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Vom Gymnasium an die Grundschule

Die Abiturienten organisieren für ihre Vorgänger ein Treffen. Mit den Einnahmen wollen sie ihren Abiturball finanzieren.

Christoph Schultz (Marktleiter bei Penny), Josephine Döring (Grundschullehrerin), Vicky Hamann (Rechtspflegerin)und Christoph Petzold (Gymnasiallehrer/von links) haben sich beim Absolvententreffen des Martin-Luther-Gymnasiums wiedergesehen. © Klaus-Dieter Brühl

Von Claudia Erbert

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Hartha. Zu Beginn ist die Arena noch recht leer, die Gäste stehen in Grüppchen und schauen sich um, ob noch mehr aus dem eigenen Jahrgang da sind und ob sie den ein oder anderen Lehrer wiedererkennen.

Die beiden Christophs aus dem Jahrgang 2011 haben sich erstmal an die Wand neben der Eingangstür gestellt, um einen guten Überblick zu haben. Obwohl sie noch Kontakt haben, gibt es doch Neuigkeiten auszutauschen: „Ich bin jetzt Marktleiter bei Penny“, erzählt Christoph Schultz, der schon zu Schulzeiten wusste, dass er nicht studieren will. „Ich wollte von Anfang an eine Lehre machen und haben Kaufmann im Groß- und Einzelhandel gelernt. Und inzwischen bin ich eben der Leiter in meiner Filiale“, erzählt er stolz. Auch für eine dazukommende Mitschülerin sind das Neuigkeiten seit dem letzten Treffen ihres Jahrgangs 2016.

Aus Geschichte wird Sachkunde

Christoph Petzold war schon immer ein Geschichte-Freak. „Das war wirklich meine Leidenschaft, wer mich kennt, der weiß das. Als ich meine Prüfungen dann in Geschichte und Religion gemacht habe, wusste ich, dass ich Lehramt für genau diese beiden Fächer studieren will.“ Er bewarb sich in Leipzig und wurde für das Gymnasiallehramt angenommen. „Das war sozusagen eine Punktlandung. Nach dem Studium bin ich dann 1,5 Jahre zum Referendariat nach Zschopau gegangen. Dort war dann auch eine Stelle frei, ich hatte mich aber in Dresden beworben, weil dort meine Schwester lebt.“ Dann ging es nicht mehr ganz so rund weiter: Die Bearbeitung in Dresden dauerte, Christoph versuchte, zurück nach Zschopau an „seine Schule“ zu kommen, doch die Stelle war inzwischen besetzt. „Dann haben sie mich an die dortige Grundschule geschickt und jetzt bin ich Klassenleiter einer dritten Klasse.“

Er hat Spaß an der Aufgabe, es sei eine Berufung, aber auch schwierig: „Vor allem, weil ich die Pädagogik nicht gelernt und keins der Fächer studiert habe, die ich jetzt unterrichte: Deutsch, Sachkunde, Englisch und sogar Musik, weil ich beim Vorstellen gesagt habe, dass ich etwas Gitarre spielen kann.“ Und sein Lieblingsfach Geschichte fehlt ihm. „Ich werde meine Klasse auf jeden Fall durchbringen, aber dann nach einer Versetzung fragen“, sagt er.

Vielleicht kann Josephine Döring dann seine Stelle übernehmen, denn sie studiert Grundschullehramt. „Seit der siebten Klasse stand für mich fest, dass ich Psychologie studieren will, doch als ich das Abitur 2015 mit dem entsprechenden Durchschnitt in der Tasche hatte, wollte ich plötzlich nicht mehr und habe ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten gemacht.“ Im Oktober 2016 beginnt sie dann das Studium und befindet sich derzeit im ersten Praktikum: „Es ist schön, nach so viel Theorie etwas Praktisches zu machen und Erfahrungen zu sammeln. Ich bin in Döbeln an der Grundschule und wurde super aufgenommen, alle sind sehr nett zu mir.“ Durch das Interview mit beiden kommen Josephine und Christoph ins Gespräch und sie kann gleich fragen, wie es an welcher Schule war, die Christoph während des Studiums gesehen hat.

Am Gericht in Borna viel zu tun

Mit ihr ist Vicky Hamann gekommen. Sie hat an der Verwaltungsfachhochschule in Meißen Rechtspflege studiert. „Ich bin seit November letzten Jahres fertig und arbeite jetzt am Verwaltungsgericht Borna. Das ist sehr spannend, denn Rechtspfleger sind für viele Aufgaben zuständig, von Nachlassregelungen bis zu Vorladungen zu Verhandlungen. Im Moment bin ich unter anderem für die Strafüberwachung von Jugendlichen zuständig.“

Und so hat sie, ebenso wie die andere ehemalige Gymnasiasten, an diesem Abend viel zu erzählen und viele Fragen an ehemalige Mitschüler des eigenen und anderer Jahrgänge und nutzt die Zeit, zum Quatschen. Die Schulband spielt beinah unbemerkt, auch die Helfer an der „Adressdatenbank“ haben wenig zu tun, da kaum Gäste da sind, die zum ersten Mal beim Absolvententreffen sind und sich so nicht registrieren müssen. Da vor allem ältere Jahrgänge noch nicht digital erfasst sind, hat sie die Information zum Treffen meist nicht erreicht, sodass sich die, die es nur durch Zufall erfahren haben wünschen, dass die Information das nächste Mal noch besser verbreitet wird.

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