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Von der DDR-Maus zur modernen Stadt

Zum Neujahrsempfang gab Radebeuls OB Bert Wendsche Rück- und Ausblicke. Er rief zu mehr Respekt untereinander auf.

In jedem Jahr werden Radebeuler Bürger ausgezeichnet, die sich ehrenamtlich engagieren. Dieses Mal ging die Ehrungen an Leute aus Sportvereinen. © Norbert Millauer

Radebeul. Zum 30. Mal jährt sich 2019 der Wendeherbst. Das sei Anlass, um sich „dieses schmerzhaft errungenen Schatzes, aber auch seiner Verletzlichkeit“ immer wieder zu vergewissern, sagte Radebeul Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang in den Landesbühnen. 

Der OB nutze seine Rede, um Respekt und Aufrichtigkeit in der Gesellschaft einzufordern. Er warnte davor, andere zu schnell zu verurteilen und kritisierte einen „Trend zur Brutalisierung und Respektlosigkeit der Sprache“. Er rief auf zu differenzieren, einander zuzuhören, Vielfalt zu leben und zu gestalten.

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Frauenpower in böhmischen Dörfern

Dresden, 18. Februar 2019. Mariame Clément hat für die Semperoper Dresden Bedřich Smetanas Oper »Die verkaufte Braut« kräftig ausgelüftet. 

Rück- und Ausblicke gab Wendsche auf die Entwicklung der Stadt. „Seit den Wendetagen hat Radebeul wie viele Bereiche Ostdeutschlands eine rasante Entwicklung genommen.“ Aus einer DDR-typischen verstaubten grauen Maus mit einer weitgehend verschlissenen öffentlichen Infrastruktur sei eine moderne und lebenswerte sächsische Mittelstadt geworden.

 „Unsere Basisinfrastruktur wurde seitdem umfassend saniert, modernisiert und erweitert. Sie hat den gesamtdeutschen Standard weitgehend erreicht, teilweise gar übertroffen“, so Wendsche.

In den letzten Jahren seien mehr als zehn Millionen Euro jährlich investiert worden. Als wichtige Bauprojekte 2018 nannte der OB die Obere Johannisbergstraße und Kottenleite, die Kiefernstraße, die Oberschule Mitte oder den ersten Abschnitt des Bootshauses. 

2019 sollen die Meißner Straße in Mitte, die Forststraße, die Fertigstellung des Luisenstiftanbaus, die Turnhalle der Grundschule Naundorf und der zweite Bootshausabschnitt folgen.

Seinen Respekt sprach Wendsche den Bürgern aus, die sich aktiv in ihrer Heimatstadt eingebracht haben, etwa bei der Errichtung des Brunnens auf dem Bilzplatz, beim Begrünen des Rosa-Luxemburg-Platzes oder beim Treppeneinbau im Bismarckturm. 

Außerdem lobte er die nicht unumstrittene Entscheidung im Stadtrat, das alte E-Werk im Lößnitzgrund zu kaufen. Kritische Töne gab es zum Bahnhof Kötzschenbroda. Es sei ein Fehler gewesen die Chance des Bahnhofskaufs im politischen Kleinkrieg verspielt zu haben, sagte Wendsche.

Wie in jedem Jahr wurden anlässlich des Neujahrsempfangs Bürger geehrt, die sich ehrenamtlich engagieren. Dieses Mal aus dem Bereich Sport.

Radebeul sagt Danke

Uwe Centner vom Handballverein gründete einen deutsch-israelischen Jugendaustausch.

Elke Hofmann, Geschäftsführerin des Badmintonvereins, kümmert sich um alles Organisatorische im Verein.

Dietmar Kunze vom SSV Planeta organisiert jährlich 30 Leichtathletikveranstaltungen und viele Trainings.

Hubert Peche vom Fechtclub trainiert Kinder und Jugendliche an unzähligen Nachmittagen.

Jana Schiller von der Abteilung Kanu des SSV Planeta ist Jugendwartin und Chef-Trainerin. 

Frank Sickert vom SSV Planeta ist seit 20 Jahren verantwortlich für den Nachwuchs im Orientierungslauf.

Stefan Singer, Vorsitzender des SSV Planeta, hält den Verein zusammen.

Karsten Wieland vom BSV Chemie organisierte die Schach-Weltmeisterschaft der Senioren in Radebeul mit.

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