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Von der Kunst des Verzeihens

Sich mit jemandem zu vertragen, das geht nicht auf Kommando. Wie das trotzdem zu schaffen ist, erklärt ein Vortrag am Freitag in Bischofswerda.

© privat

Von Constanze Knappe

Bischofswerda. Einander auf die Füße treten, im wörtlichen wie im übertragenden Sinne, das kommt in den besten Familien vor. Aber auch am Arbeitsplatz, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft. Überall dort, wo Menschen eng zusammen leben und arbeiten, kommt es zu Kränkungen. Ohne Verzeihen geht es da nicht. Davon ist Edelgard Jenner überzeugt. Die 57-Jährige aus Reinbek bei Hamburg arbeitet als Mediatorin. Sie berät Menschen in Konfliktsituationen wie Trennung oder Scheidung. Warum Vergeben und Vergessen nicht so leicht fallen, darüber spricht sie am 29. Januar um 19 Uhr in der Kreuzkirche Bischofswerda.

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Seit 2012 ist sie als Mediatorin tätig. Mit dem Thema der Konfliktbewältigung befasst sie sich allerdings schon sehr viel länger. „Jemandem verzeihen zu können, das ist eine wichtige soziale Kompetenz“, erklärt Edelgard Jenner. Hingegen kann nachtragend sein das eigene Leben einschränken. Das weiß sie aus Beobachtungen während ihrer Beratungsgespräche, aber auch aus eigenem Erleben. Und es betrifft keineswegs nur Partnerschaften. Alte Menschen, die über viele Jahre mit ihren erwachsenen Kindern im Clinch liegen, tun sich oft schwer mit dem Vergeben. Der Grund liegt auf der Hand: Zwar sagt man zu streitenden Kindern, vertragt euch wieder. Aber so einfach ist das eben nicht. „Jemandem zu vergeben, das geht nicht auf Kommando. Verletzte Gefühle brauchen ihre Zeit“, sagt Edelgard Jenner. Häufig sei das Streitthema auch gar nicht der wirkliche Konflikt. Entschärfen lässt sich dieser meist nur, indem jeder versucht, sich in den anderen hineinzuversetzen. Die Kommunikationstrainerin verweist auf die Indianer. „Bevor du ein Urteil über jemanden fällst, sollst du vier Wochen lang seine Mokassins tragen“, ist eine von deren Lebensweisheiten. Der Verweis auf den Versuch, für den anderen Verständnis aufzubringen. Wie man lernen kann, anderen zu verzeihen, wird die Referentin in ihrem Vortrag erklären. Sie möchte Lösungsansätze vermitteln und „notwendige Schritte auf dem Weg des Verzeihens“ zeigen.

Gleichstellungsbeauftragte in Mölln

Edelgard Jenner ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Die studierte Lehrerin war einige Jahre Mitarbeiterin einer christlichen Studentenarbeit. Derzeit ist sie Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mölln und zudem freiberuflich als Mediatorin tätig. Sie leitet das Vorbereitungsteam des Reinbeker „Frauentreffs“. Bundesweit spricht sie in Seminaren, bei kirchlichen Freizeiten und bei den beliebten Frühstückstreffen für Frauen. Ihr Vortrag „Ist schon gut! – Von der Kunst, anderen zu verzeihen“ wendet sich an alle Interessierte, vor allem an Paare und solche, die es werden wollen. Zum zweiten Mal bieten die Organisatoren des Frühstückstreffens für Frauen in Bischofswerda am Vorabend einen solchen Vortrag an. In dessen Anschluss gibt es einen kleinen Snack und die Möglichkeit zum Gespräch.

Beim Frühstückstreffen am Sonnabend spricht sie darüber, welche Auswirkungen unsere Gedanken auf unsere Gefühle haben und wie sie unser Leben entscheiden. Edelgard Jenner freut sich auf „spannende Begegnungen“ mit den Zuhörern und einem engagierten Team. Sie ist neugierig auf die Landschaft und die Menschen in einer Gegend, in der sie zuvor noch nie war.

Vortrag 29. Januar 19 Uhr in der Kreuzkirche Bischofswerda. Karten zu 9 Euro in der Buchhandlung Heinrich, Kirchstraße, und in der Bürgerinformation im Rathaus.