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Von Moskau nach Zeithain

2 000 Kilometer Anreise nimmt ein Russe auf sich, um das Grab seines Vaters zu besuchen.

© Sebastian Schultz

Zeithain. Der Moskauer Ivan Wolynsky hat am Wochenende Zeithain besucht – aus einem einzigen Grund: Sein Vater Fjodor Kressjuk starb am 1. März 1942 im dortigen Kriegsgefangenenlager – aus unbekannten Gründen. Er gehörte zu den Tausenden gefangenen Rotarmisten, die im Winter 1941/1942 Opfer vorsätzlicher Mangelernährung, katastrophaler Unterbringung sowie Epidemien im Lager wurden.

Fjodor Kressjuk hatte bereits als Soldat der polnischen Armee 1939 gegen die Wehrmacht gekämpft. Er stammte aus Wolhynien in Ostpolen, das nach der Teilung Polens durch den Hitler-Stalin-Pakt 1939 von der Sowjetunion annektiert worden war. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion wurde Fjodor Kressjuk erneut eingezogen und kämpfte als Soldat der Roten Armee erneut gegen die deutsche Wehrmacht.

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Anlass für den Besuch seines Sohns in Zeithain am Sonntag war die Gedenkfeier anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers. Die Veranstaltung wurde von der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain, dem Förderverein und der Gemeinde ausgerichtet. Neben Angehörigen waren auch diplomatische Vertreter aus der Russischen Föderation und der Republik Belarus vor Ort. Anschließend eröffnete die Historikerin Dr. Ramona Saavedra Santis die Sonderausstellung „Kriegsgefangene Rotarmistinnen“ in der ehemaligen Lagerbaracke. (SZ)