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Gesundheit

Von Belgien bis Polen

Geheimtipps für den Kurzurlaub in einem Nachbarland

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Es muss nicht immer ein wochenlanger Jahresurlaub sein, den man unternimmt und man muss auch nicht um die halbe Welt fliegen, um schöne und spannende Orte zu besuchen. Oft reicht schon ein Abstecher in die nähere Umgebung beziehungsweise ins Nachbarland, um unvergessliche Momente zu erleben. Viele Deutsche reisen gerne mal für einen Kurzurlaub nach Polen, Frankreich oder auch Belgien. Auch in diesen Ländern gibt es jede Menge Geheimtipps für interessante Reiseziele.

Frankreich – Land der edlen Weine

Unser Nachbarland Frankreich hat nicht nur wundervolle Schlösser und anmutende Ortschaften, sondern eine jahrhundertelange Tradition im Weinanbau. Überall im Land gibt es junge und engagierte Winzer wie Bruno Andreu, die sich auch von Schwierigkeiten nicht entmutigen lassen, die Kunst der Weinherstellung stetig verfeinern und so erstklassige Weine produzieren. Solche kleinen Weingüter sind echte Geheimtipps in Frankreich, denn dort erhält man nicht nur einen Einblick in den Weinbau, sondern kann die weine auch probieren.

Inspiration für Künstler – malerische Orte wie Collioure

Weltberühmte Maler wie Picasso oder auch Matisse haben sie wegen ihrer Lichtverhältnisse und der einzigartigen Kulissen geschätzt, die kleinen, inspirierenden Orte wie das an der Côte Vermeille gelegene Collioure. Das Fischerdorf befindet sich nördlich der Pyrenäen im Südosten Frankreichs. Eine Besonderheit des Ortes ist der Hafen mit zwei nebeneinanderliegenden, durch eine Burganlage getrennte Hafenbecken. Auffällig ist zudem die weit ins Meer vorgelagerte Wehrkirche, deren Turm früher die Funktion eines Leuchtturmes übernahm. Die Sonnenuntergänge sind einzigartig und wer einen solchen erlebt, versteht, warum Künstler diesen Ort und viele weitere Ortschaften in der Region so schätzen.

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Die belgischen Ardennen – Geheimtipp Wallonie

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Belgien, das kleine Nachbarland im Westen Deutschlands ist vielen vor allem durch die Hauptstadt Brüssel als Sitz der Europäischen Union bekannt. Wer aber ganz in den Süden von Belgien fährt, auf den warten in der Wallonie, die auch unter der Bezeichnung „belgische Ardennen“ bekannt ist, wundervolle Täler, durch die sich Flüsse ihren Weg bahnen, reizvolle Ortschaften wie etwa das an der Semois gelegene Bouillon mit seiner hoch über der Stadt liegenden Burg, die man besichtigen kann. Rund um den Ort erstrecken sich Wanderwege durch Wälder, die zu einem langen Spaziergang einladen und auf der Semois lässt es sich ausgezeichnet Tretboot fahren.

Ein weiteres, nicht alltägliches Reiseziel ist die Zisterzienser-Abtei Notre-Dame d’Orval

in Oval, die ebenfalls in der Wallonie liegt. Das ursprüngliche Kloster wurde schon 1132 gegründet und heute leben noch immer 13 Mönche im neu errichteten Klostergebäude. Wer sich länger mit der Abtei beschäftigen und das Leben der Mönche besser kennenlernen möchte, der kann für ein paar Tage in der Abtei übernachten und am Leben dort teilnehmen.

Wüstenfeeling direkt an der Ostseeküste – Leba in Polen

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Nicht weit von den wichtigsten Urlaubsdestinationen an der deutschen Ostseeküste gibt es auf polnischer Seite eine Region, die im Besucher das Gefühl weckt, sich mitten in der Sahara zu befinden. Dazu muss man einfach nur in die Stadt Leba fahren, die sich im Slowinski-Nationalpark befindet. Der Ort ist für seine 40 Meter hohen, jährlich mehrere Meter Richtung Osten wandernden Dünen. Sie trennen zwei kleine Seen (Leba-See und Garder See) von der Ostsee. Hat man den nicht ganz einfachen Aufstieg auf die Kuppe der Dünen hinter sich gebracht, kann man eine einzigartige Landschaft genießen.

Ziel für Naturfreunde – Masuren im Norden Polens

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Wer sich an weiten Seen- und ausgedehnten Waldlandschaften erfreuen kann, für den lohnt sich ein Kurzurlaub in Masuren. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte die Region zu Ostpreußen und wurde anschließend wieder polnisch. Hier gibt es zahlreiche, nicht sehr bekannte und dennoch sehr schöne Orte wie beispielweise Reszel mit seiner mächtigen Burganlage, Mikolajki oder Sztynort mit seinem im Krieg verschont gebliebenen Herrenhaus der Familie von Lehndorff. Leider wurden die Masuren vertrieben, sodass ihre Lebensart weitestgehend verlorenging. Wer heute in die Region Masuren reist, der kann sich vor allem an den europaweit schönsten Gewässern, längsten Alleen und unberührtesten Wäldern erfreuen. Wer gerne ausgedehnte Wanderungen in der Natur unternimmt und sich für die wechselvolle Geschichte Masurens interessiert, der wird nicht enttäuscht.

