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Vor Helfern geschämt

Sogar aus Brandenburg sind Monteure nach dem Orkan angereist, um Kabel zu flicken. Dabei mussten sie sich von Anwohnern beschimpfen lassen.

© DA-Archiv/André Braun

Von Heike Heisig

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Roßwein/Niederstriegis. Die Ortschaft Niederstriegis ist bei Orkan „Friederike“ glimpflich davongekommen. Das haben die Ortschaftsräte am Dienstagabend ausgewertet. Einige zeigten sich allerdings enttäuscht von dem einen oder anderen Einwohner. „Sogar aus Brandenburg und der Nähe von Zwickau sind Monteure zu uns gekommen, um zu helfen, Kabel noch vor den nächsten regulären Arbeitstagen zu reparieren“, schilderte Heinz Martin. Diese Männer hätten sich von Ortsansässigen beschimpfen lassen müssen, weil der eine wegen des Stromausfalls die neueste Folge des Bergdoktors verpasste habe, der andere eine Privatschlachtung nicht habe zu Ende führen können. Ein zweiter Ortschaftsrat bestätigte diese für die Ortsvertreter schlimme Situation. „Wir haben uns für die Art und Weise, wie mit den Helfern umgegangen wurde, geschämt“, sagte Heinz Martin.

Der Otzdorfer selbst musste vier Tage lang ohne Strom auskommen. Trotzdem sei die Uneinsichtigkeit der Leute für ihn vollkommen unverständlich. Heinz Martin appellierte an private Hausbesitzer, über den Einbau eines Anschlusses für ein Notstromaggregat und den Kauf derartiger Technik nachzudenken. Er selbst habe das getan, wolle nicht noch einmal längere Zeit ohne Strom leben müssen. Außerdem rief er dazu auf, an den Nächsten zu denken und zu schauen, wie es den Nachbarn geht.

Simone Maul hat von älteren Einwohnern gehört, die sich ohne Strom weniger gut zu helfen wussten, als vielleicht jüngere Leute, die mobil sind und über eine großes soziales Netzwerk verfügen. In solchen Notfällen können Betroffene die Rufnummer der Stadtverwaltung 034322 4660 wählen. Das Telefonat wird nach längerem Klingeln an den Bereitschaftsdienst weitergeleitet, der sich des Problems annimmt – sofern es keine Lappalie ist, so Bürgermeister Veit Lindner (parteilos).