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Volle Punktzahl für Kontrabassisten

Josef Hantusch aus Radibor nahm zum dritten Mal am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil – mit herausragendem Erfolg.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Radibor. Josef Hantusch spielt ein Instrument, das den ganzen Mann fordert, nämlich den Kontrabass. Und wenn es dann noch um ein gutes Abschneiden beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ geht, ist neben Muskelkraft auch höchste Konzentration gefordert. Nach seinem rund 20-minütigen Vorspiel ist der hochgewachsene 16-Jährige aus Radibor ganz schön geschafft, aber glücklich. Die Jury erkannte ihm die Höchstpunktzahl 25 zu. Damit ist er beim Landeswettbewerb dabei, der im März ebenfalls in Hoyerswerda stattfindet.

Stars im Strampler aus Bautzen
Stars im Strampler aus Bautzen

Auch in der letzten Woche sind Babys auf die Welt gekommen, die im Landkreis Bautzen zu Hause sind.

Was das Wettbewerbsgeschehen betrifft, so hat Josef schon einige Erfahrungen gesammelt. Bereits 2013 nahm er mit seinem Instrument als Solist am Regionalwettbewerb teil. Und im Jahr darauf spielte er in einem Trio und einem Duo mit. Klar wäre es toll, meint er, wenn er diesmal bis zum Bundeswettbewerb durchkäme, aber ausschlaggebend sei das für ihn nicht. Die Stücke, die Josef Hantusch am Sonnabend der Jury in der Hoyerswerdaer Musikschule vorspielte, hat er sich selbst ausgesucht. Für jeden Teilnehmer ist es vorgeschrieben, dass ein Stück von einem zeitgenössischen Komponisten stammt. Josef wählte die Sonate Opus 42 von David Ellis. Als zweites Stück interpretierte er das Konzert für Kontrabass und Orchester von Guiseppe Antonio Capuzzi. Aufgeregt sei er schon gewesen, aber nicht über das normale Maß hinaus, sagt er nach seinem Auftritt.

Mit dem Cello angefangen

Die Musikalität ist dem jungen Sorben aus Radibor in die Wiege gelegt worden. „Ich habe schon als kleines Kind gern zusammen mit meinem Papa gesungen“, sagt er. Auch in der Sorbischen Kita in Radibor hat ihm das Singen am meisten Spaß gemacht. Und bereits in der ersten Klasse lernte er Cello. „Mein Papa wollte, dass ich ein Instrument spiele“, sagt Josef. Bei einem „Tag der offenen Tür“ in der Kreismusikschule suchte er sich das Cello aus, welches es für Kinder in einer kleineren Ausführung gibt. Cello spielt Josef auch heute noch neben dem Kontrabass. Und er nimmt nach wie vor Cello-Unterricht an der Musikschule.

Zu dem größten der Streichinstrumente kam er dann auf dem Sorbischen Gymnasium in Bautzen. Dort gab es im Ganztagsangebot die Möglichkeit, das Bass-Spielen zu erlernen. Mit seinem Lieblingsinstrument bringt sich Josef bei verschiedenen Klangkörpern ein. So spielt er beispielsweise im Musikschulorchester mit, er begleitet aber auch die Tanzgruppe Schmerlitz bei deren Auftritten. Auch im Landesjugendorchester hat Josef Hantusch schon mitgespielt sowie bei verschiedenen Projekten der Kreismusikschule. Dennoch steht für ihn fest, dass er sich später einmal seine Brötchen nicht unbedingt mit der Musik verdienen will. Allerdings hat er sich über seinen Berufswunsch noch keine konkreten Gedanken gemacht.

Spaß am Volleyball

Auch seine Freizeit gehört nur zur Hälfte der Musik und ansonsten dem Sport. Voriges Jahr wurde er zusammen mit seiner Trainingsgruppe vom Reiterhof Lindenhöhe in Oberförstchen Sachsenmeister im Voltigieren. Dieses Jahr hofft er, dass er auch Erfolge in den Solowettbewerben einfahren kann. Dreimal in der Woche fährt er zum Voltigier-Training und zweimal zum Musizieren in die Musikschule. Außerdem spielt er mit Freunden aus dem Sorbischen Gymnasium Volleyball, wobei sich das Team beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ für das Sachsenfinale qualifizieren konnte.

Insgesamt nahmen dieses Jahr am Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ 26 junge Musiker aus dem Regionalbereich Bautzen der Kreismusikschule teil, darunter auch einige Neulinge. „Wir delegieren aber nur Musikschüler, die auch in der Lage sind, im Wettbewerb zu bestehen“, sagt Margitta Luttner, die stellvertretende Musikschul-Leiterin. Schließlich sollen die Schüler mit einem Erfolgserlebnis nach Hause fahren können.