Breslau – unbekanntes Juwel im Südwesten Polens

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Fragt man Menschen auf der Straße danach, wo Breslau liegt, so wissen viele gar nicht, dass die Stadt zu Polen gehört. Überhaupt zählt Breslau zu den größten Geheimtipps für einen Kurzurlaub in Polen. Breslau hat eine bewegte Geschichte hinter sich, ihre Geschicke wurden von verschiedenen Herrscherdynastien (z. B. Habsburger und Hohenzollern) gelenkt und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zur polnischen Stadt. Wichtigste Sehenswürdigkeiten von Breslau sind das Stadtschloss, das Alte Rathaus und vor allem die farbenfrohe Altstadt. Die Stadt besitzt eine große Universität, wodurch viele junge Leute und eine sehr lebendige Kulturszene das Bild von Breslau prägen.

Nijmegen in den Niederlanden – Geheimtipp in Holland

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Für kurze Urlaubsaufenthalte eignen sich immer auch Städte sehr gut, vor allem, wenn sie nicht weit von der deutschen Grenze entfernt sind. Dies gilt beispielsweise für die Stadt Nijmegen, die an der Grenze zur Region Niederrhein in der Provinz Gelderland liegt, wodurch sie mit dem Auto oder dem Zug sehr schnell erreichbar ist. Nijmegen ist eine ehemalige Hafenstadt der sogenannten Hanse, die vermutlich um das Jahr 19 v. Chr. von den Römern gegründet wurde, zunächst als Militärstützpunkt, später als zivile Siedlung. Sie besitzt einen Binnenhafen, der Zugang zum Maas-Waal-Kanal hat, wodurch die Binnenschifffahrt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Als wichtigste Sehenswürdigkeiten gelten die St. Stevenskerk, das Rathaus sowie der große und zentral gelegene Marktplatz. Einen Besuch sollte man auch dem Museum Het Valkhof abstatten, dort erhält man einen Einblick in die Historie der Stadt. Falls man Lust hat, mal in einer Windmühle zu übernachten, dann kann man dies in der Nähe von Nijmegen, in einer entsprechend ausgebauten Mühle mit insgesamt 12 Betten.

Windmühlen bei Rotterdam – Kurztrip nach Kinderdijk

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Vor allem für Familien mit Kindern, die in der Region Niederrhein, also beispielsweise in Kleve wohnen, ist der niederländische Ort Kinderdijk in der Nähe von Rotterdam ein Geheimtipp. Dort gibt es nämlich eine ganze Ansammlung von großen Windmühlen, die man zum Teil besichtigen kann (historische Museummühle von Kinderdijk). Bei gutem Wetter kann man auch mit dem Fahrrad von Rotterdam aus nach Kinderdijk radeln. So hat man die Möglichkeit, Rotterdam kennenzulernen und gleichzeitig die Umgebung zu erkunden. Wenn man schon in der zweitgrößten Stadt der Niederlande ist, dann sollte man sich unbedingt Delfshaven, die Altstadt von Rotterdam mit dem historischen Hafen anschauen.

Natur pur an den Langbathseen in Österreich

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Für Freunde der Natur und Stille hält unser Nachbarland Österreich die Langbathseen im Salzkammergut bereit. Die beiden Seen (vorderer und hinterer See) befinden sich im sogenannten Höllengebirge und die Kulisse rund um die Gewässer ist geradezu atemberaubend. Es gibt einen Rundwanderweg, der in etwa zwei Stunden zu bewältigen ist und überall am Weg befinden sich Möglichkeiten, sich für eine Pause niederzulassen. Baden ist in beiden Seen erlaubt, viele lassen sich aber unverständlicherweise von den vermehrt auftretenden Algen abschrecken. Man erreicht die Langbathseen mit dem Auto. Übernachten kann man in einer der umgebenden Ortschaften, in denen es Gasthäuser und Pensionen gibt.

Hundstalsee mit Apollontempel

Die Vorstellung, dass man in Österreich bzw. in Tirol und den Stubaier Alpen auf einer Höhe von 2.289 Metern einen Apollontempel findet, mag zunächst ungewohnt sein. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass die beiden Künstler mit dem, über einen Zeitraum von zwanzig Jahren errichteten, Tempel beabsichtigten, eine Brücke zwischen Mensch, Kunst und Natur zu schlagen. Der Aufstieg zum Hundstalsee mit seinem türkisfarbenen Wasser, an dem sich der Apollontempel befindet, lohnt sich auch wegen dem Ausblick auf die Gipfel des Weißstein und des Rosskogel. 

Unterkünfte gibt es überall

Obwohl hier von Geheimtipps die Rede ist, braucht man sich keinerlei Sorgen zu machen, dass man bei einem Kurzurlaub in unseren Nachbarländern keine passende Unterkunft findet. In sämtlichen hier genannten Orten und Regionen gibt es eine Vielzahl von Hotels, Ferienhäusern oder Pensionen, in denen man übernachten kann. Man kann aus allen denkbaren Kategorien auswählen und sowohl im Fünf-Sterne-Haus absteigen, sich in einem funktional eingerichteten Ferienhaus einmieten oder ein Zimmer in einer kleinen Pension reservieren. Auf den gängigen Reise-Websites wird man mit Sicherheit fündig, auch wenn das Reiseziel vielleicht in die Kategorie Geheimtipp fällt. 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin Quendolina Baehr.