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Von Trickfilm bis Cybermobbing

Zwei Medienpädagogen drehen mit Schülern Filme und klären über die Gefahren des Internets auf. Dass sie von Döbeln aus agieren, hat einen Grund.

© Jens Hoyer

Von Jens Hoyer

Döbeln. Die beiden sind die neuen Mieter im Haus der Demokratie an der Bahnhofstraße. Unter dem Dach haben sich Vivien Schuhknecht und Johannes Gersten ihr Büro eingerichtet. Sie sind das Personal, das hinter einem Projekt mit dem kryptischen Namen „SAEK mobil“ steht. Praktisch wollen die beiden Medienkompetenz in den verschiedensten Formen unter die Leute bringen.

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SAEK ist die Abkürzung von „Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle“. Die sind eine Initiative der Sächsischen Landesmedienanstalt und seit 20 Jahren im Freistaat Sachsen an acht Standorten, unter anderem in Riesa, angesiedelt. Das SAEK mobil übernimmt die Aufgabe überall dort, wo es noch weiße Flecken gibt, sagte Johannes Gersten. Auf Döbeln fiel die Wahl, weil es mittendrin liegt in Sachsen. Medienpädagoge Gersten, der aus Döbeln kommt, ist zudem schon lange beim Verein Treibhaus aktiv.

Von Döbeln aus werden die beiden Medienpädagogen in den nächsten drei Jahren vor allem zu Schulen ausschwärmen. Sie entwickeln und drehen mit den Schülern Filme, produzieren Hörspiele, Radiobeiträge und Werbespots. Aber es geht auch um solche Probleme wie Cybermobbing, Persönlichkeitsrechte, Datenschutz und Urheberrechte. Und um die Gefahren im Internet. Gersten nennt ein einfaches praktisches Beispiel: „Wenn man schon Nacktfotos von sich verschicken muss, dann kann man auf den Fotos den Kopf weglassen.“

Diese Medienkompetenz wollen die beiden nicht nur an Schüler, sondern auch an Eltern und Lehrer weitergeben. Die Projekte sind auf drei bis vier Tage ausgelegt. „Dabei geht es nicht nur um den Zeitvertreib, sondern darum, dass die Kinder wirklich etwas mitnehmen“, so Vivien Schuhknecht. Die beiden Fachleute bringen die entsprechende Technik mit. Kameras für Film und Foto, Mikrofone, Laptops, Tabletcomputer und Radioreportergeräte. Mit der Technik können professionell Film- und Tonbeiträge produziert werden. Fast noch wichtiger: Vor den technischen Abläufen müssen die Schüler unter Anleitung der beiden Pädagogen eine Idee, eine Geschichte, entwickeln.

Die Themen können die Schulen vorschlagen. „Viele habe schon klare Vorstellungen über die Art des Projektes. Wir beraten aber auch, was zur Zielgruppe passt“, sagte Vivienne Schuhknecht. Wer die beiden für ein Projekt in Anspruch nehmen will, sollte sich aber nicht zu viel Zeit lassen. „Die Nachfrage ist groß und die Lücken im Kalender sind schnell gefüllt. Die Schulen sollten sich schon ein halbes bis ein Jahr vorher melden“, sagte Johannes Gersten.