grund: „Für die Innenstadt bleibt während des Turniers einfach keine Zeit“, erklärt der Sprecher. Bei so viel positiven Reaktionen wundert es auch nicht, dass der Veranstalter PDC Europe schon das kommende Jahr im Auge hat. Dann soll der Wettbewerb zum vierten Mal in Riesa stattfinden. Vielleicht purzelt dann ja auch der nächste Besucherrekord. (stl)

www.pdc-europe.tv