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Vorfreunde auf neue Oberschule

Erstmals fand der Tag der offenen Tür mit der neuen Schulleiterin statt, die noch pendelt. 

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Die große Resonanz freute auch die stellvertretende Schulleiterin Gabriele Mager, die Tuchfühlung mit Haustieren aufnahm; hier mit Lenas Kaninchen.
Die große Resonanz freute auch die stellvertretende Schulleiterin Gabriele Mager, die Tuchfühlung mit Haustieren aufnahm; hier mit Lenas Kaninchen. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Brunhilde spaziert auf ihren langen haarigen Beinen gemächlich an der Glasscheibe entlang, während Jula schwanzwedelnd und neugierig das Treiben im Klassenzimmer verfolgt. Die (ungiftige) Vogelspinne gehört zu Stefanie Renke und deren Sohn Leon und durfte, genau wie Beagle-Hündin Jula, ausnahmsweise mal mit in die Schule gebracht werden, um den Biologieraum anschaulich mit (tierischem) Leben füllen zu können. Lena und Ruven haben ihre Kaninchen mitgebracht, denen es in den per Umbau zu Gehegen umfunktionierten Schulbänken auch sehr gut zu gehen scheint.

Der Mittwoch ist ein ganz besonderer Tag im Alltag der Schule, in der junge „Klimahelden“ Geschichte geschrieben haben und Umweltprojekte sehr erfolgreich umgesetzt wurden. Fast scheint es so, als sei am Mittwochnachmittag ein Großteil der Stadt Lauta in der Schule zugange. Im gesamten Schulgebäude ist ein stetiges Kommen und Gehen zu beobachten; zufriedene Gesichter, lobende Meinungsäußerungen sowie viele Schüler, die offensichtlich sehr gern verschiedene Aufgaben übernehmen, um die Gäste dieses Tages der Offenen Tür zu betreuen. „Das ist ein Markenzeichen unserer Schule. Wenn Höhepunkte auf dem Programm stehen, können wir uns immer auf die Hilfe unserer Schüler verlassen. Und auch die Höflichkeit und der Respekt untereinander spielen bei uns eine sehr große Rolle“, bekundet die stellvertretende Schulleiterin Gabriele Mager.

Und so ist auch die Begrüßung der Gäste seit vielen Jahren eine längst übliche, sehr schöne Geste. Im Empfangsbereich steht auch Lennox. Der Fünftklässler hat mit weiteren Schülern, so wie seine Vorgänger bei Tagen der offenen Tür in vergangenen Jahren, Briefe an die sich heute in Lauta umsehenden Grundschüler geschrieben; schildernd eigene Erfahrungen und Erlebnisse; Zeilen, mittels deren die „Großen“ den jüngeren Kindern die Angst vor der neuen Schule nehmen möchten. Lennox fühlt sich jedenfalls in Lauta sehr wohl. Am meisten gefällt dem Oberschüler die abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung. „Und ich finde die Lehrer nett und lustig, weil wir in einigen Fächern Musik machen oder zum Ende der Stunde ein interessantes, motivierendes Spiel machen dürfen. Das macht sehr viel Spaß.“

Seit der ehemalige Schulleiter Dietrich Matthes im Sommer 2018 in den Ruhestand ging, scheint sich in der Oberschule (bis auf das neue System am schwarzen Informationsbrett) nicht viel verändert zu haben – und das ist unbedingt positiv zu verstehen! Die herzliche, respektvolle Atmosphäre unter Schülern und Lehrern ist gleichermaßen zu spüren und erhalten geblieben. Ein Anliegen, das dem einstigen Schulleiter sehr wichtig war. Die Nachfolgerin von Dietrich Matthes ist Sabine Rost, die Ende November 2018 an die Oberschule Lauta berufen wurde und die Hoyerswerdaer Oberschule „Am Planetarium“ zeitgleich geschäftsführend weiterleitet. „Da ich derzeit zwischen den zwei Schulen pendele, habe ich erst einen groben Einblick in die Schulorganisation und deren Strukturen erhalten können“, schätzt Sabine Rost ein. Dank der aufwendigen Sanierung der Schule im Jahre 2006, bei der neue Klassenräume geschaffen und Fachräume erweitert wurden, seien in Lauta sehr gute räumliche Bedingungen geschaffen worden, von denen die etwa 280 Schülerinnen und Schüler und über zwanzig Pädagogen beim täglichen Unterricht profitieren können.

„Gemeinsam mit allen Beteiligten der Schule wollen wir uns nicht auf Geschaffenem ausruhen, sondern uns weiterentwickeln. Inhaltlich sind die vielen tollen, bereits vorhandenen Aktivitäten auszubauen und nach außen zu kommunizieren“, umreißt Sabine Rost weitere Schwerpunkte der zukünftigen Arbeit, die die Schützlinge beim Übergang von der Grundschule zur Oberschule und von der Oberschule in die Ausbildung oder zu weiterführenden Schulen begleitet. Hier würden sich vielfältige Möglichkeiten anbieten, um den Schülern neben dem Grundwissen noch viel mehr Lebenskompetenzen mit auf den Weg geben zu können. Perspektivisch seien die vorhandenen digitalen Medien zu erneuern und weitere anzuschaffen. Sabine Rost denkt dabei an SMART Boards – oder auch die Anschaffung von iPads in Klassenstärke. Mancher müsse bei der Anwendung neuer Medien im Unterricht noch über seinen eigenen Schatten springen. Für junge Kolleginnen und Kollegen sei das multimediale Arbeiten im Alltag und im Unterricht hingegen schon ganz selbstverständlich geworden. „Auf diese Aufgaben, auf die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen, den Schülern und deren Eltern freue ich mich und hoffe, dass wir gemeinsam die Kinder und Jugendlichen mit Wissen und Kompetenzen so aus der Schule entlassen, dass diese ihre Vorstellungen vom Leben und Arbeiten nach der Oberschule entsprechend verwirklichen können“, ist Sabine Rost optimistisch.