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Von der Scherbe zur Superkeramik

Mit „Jugend forscht“ begann ein Strehlaer seine Karriere. Heute entwickelt er in Bayreuth bruchsichere Werkstoffe.

© privat

Von Uta Büttner

Strehla/Nünchritz. Archäologische Funde, geologische Entdeckungen während einer Antarktis-Expedition, revolutionierende Werkstoff-Erfindungen – mit Forscherdrang ist der 38-jährige Alexander Konschak seinen Weg zum promovierten Wissenschaftler gegangen. So hat er unter anderem eine neue Keramik entwickelt, die nicht so leicht in Tausend Stücke zerbricht.

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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Seine Forscherlaufbahn begann mit dem Fund zweier mittelalterlicher Tonscherben an der Burg Oybin. Als Konschak mit 19 Jahren bei seiner Oma in Strehla lebte, gewann er beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ einen 1. Preis. „Auf meine goldene Jugend-forscht-Nadel bin ich heute noch stolz“, sagt der Geologe. Dieser Wettbewerb bildete für Konschak den Rahmen, die Ergebnisse seiner vielen archäologischen Untersuchungen zu präsentieren. „Und es hat riesengroßen Spaß gemacht“, sagt Konschak heute noch begeistert.

Abenteuer pur

Alle Themen der Vorzeit faszinieren Konschak seit seiner Kindheit: „Man spürt die Geschichte, wenn man alte Stücke anfasst.“ Und so studierte er Geologie: „Sie eröffnete mir eine umfassende Welt. Einfach alles, was man sieht, auf dem man geht, hat mit Geologie zu tun. Das fand ich toll“, schwärmt Konschak. Archäologie habe er vier Semester nebenbei belegt, aber sie erschien ihm damals noch veraltet in ihren Forschungen. Völlig andere Möglichkeiten bot hingegen das Geologiestudium. So konnte er für seine Diplomarbeit mit dem Forschungsschiff „Sonne“ sechs Wochen lang in die antarktische Bransfieldstraße fahren. Dort wurden Bodenproben genommen und Erzvorkommen entdeckt, berichtet Konschak. „Das war Abenteuer pur. Einmal gerieten wir in einen Sturm, und kurz danach war die Antriebswelle ausgefallen. Nicht auszudenken, wenn das während des Unwetters passiert wäre.“ Begeistert erzählt Konschak weiter, wie faszinierend es sei, zu erleben, dass Wasser bei minus zwei Grad Celsius aufgrund des hohen Salzgehaltes nicht friert. Und er erzählt von einer kaum vorstellbaren Ruhe, in der man schon melancholisch werden könnte.

Nach der Diplomarbeit wollte Konschak tiefer in die Materialien sehen und begann seine Dissertation: „Das ist so cool, bei 1 000 Grad in eine Gesteinsschmelze zu schauen und bei hohem Druck zu beobachten, wie sich ein Kohlendioxid-Molekül darin verhält.“ Beendet habe Konschak seine Promotion 2009 am Fraunhofer Institut in Bayreuth.

Hobby bis heute

„Danach hatte ich die Nase von Grundlagenforschung gründlich voll“, sagt Konschak. In der Geologie werde möglichst genau rekonstruiert, wie sich Gesteine unter bestimmten Bedingungen ausgebildet haben. Er wollte nun reale Probleme für die Zukunft lösen. Deshalb widmet sich der Wissenschaftler seitdem der Werkstoffforschung, um bestimmte Eigenschaften neuer Materialien zu erreichen. Dazu denke er sich die Temperatur- und Prozessbedingungen aus, die zur Entstehung beitragen. „Das war noch einmal erheblich bewusstseinserweiternd“, sagt Konschak. Inzwischen habe er auf ganz vielen Gebieten geforscht: angefangen bei keramischen Bremsbelegen über ballistische Schutzkeramiken bis hin zur Leichtbaupanzerung von Fahrzeugen. „Zwei Erfindungsmeldungen habe ich schon gemacht, und es werden noch viele folgen“, sagt Konschak überzeugt.

Die Archäologie betreibt der Forscher als Hobby bis heute. So arbeitete er Anfang 2 000 als ehrenamtlicher Denkmalpfleger im Altkreis Riesa und Großenhain. Wenn er in seine alte Heimat kommt, liebe er es, über die Felder zu laufen und 4 000 bis 8 000 Jahre alte Stücke zu finden.

„Meine Neugier und mein ungebremster Spiel-Forscher-Trieb bestimmen meinen gesamten Werdegang – und „Jugend forscht“ war wohl neben meiner Familie der zweitgrößte Antrieb an meiner Rakete“, resümiert Konschak.