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Von Halle in den Chefsessel

Die neue Geschäftsführerin der Volkssolidarität Antje Klotsch hat ein Faible für den sozialen Bereich. Fürs gute Fotos reist sie um die ganze Welt.

© Lutz Weidler

Von Natasha G. Allner

Döbeln. Antje Klotsch ist seit Januar die neue Geschäftsführerin der Volkssolidarität Regionalverband Döbeln. Damit löst die 48-Jährige Winfried Schneider ab, der dem Verein als Vorsitzender erhalten bleibt: „Dadurch ist ein planvoller, ruhiger Übergang der Geschäfte möglich.“. Sie steht hier 163 Mitarbeitern vor, die hauptsächlich soziale Arbeit in den Bereichen ambulante Pflege, Tagespflege, Hausnotruf, Kindertagesstätten und ambulanter Erziehungshilfe leisten. Die Wahl-Hallenserin freut sich auf ihre neue Aufgabe in dem „sehr gut aufgestellten, grundsoliden und wirtschaftlich starken Verein“. Ziel ist es „gutes Bestehendes fortzusetzen“, vorhandene Angebote weiter auszubauen und durch die nicht einfacher werdenden Rahmenbedingungen sozialer Arbeit zu führen.

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Antje Klotsch greift auf vielfältige Erfahrungen zurück: Seit 2002 ist sie ununterbrochen als Geschäftsführerin im Vereinswesen tätig. Zuvor arbeitete sie auf dem Jugendamt und als Referentin für Jugend und Soziales. Spezialisiert ist sie mittlerweile hauptsächlich auf dem Gebiet der Kranken- und Pflegeversicherung, welches sie beruflich bereits seit der Einführung der Pflegeversicherung 1995/1996 begleitet. Ebenso lange arbeitet sie in Führungspositionen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. „Die Arbeitsfelder der Volkssolidarität Döbeln sind mir also vertraut. Einarbeiten muss ich mich noch in die hiesigen Gegebenheiten.“ Die fachlichen Standards, betriebswirtschaftlichen Herausforderungen und Möglichkeiten bei der Führung gemeinnütziger Arbeit kennt Klotsch im Detail. Ehrenamtlich engagierte sie sich von 2002 bis 2015 als stimmberechtigtes Mitglied des Jugendhilfeausschusses der Stadt Halle (Saale). Dort hat die gebürtige Köthenerin heute ihren Lebensmittelpunkt.

Magister der Soziologie und Rechtswissenschaften

Zunächst studierte Klotsch nach dem Abitur an der Martin-Luther-Universität, schloss als Lehrerin ab. Das Studienende fällt mit der politischen Wende zusammen. „Wir waren der eine Jahrgang, der es mit ‚Lehrer-Schwemme‘ und einem fehlenden dritten Fach zu tun bekam.“ Den beruflichen Wechsel hinterlegte Klotsch später dann noch einmal durch ein zweites Studium, welches sie neben ihrem Beruf organisierte und 2002 als Magister der Soziologie und Rechtswissenschaften abschließt. „Ich investierte sehr viel Zeit, fand es gleichzeitig spannend und absolut notwendig. Zudem gab es Impulse für meine tägliche Arbeit. Learning by doing allein schien mir nicht hinreichend für die verantwortungsvolle Position, in der ich als Geschäftsführerin, zuletzt beim DRK Kreisverband Dessau, immer gestanden habe.

Entspannung findet Antje Klotsch in der Fotografie. Ihre Freizeit verbringt sie mit einer Digitalkamera und fängt vorrangig Landschaften ein: „Menschen nur, wenn die Bilder nicht gestellt sind, als Dokumente des Moments.“ In den Fokus rückt die Hobby-Fotografin aber auch historisch und architektonisch bedeutsame Kulturgebäude, dafür reist sie um die ganze Welt. In diesem Jahr wird es nach Andalusien gehen. Klotsch bezeichnet sich selbst als eine Frau, die voll zu ihrer sozialen Aufgabe steht und die im Zweifelsfall auch „hemdsärmelig“ sein kann. 2013 erlebt sie beispielsweise das Hochwasser aus Sicht des DRK-Katastrophenschutzes und schläft zwei Wochen auf einer Pritzsche in der Geschäftsstelle, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen.