merken
Großenhain

Voll der Osten

Die Kirchgemeinde zeigt Fotos von Harald Hauswald, die das Leben in der DDR zeigen.

Harald Hauswald fotografierte im Jahr 1984 in Ost-Berlin auf dem Marx-Engels-Platz (heute Schloßplatz) ein inniges Paar auf dem Parkplatz.
Harald Hauswald fotografierte im Jahr 1984 in Ost-Berlin auf dem Marx-Engels-Platz (heute Schloßplatz) ein inniges Paar auf dem Parkplatz. ©  SZ

Großenhain. Seit Kurzem ist eine neue Ausstellung der Bundesstiftung für Aufklärung der SED-Diktatur in der Großenhainer Marienkirche zu sehen. Thema: „Voll der Osten“. In den 80er Jahren zog der Fotograf Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte, was ihm vor die Linse kam. 

Der gebürtige Radebeuler hielt fest, was andere Fotografen übersahen oder für uninteressant hielten: Kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten. 

Anzeige
Ferientipps für Sachsen
Ferientipps für Sachsen

Da ist sie, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben die Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen und Umgebung.

„Im Mittelpunkt steht der Mensch“ lautete ein Grundsatz des sozialistischen Realismus. Harald Hauswald verwirklichte diesen Anspruch auf ganz eigene Weise. Dafür bekam er keinen staatlichen Kunstpreis, sondern Ärger mit den SED-Behörden und der Stasi.

Er fotografierte auch verfallene Fassaden, verkommene Eckkneipen und Schlangen vor Lebensmittelläden. Dennoch war seine Fotografie weniger subversiv als vielmehr eine Liebeserklärung an die Menschen in der DDR. Zwischen den Fotografierten und dem Fotografen entstand für einen kurzen Moment eine fast zärtliche Beziehung, die sich bis heute auf den Betrachter der Bilder überträgt.

In der Ausstellung, die noch bis zum 22. September zu sehen ist, verlinken QR-Codes kleine Videos bei Youtube, in denen der Fotograf manche Hintergründe zu den Aufnahmen erläutert. (dp)

Mehr zum Thema Großenhain