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Volvo rottet vor sich hin

Obwohl der Halter bekannt ist, holt seit zwei Jahren keiner das alte Auto am Bahnhof ab.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Birgit Ulbricht

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Wir sind Meister. Wir können das. 

33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Lampertswalde. Für gewöhnlich geben sich Autobesitzer, die ihre Schrottlaube irgendwo in der Landschaft entsorgen, Mühe, ihre Spuren zu verwischen. Die Kfz-Kennzeichen werden abgeschraubt, manchmal wird sogar die Fahrgestellnummer herausgefräst. Diese Umstände hat sich Robert-Christian Calin aus der Nähe von Berlin gleich gar nicht gemacht. Unverhohlen stellte er irgendwann seinen Volvo auf dem Bahnhofsvorplatz an den Gleisen in Lampertswalde ab – und verschwand einfach. Die Fläche gehört der Bahn AG. Inzwischen geht bereits das zweite Jahr ins Land. Bürgermeister Wolfgang Hoffmann beschreibt es gewohnt ironisch: „Da gibt es einen, der ist für die linke Schiene zuständig und einen, der ist für die rechte Schiene verantwortlich.“ Soll heißen: Das Auto steht noch immer da.

Dabei hat sich die Gemeinde durchaus gekümmert. Allein den richtigen Verantwortlichen bei der Bahn zu finden, war ein Thema, erzählte Wolfgang Hoffmann den Gemeinderäten, als die am Dienstagabend bei der Sitzung in Weißig am Raschütz nachhakten. Nun ist alles in Gang gesetzt, doch vor Ostern tut sich nichts mehr, so die Gemeinde nach Auskunft der Bahn AG. Zwar war es kein Problem, den Fahrzeughalter über die Polizei zu ermitteln, schließlich ist das Kennzeichen am Auto. Doch als die Polizei unter der gemeldeten Adresse klingelte, wohnte da nach Aussage von Nachbarn längst keiner mehr.

Nun steht die Bahn zwar in der Pflicht, muss aber den vorgezeichneten Amtsweg einhalten. Dazu gehört, dass zunächst das Hauptzollamt den Fall prüft und dann nochmals eine juristische Beurteilung der Sache folgt. Erst dann ist damit zu rechnen, dass der alte Volvo abgeholt wird.