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Vollzeit könnte zum Problem werden

37 Schule in Mittelsachsen bekommen ab dem 1. August einen Sozialarbeiter. Für drei Einrichtungen ist das Neuland.

© Dietmar Thomas

Von Sylvia Jentzsch

Döbeln. Sechs Oberschulen im Altkreis Döbeln wie das Lessing-Gymnasium und die Schloßbergschule haben ihn bereits – den Schulsozialarbeiter. Und keine der Einrichtungen will ihn missen. Das wurde erst kürzlich bei Gesprächen mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Henning Homann deutlich.

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Nun sind fünf weitere Schulen im Landkreis auf die Prioritätenliste für Schulsozialarbeit gesetzt worden. Das entschied der Jugendhilfeausschuss. Dabei handelt es sich um die Oberschulen in Hainichen und Niederwiesa sowie die Oberschule „Clemens Winkler“ in Freiberg.

„Damit werden alle Oberschulen in öffentlicher Trägerschaft zum 1. August mit Schulsozialarbeit ausgestattet“, erklärt Heidi Richter, Leiterin der Abteilung Jugend und Familie. Laut dem Sächsischen Schulgesetz ist geregelt, dass ab dem 1. August 2018 Schulsozialarbeit angeboten wird. Ebenfalls neu auf die Prioritätenliste gesetzt worden sind die „Regenbogen“ Grundschule in Rochlitz und die Theodor-Körner-Grundschule in Freiberg. Für diese Schulen gibt es noch keinen Träger für sie Sozialarbeit.

Finanziert werden die Maßnahmen aus dem entsprechenden Förderprogramm des Freistaates. Die Personalkosten an den Oberschulen werden zu 100 Prozent gefördert. Die Sachkosten übernimmt zu 80 Prozent das Land. Die restlichen 20 Prozent teilen sich der Träger der Schule, das sind meist die Kommunen, das Landratsamt und der Träger der Sozialarbeit.

Geteilte Sozialarbeit

Heidi Richter sprach ein weiteres Problem der Träger an, das auch schon bei den Gesprächen mit dem Landtagsabgeordneten Thema war. „Es ist eine langfristige Herausforderung, die Stelle mit einer Vollzeitkraft zu besetzten. Denn das ist eine der Voraussetzungen, um Fördergeld zu bekommen. Möglich ist auch, die Stelle mit Teilzeitkräften zu besetzen“, sagte Heidi Richter. Das würde bedeuten, dass an einer Schule eventuell ein Sozialarbeiter mit 30-Wochenstunden und ein zweiter mit zehn Wochenstunden eingesetzt werden müsste. 90 Prozent der Sozialarbeiter sind Frauen, teilweise mit Kindern und längeren Arbeitswegen. Zurzeit können sie mit der 30-Stunden-Woche Beruf und Familie gut vereinbaren. Wird jedoch die 40-Stunden-Woche festgezurrt, könnte es sein, dass die Sozialpädagoginnen eine andere Alternative suchen. „Wir wollen die angelaufenen Projekte mit den bisherigen Personen weiterführen. Beziehungsabbrüche, gerade in diesem Bereich, wären fatal“, sagte Norina Rudolph von der Abteilung Jugend und Familie des Landratsamtes Mittelsachsen beim Besuch des Landtagsabgeordneten.

„Bei der Besetzung der Stellen trägt der Landkreis das Risiko. Sollten die Förderrichtlinien, also die Vollzeit, nicht eingehalten werden, könnte es sein, dass es vom Freisaat kein Geld gibt“, sagte Richter.

Immerhin ergibt sich für alle 37 Schulen bis Ende des Jahres ein Gesamtaufwand in Höhe von 890 000 Euro. Das Geld für die kommenden Jahre wird im Doppelhaushalt des Landes, das sind jährlich 30,5 Millionen Euro, zur Verfügung gestellt.