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Vom gefährlichen Ort zum Brennpunkt

Der Amalie-Dietrich-Platz in Gorbitz gilt zukünftig als "herausragender Kriminalitätsbrennpunkt". © Sven Ellger

Eine Straße könnte bald von der Negativliste verschwinden. Die Polizei findet auch den Begriff nicht mehr passend.

Als das sächsische Innenministerium am 13. Juni 2018 eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Valentin Lippmann (Grüne) zu „Gefährlichen bzw. verrufenen Orten“ beantwortete, wurde auch eine Liste dieser Orte in Sachsen veröffentlicht. Bis auf die Hausnummer genau werden dort die gefährlichen Orte benannt. 

In Dresden gehörten damals der Wiener Platz, der Ferdinandplatz, die Reitbahnstraße, das Umfeld der Centrum-Galerie, der Albertplatz, die Alaunstraße vor der Scheune, der Alaunplatz und die Kreuzung Rothenburger Straße/Görlitzer Straße dazu. Die Reitbahnstraße könnte im Januar von dieser Liste gestrichen werden. 

Dann wird anhand der Polizeistatistik das nächste Mal überprüft, ob sie noch in diese Kategorie gehört. Solche Prüfungen sind im Jahresrhythmus vorgeschrieben, immer dann, wenn seit der Einstufung als gefährlicher Ort genau ein Jahr vergangen ist.

Die Polizei nutzt diesen Begriff nicht mehr. Die Beamten sprechen jetzt von herausragenden Kriminalitätsbrennpunkten. „Das ist ein Ort, wo mehr Kriminalität stattfindet“, erklärt Polizeisprecher Marko Laske. „Der alte Begriff impliziert, ein Platz oder eine Straße ist per se ein gefährlicher Ort. Wenn ich dorthin gehe, passiert mir was Schlimmes.“ Das treffe aber nicht zu. (SZ/csp)