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Vom schweren Bau einer Insel

Die S 172 hat eine Querungshilfe, aber noch immer keinen Weg, der weiterführt. Nun geht es anders weiter als gedacht.

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© Norbert Millauer

Von Heike Sabel

Heidenau. Das will das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) nicht auf sich sitzenlassen. Es hat die Insel auf der S 172 in Heidenau in Höhe Hammer gebaut und damit seine Aufgabe „vollumfänglich erledigt“. Für den Gehweg war das Amt schlichtweg nicht zuständig, teilt die Behördensprecherin in Reaktion auf den SZ-Artikel vom Dienstag mit. Es sei eine Gemeinschaftsmaßnahme mit der SIB, dem sächsischen Staatsbetrieb für Immobilien und Baumanagement, gewesen. Auf deren Gelände sollte der Fußweg weitergeführt werden.

Doch dann habe die SIB die vereinbarte Mitfinanzierung für dieses Stück zurückgezogen. Für das Lasuv hieß das: „Ohne Zustimmung und ohne Zusage der Finanzierung durch das SIB kann die Straßenbauverwaltung nicht auf fremdem Grundstück bauen.“ Das also ist die Begründung für die nach wie vor fehlende Anbindung der Insel, insbesondere auf der Hammer-Seite. Zum Stichwort „fremd“ nur so viel: Beide Behörden sind Einrichtungen des Freistaates. Es müsse aus Lasuv-Sicht weitere Abstimmungen zur Zuwegung geben. Die Stadt will den Fußweg in Richtung Feldstraße selbst bauen.

Dieser Fußweg ist jedoch ein anderer, als der zunächst gedachte. Der nämlich sollte vom Praktiker zur Insel an der Straße entlangführen. Nachdem immer weniger Flüchtlinge im Praktiker lebten, verabschiedete man sich davon. Richtig, denn diesen Umweg wäre kein Heidenauer aus Richtung Feld- und Güterbahnstraße gelaufen. Was bei der Entscheidung jedoch offensichtlich auf der Strecke blieb, war, zeitig genug miteinander über eine Alternative zu reden. Die Folgen haben Fußgänger, Radfahrer, Kinderwagenschiebende zu tragen. Für sie ist der Inselzu- bzw. -abgang auf der Hammer-Seite zu steil. Kein Wunder, dass die Insel kaum jemand nutzt.