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Vom Erntekindergarten zum Schmuckstück

Die letzte der Kitas im Haselbachtal bekommt ihre Rundumsanierung. Anderthalb Jahre wird in Reichenbach gebaut.

© Ina Förster

Von Ina Förster

Haselbachtal. Bis Ende 2019 wird es turbulent für die Kinder, Eltern und Erzieher des Reichenbacher Kindergartens. Denn hier wird bald umgebaut – umfangreich, allumfassend und zukunftsweisend. Dazu müssen sich alle Beteiligten auf einen kleinen Umzug in den nahe gelegenen Bischheimer Kindergarten einstellen. Hier rückt man derweil zusammen. Gewöhnt sind die Haselbachtaler das bereits aus anderen Jahren. Denn die beiden anderen Kitas in Gersdorf und Bischheim bekamen bereits ihre Rundumverschönerung.

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Nun ist Reichenbach an der Reihe. Endlich. Und alle freuen sich darauf. Lange hat man darauf gewartet, sich gesehnt und am Projekt getüftelt. „Wir haben mehrere Jahre Anlauf genommen, genau abgewogen, wie wir es schlau bewerkstelligen können. Vieles versucht, einiges verworfen. Nun haben sich das Warten und unsere Bemühungen gelohnt“, sagte Margit Boden erfreut. Kein Wunder – am Montagnachmittag reiste Umweltstaatssekretär Dr. Frank Pfeil mit einem wundervollen Geschenk für die Gemeinde und vor allem die Reichenbacher Kinder an: einer Zuweisung über immerhin 1,14 Millionen Euro!

Ortsmitte wird aufgewertet

Die Fördermittel stammen aus dem Programm „Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum“ des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt- und Landwirtschaft. Auch Landrat Michael Harig und der CDU-Landtagsabgeordnete Aloysius Mikwauschk waren zum freudigen Ereignis gekommen. Dass es wichtig ist, gerade etwas für die Jüngsten im Ort zu tun, darüber war man sich einig. Die Fördermittel decken immerhin 75 Prozent der Gesamtausgaben ab. Für die Gemeinde Haselbachtal bleibt dennoch ein gewaltiger Kraftakt von 380 000 Euro übrig. „Trotzdem ist das Ganze ein Glücksfall für uns“, betonte Margit Boden mehrfach. Die Ortsmitte von Reichenbach wird dadurch stark aufgewertet. Im Zusammenspiel mit der Sporthalle, Sportplatz, der künftigen Schulküche sowie dem Domizil der Freiwilligen Feuerwehr entwickelt sich der Dorfkern nun noch positiver.

Dringend Zeit für Veränderungen war allemal. Der ehemalige Erntekindergarten im Haselbachtal hatte seine besten Zeiten gesehen. Und glücklicherweise überdauert. „Wir danken nochmals dem Gesundheitsamt und dem Landesjugendamt, die mehrere Bestandsverlängerungen zustanden. Wir brauchen die Augen auch nicht davor verschließen: Die Gebrauchsspuren der letzten 60 Jahre waren unübersehbar“, so die Bürgermeisterin. Viele Eltern, die am Montag der Scheck-Übergabe beiwohnten, gingen selber schon in den Kindergarten. So auch die aktuelle Leiterin Silka Mager. Mit einem beachtenswert jungen Team an ihrer Seite, freut sie sich nun auf die neuen Herausforderungen. „Wir haben gerade einen spannenden Generationswechsel hinter uns und feilen auch am pädagogischen Konzept. Das neue Haus spornt da natürlich doppelt an“, sagte sie.

Kita erhält modernen Anbau

Das Bestandsgebäude hat etwa 300 Quadratmeter Nutzfläche – verteilt über zwei Etagen. Nach dem Umbau und einer Erweiterung stehen 450 Quadratemeter zur Verfügung. Ein alter Anbau wird dafür abgerissen und ein neuer eingeschossiger unter Beachtung aktueller Standards errichtet. Auch die Gegebenheiten für Personal und die Kita-Leitung werden verbessert. Im Altbau optimiert man Raumzuschnitte, werden Türen und Fenster erneuert sowie Elektro- sowie Sanitärinstallationen modernisiert. Auch eine Luft-Wärme-Pumpe oder Erdwärmeanlage sind geplant. Klemmschutz an allen Innentüren sowie eine Verdunklungsanlage sind vorgesehen. Fußboden- und Wandbeläge werden neu. Und natürlich stehen auch eine vernünftige Wärmedämmung und die Reduzierung des Energiebedarfs im Fokus. Barrierefreiheit wird garantiert. Gesucht wird übrigens ein neuer Name!

„Das Programm für Vitale Dorfkerne wurde von fünf Millionen auf 15 Millionen für die Förderung des ländlichen Raumes aufgestockt. Durch die Beharrlichkeit und das Engagement aller Beteiligten, so der Bürgermeisterin, dem Haselbachtaler Gemeinderat, dem Landrat und des Landtagsabgeordneten ist es gelungen, diese Maßnahme im Programm zu etablieren“, heißt es aus dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt- und Landwirtschaft.