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Sport

Volleyballerinnen scheitern an Polen

Sie verlangen dem Gastgeber im EM-Viertelfinale mit ihrem couragierten und mitreißenden Auftritt alles ab. Der Gegner erweist sich am Ende als zu hohe Hürde.

Die deutschen Frauen stehen mit leeren Händen da.
Die deutschen Frauen stehen mit leeren Händen da. © CEV/dpa

Lodz. Die deutschen Volleyballerinnen haben die Nervenprobe gegen Polen nicht bestanden und nach einem Thriller den Einzug ins EM-Halbfinale verpasst. Nach einer in der Annahme durchwachsenen Leistung verlor die bis dahin ungeschlagene Mannschaft am Mittwochabend in Lodz mit 2:3 (25:22, 16:25, 19:25, 25:17, 11:15).

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"Natürlich sind wir jetzt erst mal ein bisschen traurig", sagte Bundestrainer Felix Koslowski. "Meine Mannschaft hat toll gespielt. Das war eine unglaubliche Atmosphäre für uns." Lisa Gründing sagte: "Wir hatten Probleme in der Annahme, aber wir haben trotzdem super gekämpft. Wenn man anfängt, Fehler zu machen, ist es schwer, wieder heranzukommen. Wir wurden leider nicht belohnt."

Nach einem verheißungsvollen Auftakt und einem zwischenzeitlichen Comeback konnten die später zu verhalten agierenden Deutschen die Hoffnung auf die erste EM-Medaille seit Silber 2013 nicht am Leben halten. Vor 9.380 lautstarken polnischen Fans in der Atlas-Arena war Louisa Lippmann erneut wichtigste deutsche Angreiferin.

Der Gastgeber kämpft am Sonnabend in Ankara gegen die Türkei mit dem ehemaligen Bundestrainer Giovanni Guidetti um den Einzug ins Endspiel. Im zweiten Halbfinale will Serbien auf dem Weg zur Titelverteidigung die Italienerinnen bezwingen.

Die polnischen Anhänger buhten die Deutschen bei ihrem Aufschlag permanent aus. Die eigenen Spielerinnen feuerten sie lautstark an.

Erst die Führung, dann das Comeback, schließlich das Aus

Koslowskis Team brauchte eine Warmlaufphase, um besonders Natalia Medrzyk mit kraftvollen Aufschlägen unter Druck zu setzen. Ende des ersten Abschnitts ging dieses Konzept auf. Beim Stand von 21:20 musste der EM-Fünfte von 2017 jedoch erst mal Zuspielerin Denise Hanke auswechseln, die sich nach einer Rettungsaktion an den linken Oberschenkel fasste. Den zweiten von drei Satzbällen nutzten die Deutschen dennoch.

In der Vorbereitung verlor Deutschland zweimal gegen Polen. Im zweiten Durchgang riss der Faden. Viele Unkonzentriertheiten brachten Koslowskis jetzt auch viel zu vorsichtig agierende Mannschaft mit 12:20 in Rückstand. Auch mit der am Oberschenkel getapten Hanke gelang kein Comeback mehr im zweiten Satz.

"Seid mutig", forderte Koslowski in einer frühen Auszeit. Doch die deutsche Annahme wackelte. Polen mit der herausragenden Malwina Smarzek-Godek setzte sich nach einer Serie präziser Angriffe auf 19:11 ab. Durch starke Aufschläge von Lina Alsmeier gelangen den Deutschen fünf Punkte am Stück. Dennoch ging auch der dritte Abschnitt verloren.

Koslowski verlangte von seinem Team viel mehr Aggressivität, um doch noch mehr als das Minimalziel Viertelfinale zu erreichen. Das Comeback im vierten Durchgang gelang den Deutschen. Doch am Ende erwies sich Agnieszka Kakolewska im Block ein ums andere Mal als kaum zu überwinden. So platzte der Traum vom Halbfinale. (dpa)