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Bautzen

Vom Humpen bis zum Probierkelch

Eine Sammlung von Trinkgläsern aus Brauereien und Gastronomie zeigt das Heimatmuseum Neschwitz. Dabei können sogar Azubis was lernen.

Große Humpen und kleine Gläser – David Härtel vom „Herrschaftlichen Gasthof“ hat sie alle. Und zeigt einige im Heimatmuseum Neschwitz. © Steffen Unger

Neschwitz. Es war erst nur so eine Idee. David Härtel, der Wirt vom „Herrschaftlichen Gasthof“ in Neschwitz, wollte in seiner Gaststätte mal eine Schauvitrine anschaffen, in der er verschiedene Gläser zu den dazu passenden Getränken zeigt. Doch dann kam er mit Arnd Lehmann von den Kultur- und Heimatfreunden ins Gespräch – mit dem Ergebnis einer neuen Sonderausstellung im Heimatmuseum.

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David Härtel kommt mit Biergläsern in Kontakt, seitdem seine Eltern in die Gastronomie einstiegen. Heute betreiben sie noch die Gaststätte am Waldbad Niesendorf. Und Härtel selbst hat sich vor sechs Jahren den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt, indem er Gaststätte, Saal und Pension am Marktplatz von der Gemeinde pachtete. Seitdem ist einiges passiert. Er hat immerhin sieben Angestellte, auch zwei Azubis lernen bei ihm. Da kommen eben auch eine Menge Gläser zusammen. Ein Teil, der vor allem das Bier aus DDR-Zeiten widerspiegelt, kommt aus einer Sammlung von Bekannten seiner Eltern. Aber auch Härtel selbst konnte eine Menge an Gläsern beisteuern, weil er schon verschiedene Biersorten im Angebot hatte. So gibt es eine Vitrine, die vor allem die regionalen Brauereien wie Radeberger, Landskron oder Eibauer zeigt. „Hier sieht man auch die Entwicklung der Gläser“, sagt David Härtel. Nicht unbedingt nur in der Form, sondern vor allem in der Gestaltung. „Je älter die Gläser sind, desto aufwendiger waren sie gestaltet“, sagt Härtel und zeigt auf die Wernesgrüner-Gläser, die früher noch Zweige und Goldrand neben dem Logo der Brauerei hatten, heute eher schlicht gehalten sind. Bei Radeberger hat er eine kleine Sammelkollektion ausgestellt. Das kleinste Glas ist gerade so groß wie ein Schnapsglas. Um die Ausstellung noch etwas aufzulockern, hat Arnd Lehmann ein bisschen in der Geschichte gesucht – und ein paar interessante Dinge gefunden. So gibt es zwei lustige Werbeplakate, die auch heutige Biertrinker sicher noch erfreuen. „Wer Bier trinkt, hilft der Landwirtschaft“ ist eines davon. 

Eine Vitrine für die Gläser

Wenn es doch nur so einfach wäre. Denn wie viele Brauereien aus DDR-Zeiten gibt es nicht mehr. Auch Neschwitz hatte bis in die 1920er Jahre mal eine. Bierdeckel belegen außerdem die Vielfalt der Biere. „Wir haben auch noch eine ungeöffnete Bockbierflasche aufgetrieben“, sagt Lehmann. Dazu kommen „Ereignisgläser, also zum Beispiel von verschiedenen Feuerwehrfesten und -ereignissen. Und die Verbindung zum „Herrschaftlichen Gasthof“in früheren Zeiten brachte Rudi Weber mit: ein Teller mit dem Namen der Gaststätte. Und der Zufall will es, dass es derselbe Hersteller des Geschirrs war, wie es Härtel heute nutzt. Die Firma Bauscher stellt auch heute noch Hotel- und Gastronomiegeschirr her.

Doch es geht in der Ausstellung nicht nur ums Bier. David Härtel hat auch eine Schauvitrine zusammengestellt, in der die verschiedenen Gläser stehen, aus denen seine Gäste derzeit auch trinken. „Die zeige ich demnächst unserem neuen Azubi“, sagt der dreifache Vater. Überhaupt ist Härtel sehr froh, wie gut der „Herrschaftliche Gasthof“ läuft. Er bedauert, dass er mittlerweile die einzige Gaststätte im Ort ist. Wenn Sonntag alles voll ist, sind Gäste, die er wegschicken muss, sauer. Auch der Saal wird gut genutzt für Hochzeiten, Tanzstunde, Vorträge oder Busgesellschaften.

Heimatmuseum Neschwitz, geöffnet sonntags von 13 bis 17 Uhr oder Anmeldung: 1035933 30179 o. 30547

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