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Meißen

Vorgehen der Winzer war unprofessionell

Peter Anderson über die Entwicklung bei der Weinbaugesellschaft.

Peter Anderson © Fotomontage dpa/SZ

Vor wenigen Tagen fand in Weimar eine hochinteressante Präsentation statt. Mit einer Verneigung vor der wichtigsten Designschule des 20. Jahrhunderts, dem Bauhaus, startete die Premiummarke Werkstück Weimar der in Sachsen-Anhalt beheimateten Agrargenossenschaft Gleina die diesjährige Wein-Saison. 

Die Bauhaus-Edition stellt sich mit blauem Kreis, rotem Viereck und gelbem Dreieck auf den Etiketten vor. Ausgewählt wurden ein Sauvignon Blanc und ein Dornfelder Rosé aus dem jüngsten Jahrgang, der im Herbst 2018 in Kromsdorf bei Weimar gelesen wurde.

Seit vier Jahren gehören die Anlagen in Thüringen zur Agrargenossenschaft Gleina. Diese wiederum ist das größte Mitglied der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut. 

Das Beispiel zeigt: Die Genossenschaft aus Sachsens Nachbarland ist mit ihren Partnern und Verbündeten längst über die Grenzen des eigenen Bundeslandes expandiert. Sie bewirtschaftet auch Flächen in Brandenburg.

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Vor diesem Hintergrund wäre es prinzipiell nicht verwunderlich, wenn das Unternehmen sich gleichfalls in Sachsen engagierte. Warum nicht, wenn hier Flächen frei werden, die kein hiesiger Winzer bewirtschaften kann oder möchte. 

Die beiden Chefs der Winzervereinigung sind allerdings nicht als Beauftragte ihres eigenen Unternehmens nach Sachsen expandiert, sie taten dies eigenen Angaben zufolge als Privatmänner mit dem Ziel, ein lohnendes Investment zu tätigen.

Dass sie dabei gegen die Satzung der Freyburger Genossenschaft verstießen und diesen Schritt erst im Nachhinein sozusagen legalisieren lassen wollten, lässt sich nur als unprofessionell bezeichnen. Insofern ist der jetzt angekündigte Rückzug durchaus konsequent. Es wird jedoch spannend zu beobachten sein, wem dadurch in Sachsen oder nach Sachsen eine Tür geöffnet wird.

E-Mail an Peter Anderson.

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