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Von den Dünen der Bretagne in den Schlosspark Pillnitz

Lehrlinge aus Dresden besuchten europäische Gärten. Dabei lernten sie nicht nur die Vielfalt des Landschaftsbaus kennen.

© René Meinig

Von Ariane Heinen

Dresden. Eric Wirth wollte schon immer etwas „Grünes“ machen. „Der Landschaftsbau ist nachhaltig, außerdem hat der Gärtnerberuf eine gute Zukunft“, sagt der 20-Jährige. Er hat vor Kurzem seine Ausbildung im Barockgarten Großsedlitz beendet. Im letzten Jahr konnte er auch sein Französisch und Polnisch verbessern. Im Rahmen eines Austauschprojektes lernten er und seine Mitschüler die Besonderheiten ihres Handwerks in anderen Ländern kennen. Dafür waren sie bereits im Oktober letzten Jahres in der Bretagne und im Frühjahr dieses Jahres in Polen.

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Nun kamen die ausländischen Azubis auch nach Dresden. Mitte September besuchten sie Lehrgänge in den Anlagen der sächsischen Gärten. Zum Abschluss machte die internationale Gruppe einen Rundgang durch den Schlosspark Pillnitz. Hier kennt Eric Wirth sich schon besser aus als in der ausländischen Pflanzenwelt. „In Frankreich wachsen durch die Nähe zum Golfstrom viel mehr exotische Pflanzen“, sagt er. Dort haben die Gartenexperten am Meer Dünen renaturiert. Und auch die polnische Landschaft hat Eindruck bei ihm hinterlassen: „Wir waren in einem Naturschutzgebiet mit Orchideen und haben mit Bonsai gearbeitet. So etwas erlebt man in Deutschland nicht.“

Nicht nur die Pflanzen waren fremd, auch die Kultur und vor allem die Sprachen in den Partnerländern. Andreas Richter vom Verein EuropaDirekt kümmerte sich um die Verständigung und das Zusammenleben der Jugendlichen. Keine leichte Aufgabe bei drei unterschiedlichen Herkunftsländern und Sprachen. Richter spricht selbst Französisch und Englisch. Auch seine Kollegin und ein Polnisch-Dolmetscher halfen bei Kommunikationsproblemen. Natürlich haben die Lehrlinge auch die Grundlagen der anderen Sprachen gelernt. „Wir vermitteln sie durch Spiele. Zum Beispiel gibt es das Spiel ,Obstsalat‘, aus dem wir einen ,Respektssalat‘ machen“, sagt Richter. Dabei lernen die Azubis Höflichkeitsformen in allen drei Sprachen. Er hofft, die jungen Leute haben nicht nur Fachliches dazugelernt. „Wir wollen aus den drei Gruppen eine machen“, sagt er. Darum bleibt neben den Seminaren Zeit, sich auf Stadtrundfahrten oder Entdeckungsralleys richtig kennenzulernen.

Richter hat das Projekt auch schon mit Lehrlingen aus anderen Fachrichtungen durchgeführt. Unter anderem mit angehenden Bäckern und Chemielaboranten.