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Bautzen

Vom Gemeindehaus profitieren Touristen

Für eine alte Schule in Cunewalde war schon der Abriss im Gespräch. Doch jetzt wird sie saniert. Das nutzt nicht nur der Kirchgemeinde.

Die alte Cunewalder Kirchschule wird zum neuen Gemeindehaus umgebaut. Die Dacherneuerung hat schon begonnen. Dieser Tage sollen auch die Arbeiten zur Sanierung der Fassade starten.
Die alte Cunewalder Kirchschule wird zum neuen Gemeindehaus umgebaut. Die Dacherneuerung hat schon begonnen. Dieser Tage sollen auch die Arbeiten zur Sanierung der Fassade starten. © Steffen Unger

Cunewalde. Der alte Außenputz ist zum größten Teil entfernt, das Dach mit neuen Latten belegt, rings ums ganze Haus steht ein hohes Gerüst – es ist unübersehbar, dass an dem Gebäude, das direkt gegenüber der Cunewalder Kirche steht, gebaut wird. Die evangelische Kirchgemeinde saniert das Haus, das als alte Kirchschule bekannt ist. Es soll das bisherige Kirchgemeindehaus ersetzen, das in wenigen Meter Entfernung steht und nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht.

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Die Arbeiten haben im Frühjahr begonnen. Inzwischen ist schon allerhand geschafft. „Der Anbau wurde bis auf den ersten Stock abgetragen. An dieser Stelle wird später der Gemeindesaal entstehen“, berichtet Pfarrer Friedemann Wenzel. Wie er sagt, beginnen die Planungen zu diesem zweiten Bauabschnitt gerade. Der stehengebliebene Gebäudeteil wird von einem Behelfsdach geschützt. Auch am Haupthaus hat sich schon einiges getan. Der Dachstuhl wurde ausgebessert. „Zurzeit laufen die Dachdeckerarbeiten und die Erneuerung der Außenfassade beginnt dieser Tage“, informiert der Cunewalder Pfarrer. Auch neue Fenster sollen noch in diesem Jahr eingebaut werden. Die Innensanierung ist für 2020 angesetzt. „Wenn alles nach Plan läuft, könnte das neue Kirchgemeindezentrum Ende 2020/Anfang 2021 eingeweiht werden“, blickt Friedemann Wenzel voraus.

Neuer Gemeindesaal entsteht

Genutzt werden soll die alte Kirchschule künftig in vielfältiger Weise. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes sind Büros vorgesehen, unter anderem für den Pfarrer und die Verwaltung, im Obergeschoss Räume zum Beispiel für den Posaunenchor und die Junge Gemeinde. Im Dachgeschoss ist Platz für zwei weitere Zimmer. Ein neuer Gemeindesaal wird in einem zweiten Bauabschnitt auf dem stehen gebliebenen Erdgeschoss des Anbaus errichtet. Viel Glas soll ihn hell und modern machen. Im Keller des Anbaus sind Toiletten vorgesehen. Sie sollen von innen und von außen zugänglich sein, sodass sie von Besuchern der Kirche, die als größte evangelische Dorfkirche Deutschlands gilt und Teil der touristischen Route Via Sacra ist, auch dann genutzt werden können, wenn das Haus geschlossen ist. Eine Behinderten-Toilette entsteht ebenfalls. – Die Kirchgemeinde hat sich auch deshalb für die Sanierung des viele Jahre ungenutzten Hauses, für das sogar schon der Abriss im Gespräch war, entschieden, weil sie dafür Fördermittel aus dem Leader-Programm für die Entwicklung des ländlichen Raumes nutzen kann. 380 000 Euro wurden bisher bewilligt. Die Gesamtkosten sind allerdings fast doppelt so hoch. Unterstützung kommt auch von der Landeskirche. Außerdem werden Spenden gesammelt. 3 000 Euro wurden bisher schon zusammengetragen. „Insgesamt werden noch etwa 26 000 Euro Spenden benötigt“, sagt Friedemann Wenzel.

Das Gebäude am Kirchweg wurde 1831 errichtet und 1885 durch einen Anbau erweitert. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges diente es als Kirchschule. Später wurde es bis Anfang der 80er-Jahre als Oberschule genutzt. Außerdem gab es im Haus Wohnungen. Doch zuletzt waren die Räume ungenutzt; nur einige dienten noch als Lager. Das Gebäude war dem Verfall preisgegeben – bis die evangelische Kirchgemeinde mit der Sanierung begann.