Merken

Für den schönsten Tag

In der Lößnitzstadt heiraten Paare aus aller Welt. Manche buchen schon Räume für 2020. Eine Radebeulerin hat sich auf besondere Kleider spezialisiert.

Von Nina Schirmer
 4 Min.
Teilen
Folgen
Mit viel Liebe zum Detail hat Anni Kreißel ihr Brautmodengeschäft in Altkötzschenbroda eingerichtet. Hier berät sie Kundinnen, die nach einem ausgefallenem, aber eher schlichten Brautkleid suchen.
Mit viel Liebe zum Detail hat Anni Kreißel ihr Brautmodengeschäft in Altkötzschenbroda eingerichtet. Hier berät sie Kundinnen, die nach einem ausgefallenem, aber eher schlichten Brautkleid suchen. © Norbert Millauer

Radebeul. Die Box mit den Taschentüchern steht gleich in Reichweite neben dem Sofa. Denn Tränchen rollen in der Boutique von Anni Kreißel häufiger. Vor Freude, versteht sich. Denn wenn das perfekte Brautkleid gefunden ist, können die Augen schon mal feucht werden. Meistens sind es Freundinnen oder die Mütter, die mit den zukünftigen Bräuten ins Brautmodengeschäft Junika am Anger in Altkötzschenbroda kommen. Die Ehemänner sollen schließlich am Hochzeitstag mit dem Kleid noch überrascht werden.

Ihre Boutique hat Anni Kreißel letztes Jahr im März eröffnet. Entstanden ist die Idee eigentlich aus der Not heraus. Denn für ihre eigene Hochzeit suchte die Radebeulerin lange nach einem passenden Kleid. Kein pompöses Prinzessinnenkleid sollte es sein, sondern ein hippiehafter Look ohne Tüll und Glitzer. Wirklich fündig geworden ist sie nicht. „Das war eine richtige Marktlücke“, sagt die 34-Jährige.

In ihrem eigenen Geschäft hängen deshalb vor allem leichte Brautkleider. „Es gibt tolle Designer, die sehr individuell arbeiten“, sagt Anni Kreißel. Im Geschäft können die Kundinnen die Kleider probieren und anschließend noch Details, wie die Länge der Ärmel oder die Form des Ausschnitts, ändern lassen. 

Die Boutiqueinhaberin kauft ausschließlich Kleider ein, die ein Deutschland und Europa gefertigt wurden. Fairer Handel ist ihr wichtig. Wenn schon sonst ein Großteil der Mode aus Fernost kommt, kann sie ja wenigstens an einem so besonderen Tag wie der Hochzeit in Europa gefertigt sein, findet sie. Die Preisspanne liegt zwischen 700 und 3 000 Euro.

2018 hat das Radebeuler Standesamt 294 Paare getraut. Für dieses Jahr gibt es bisher erst knapp 30 Anmeldungen. Da sollten allerdings noch einige dazu kommen. Die Anmeldungen gelten nämlich immer nur ein halbes Jahr. Freie Termine sind auf jeden Fall noch zu haben, heißt es aus dem Standesamt. 

Deutlich mehr Anmeldungen gibt es schon in den Feierlocations. Radebeul ist ein sehr beliebter Ort für Hochzeitsfeiern. Neben den Einheimischen zieht es auch viele Auswärtige hierher, um den schönsten Tag im Leben zu verbringen. Auf Schloss Wackerbarth haben schon Brautpaare aus ganz Deutschland, aus der Schweiz, Österreich, Frankreich, Norwegen und sogar Kanada und Australien gefeiert. In diesem Jahr werden nach jetzigem Stand mindestens 90 Hochzeiten dort stattfinden, sagt Paula Oschem vom Erlebnisweingut. Täglich kommen neue Anfragen rein, sogar schon für die Folgejahre.

Das erlebt auch Antje Kirsch von der Villa Sorgenfrei. Dort gibt es jetzt schon Buchungen für 2020. „Ich stelle das erste Mal fest, dass so früh schon gebucht wird“, sagt sie. Manche Verliebten planten schon für zwei Jahre im Voraus. Trotzdem gibt es auch für 2019 noch einige freie Termine in der Villa Sorgenfrei. Allerdings eher wochentags, die Samstage sind schon fast alle weg. Einige Paare kommen aber auch mit weniger Vorlauf klar. „Die zum zweiten Mal heiraten, sind meistens entspannter“, sagt Antje Kirsch.

Anni Kreißel vom Brautmodengeschäft Junika empfiehlt in der Regel eine Planungszeit von sechs bis neun Monaten. Neben dem passenden Kleid bietet die gelernte Maskenbildnerin und Fotografin den Kunden auch Brautstyling und Hochzeitsfotografie an, gibt Tipps für den Tagesablauf und empfiehlt andere Dienstleister, die sich vom Blumenschmuck bis zur Torte um alles kümmern.

Um das perfekte Kleid zu finden, ist schon ein bisschen Zeit nötig, sagt die Verkäuferin. Um die zwei Stunden sind die Frauen im Geschäft. Für die Anproben werden Termine vergeben. Die allermeisten Bräute entscheiden sich noch immer für ein langes Brautkleid. Im Trend seien aber auch Zweiteiler. So kann man schlichter auf dem Standesamt sein und abends bei der Feier zu einem pompöseren Oberteil wechseln. Die noch bis vor Kurzem beliebten Blumenkränze auf dem Kopf werden weniger. Die meisten Bräute wollen momentan einen schlichten, klaren Look.

www.junika-weddings.de