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Vorfahrt gilt auch ohne Schild

Im Bautzener Musikerviertel sorgen fehlende Verkehrszeichen für Irritationen. Doch die Polizei gibt Entwarnung.

© dpa

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Bautzen. Es ist schon fünf Jahre her, dass im Bautzener Musikerviertel Vorfahrtsschilder abgebaut wurden. Doch das Thema bewegt offenbar immer noch. Damals hatte Anwohnerin Renate Kroschk sich an die Sächsische Zeitung gewandt und auf die Verwirrung um die Vorfahrtsregelung an der Allende-Straße aufmerksam gemacht. Die Stadtverwaltung erklärte den Abbau seinerzeit damit, dass man Schilder einsparen wolle. Kürzlich brachte Renate Kroschk beim Einwohnerforum im Allendeviertel das Thema erneut zur Sprache. Denn ein paar Tage zuvor hatte sie in der SZ gelesen, dass in der Stadt demnächst 70 Verkehrsschilder aufgestellt werden sollen, um neue Tempo-30-Zonen auszuweisen. „Aber bei uns mussten die paar Schilder abgebaut werden“, sagte sie kopfschüttelnd. So komme es nun immer wieder zu heiklen Situationen, weil nicht klar erkennbar sei, wer Vorfahrt hat.

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Aus Sicht der Stadt ist das aber eindeutig, argumentiert Matthias Almert, Abteilungsleiter im Ordnungsamt. Die Vorfahrt sei durch die bauliche Gestaltung klar geregelt. So münden Marschner-, Beethoven-, Schubert- und Bachstraße über einen abgesenkten Bordstein in die Allende-Straße. Laut Paragraf 10 der Straßenverkehrsordnung muss, wer über einen solchen Bord fährt, warten. Die anderen Verkehrsteilnehmer haben Vorfahrt. Da der abgesenkte Bord gut zu erkennen sei, erübrige sich ein zusätzliches Vorfahrtsschild.

Eigentlich müsste an besagten Stellen ja „rechts vor links“ gelten, denn diese Regelung ist generell in Tempo-30-Zonen vorgesehen. Doch das war auch schon vor dem Ausbau der Allende-Straße nicht der Fall gewesen, so Matthias Almert. Grund für diese Ausnahme seien „die sehr verschiedenen Straßenbreiten an den Einmündungen, welche nicht den Eindruck einer Gleichrangigkeit vermitteln, und der öffentliche Nahverkehr“. Die Frage, ob zur Sicherheit vielleicht doch wieder Vorfahrtsschilder aufgestellt werden sollten, verneint Almert. Denn es gebe bei der Unfallauswertung keine Auffälligkeiten.

Das bestätigt auch die Polizei. Die Unfallsituation sei vollkommen unauffällig, so Thomas Knaup, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz. Binnen der zurückliegenden fünf Jahre seien nur sechs relevante Vorfahrtsunfälle entlang der Dr.-Salvador-Allende-Straße festgestellt worden. „Aus unserer Sicht besteht hier kein Problem.“ Die Vorfahrtsregelung sei eindeutig und für jedermann leicht verständlich.