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Vorbilder für viele

Der Bundespräsident und seine Frau verabschieden die Paralympics-Auswahl nach Pyeongchang.

© dpa

Mit Unterstützung von allerhöchster Stelle sind die deutschen Behindertensportler zu den Paralympischen Winterspielen in Pyeongchang gereist. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verabschiedete die aus 20 Athleten und vier Begleitläufern bestehende Mannschaft am Sonntag auf dem Frankfurter Flughafen. „Ihr ganzes Land drückt Ihnen die Daumen“, sagte das Staatsoberhaupt. „Die Athleten der gerade zu Ende gegangenen Winterspiele hatten ihr Publikum, und sie hatten sich diese Aufmerksamkeit verdient. Ich wünsche Ihnen das gleiche. Die Paralympics machen vielen Menschen in Deutschland Mut, Außergewöhnliches zu versuchen. Jeder von Ihnen ist Vorbild für viele andere.“

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Die Paralympischen Winterspiele in Südkorea beginnen am Freitag und dauern bis zum 18. März. Zur deutschen Mannschaft gehören unter anderem die querschnittsgelähmte Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber, die 2014 in Sotschi fünf Goldmedaillen gewann, und die Biathletin Andrea Eskau, die in ihrer Karriere auch schon vier Mal bei Sommer-Paralympics im Radsport siegte.

Keiner muss Gold gewinnen

„Wir fliegen mit breiter Brust nach Südkorea. Wir sagen aber nicht: Du musst mit Gold nach Hause kommen“, sagte Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). „Denn wer als Vierter, Fünfter oder Sechster wieder nach Hause kommt, kann von sich sagen: Ich bin der Viert-, Fünft- oder Sechstbeste der Welt. Das können nicht viele von sich sagen.“

Beucher ist seit Jahren einer der profiliertesten Anti-Doping-Kämpfer des deutschen Sports, der auch immer wieder Thomas Bach, den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, für dessen Umgang mit dem massiven Dopingsystem in Russland kritisierte. Bisher verhängte das Internationale Paralympische Komitee auch immer deutlich härtere Sanktionen gegen russische Sportler als das IOC. Doch bei den Paralympics in Pyeongchang dürfen dieses Mal analog zu den Olympischen Winterspielen und zum großen Ärger von Beucher 30 russische Athleten unter paralympischer Flagge starten.

Steinmeier würdigte Beuchers Engagement ausdrücklich. „Der Deutsche Behindertensportverband ist in seiner Haltung gegen Doping vorbildlich“, sagte der Bundespräsident. „Der Sport darf nicht durch Doping und Korruption kaputt gemacht werden. Ich bin froh, dass gerade Ihre Haltung, Friedhelm Julius Beucher, so klar ist.“

Es gibt aber auch im deutschen Team andere Ansichten zum Umgang mit russischen Athleten. „Gerade beim Biathlon sind sehr viele russische Sportlerinnen am Start. Da sie sich sportlich auf allerhöchstem Niveau bewegen, bin ich froh, dass sie dabei sind. Sie werten die Wettbewerbe sportlich sehr auf“, sagte Eskau. „Persönlich bin ich auch nicht der Meinung, dass sie ausgeschlossen werden müssen.“ (dpa)