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Vom Rückzugsort zum Arztzimmer

Der Platz wird in der Reha-Klinik Raupennest knapp. Da kam die Klinikleitung auf eine Idee.

© Egbert Kamprath

Von Mandy Schaks

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Osterzgebirge. Da, wo noch vor ein paar Wochen der Transportwagen mit Farbeimern, Pinseln und Malerbürsten stand, wartet jetzt eine Untersuchungsliege auf Patienten. Das Raupennest in Altenberg sucht nach jedem freien Plätzchen, um noch Reserven zu mobilisieren. Die Johannesbad Fachklinik mit Gesundheitszentrum kann und will sich keine toten Winkel oder nur wenig genutzte Flächen leisten. Denn das Haus läuft in den letzten Monaten sehr gut.

Dank der Handwerker haben die Patienten mehr Platz im Raupennest.
Dank der Handwerker haben die Patienten mehr Platz im Raupennest. © Kamprath

Anke Gundel, die das Raupennest seit September leitet, ist zufrieden. Vor allem das Kerngeschäft, die stationäre Behandlung, wächst. Es kommen deutlich mehr Patienten zur Anschlussheilbehandlung und Rehabilitation. Das sind zum Beispiel Kranke, die nach einer Hüft- oder Knie-Operation in Altenberg wieder für Beruf und Alltag fit gemacht werden. Das stellt das Haus immer wieder vor neue Herausforderungen. Denn nichts ist so gut, um es nicht noch besser machen zu können. Zumal die Ansprüche und Erwartungen der Patienten auch steigen. „Wir wollen noch besser werden und den stationären Bereich weiter stärken“, sagt Anke Gundel.

Deshalb lässt das Raupennest keinen Weg aus, um nach Entwicklungspotenzial zu suchen. So wurde auch jeder Quadratmeter unter die Lupe genommen und geprüft, ob der Platz sinnvoll und effektiv genutzt wird, Arbeitsabläufe wirklich optimal funktionieren. Dabei stießen die Mitarbeiter auf eine stille, etwas versteckte Ecke, die für Patienten und Gäste des Hauses offen stand und in die sie sich mal zur Ruhe setzen konnten. Aber die paar Plätze, so wurde festgestellt, blieben oft leer. Es gibt im Haus andere Bereiche wie das Bistro oder bei schönem Wetter das Außengelände, um ein bisschen abzuschalten oder ein Schwätzchen zu halten. Da ließe sich mit der fast vergessenen Ecke bestimmt etwas Besseres anfangen, dachte sich die Klinikleitung und verwandelte den kleinen Rückzugsort, der angesichts der Glasbauweise des gesamten Gebäudekomplexes an einen Wintergarten erinnerte, in ein Arztzimmer.

Damit Mediziner samt künftiger Patienten nicht wie auf dem Präsentierteller sitzen, wurden Jalousien angebracht. Außerdem zogen Maurer eine Wand ein, erläutert Susanne Kadner vom Raupennest. Und die Handwerker richteten noch den Raum mit Farbe und Fußbodenbelag her. Nun haben Mediziner wieder mehr Platz für ihre Patienten gewonnen.