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Vom Teich auf den Tisch

Pächter Jürgen Weidig aus Reinhardtsgrimma läutete die Fischsaison ein. Dabei wäre sie in diesem Jahr beinahe ausgefallen. Wie er das Geschäft rettete.

© Daniel Förster

Von Daniel Förster

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Reinhardtsgrimma. Am Dorfteich Reinhardtsgrimma war am vergangenen Sonnabend bei herrlichem Herbstwetter großes Abfischen. Dabei sah es im Sommer überhaupt nicht nach einem üppigen Fang aus. Pächter Jürgen Weidig, der das Gewässer mitten im Ort an der Hauptstraße seit 1987 bewirtschaftet, hatte dieses Jahr bei den Lachsforellen einen Totalverlust zu verbuchen. Der Dauer-Hitze-Sommer mit extremer Trockenheit hat den Fischen arg zugesetzt. Anfang August passierte es. 750 Kilo Fisch sind bei dem Forellensterben draufgegangen. Ein herber Schlag, wenn man bedenkt, dass ihm ein normales Ertragsjahr eine Tonne Fisch brachte. „Das hat es so noch nie gegeben“, sagt er. Er züchtet die Fische von Frühjahr bis Herbst. Vom Ergebnis lässt er sich jedes Jahr überraschen. Aber so etwas wie diesmal passierte bei den Lachsforellen noch nie. Während die robusten Störe mit den extremen Witterungsbedingungen noch klarkamen, haben die Forellen Wassertemperaturen von um die 30 Grad nicht überlebt. In den zurückliegenden Tagen hat Jürgen Weidig den Teich nachbesetzt, wie der Experte sagt, mit Forellen aus dänischer Zucht. Auch wenn die Forellen nunmehr nicht aus der eigenen Aufzucht stammen, gibt es sie nun fangfrisch auf den Tisch. „Trotz aller Probleme haben wir schöne, große Lachsforellen“, sagt er.

Ziel sei es auch in diesem Herbst, bis zu 2 000 Stück an die Leute zu bringen. Der Export-Fisch bringt ein Durchschnittsgewicht von je 700 Gramm auf die Waage. Zudem tummeln sich rund 100 Störe – sie sind etwa zwei bis vier Kilo schwer – sowie vereinzelt einige Karpfen in dem Teich. Verkauft wird, so lange der Vorrat reicht. Dabei bekommt Jürgen Weidig Unterstützung aus dem größeren Familienkreis, von Tochter, Sohn, Bruder und Schwester, Nichte, Neffe und Schwager – alle helfen mit. Vier bis sechs Helfer sind jeweils nötig. Es gibt viel zu tun. Die Fische werden im Oktober mit Netz und Köcher gefangen und direkt vor Ort verkauft. Nächster Termin ist am Sonnabend, dem 20. Oktober, und letztmalig am 27. Oktober, jeweils von 9 bis 15 Uhr.