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Vorm Ansturm auf die Pfefferkuchen

Zwei Tage vor Beginn des großen Pfefferkuchenmarktes, wird in den Pulsnitzer Backstuben noch kräftig geknetet.

Reiner Hanke

Überall in den Fluren, ja in jeder freien Ecke der Pfefferküchlerei Löschner in Pulsnitz stapeln sich schon die Kartons mit frischer Ware. „Es brennt ein bissel die Luft“, sagt der Chef und Innungsobermeister Peter Kotzsch. Zwei Tage vor Beginn des großen Pfefferkuchenmarktes sollte das aber in allen Pfefferküchlereien der Stadt so sein. Dann wird der Meister noch 200 Pfefferkuchen für die Kindergärten in den Ofen schieben. Das tun alle Pfefferküchler. Während des Marktes können Sie von den Besuchern gekauft und selbst verziert werden. Der Erlös kommt den Pulsnitzer Kitas zugute. Ganz zum Schluss sind am Donnerstag die Makronen dran, damit sie besonders frisch und luftig auf den Markt kommen, den elften mittlerweile. Für den Obermeister ein besonderer: Er feiert in diesem Jahr das 200-jährige Jubiläum des Betriebs und wird den Markt erstmals als neuer Innungschef eröffnen. Gemeinsam mit dem Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) und seinem Vorgänger als Obermeister, Lutz Tenne. Seine Worte will er sich ganz spontan am Abend vor dem Markt überlegen und nicht zu lange reden. Es geht schließlich ab Freitag 13 Uhr bis Sonntag um die Pfefferkuchen. Seine Frau Gaby Kotzsch freut sich schon genauso wie der Meister darauf. Hinter den Pfefferküchlern liege ein schwieriges Jahr mit langem Winter und verregnetem Frühjahr, sagt sie. So lief der Verkauf an den Ständen nicht optimal. Mit dem Markt können die Küchlereien endlich finanziell Luft holen: „Es wird wieder knackhart für die Pfefferküchler. Aber, wenn so viele Leute kommen, weil sie unsere Pfefferkuchen mögen, ist das auch ein großes Dankeschön für unsere Arbeit“, sagt sie.

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Zwischen 50.000 und 100.000 Gäste kommen an drei Tagen erfahrungsgemäß. Das ist nicht der einzige Superlativ. Schließlich gibt es die Chance nur einmal im Jahr, sich auf dem Pulsnitzer Markt durch die Spezialitäten der einzelnen Betriebe zu futtern. Mit acht Handwerksmeistern plus Fabrik sind es so viele wie nirgends in Deutschland. Die Tradition ist 500 Jahre alt, und jeder Meister hat seine Spezialitäten. Für Rosinen- und Chili- oder Hanfpfefferkuchen, für Pfefferkuchen mit Dinkel oder Cranberrys nehmen die Besucher sogar Schlangen in Kauf und reisen aus der Ferne an. Bis aus dem Allgäu oder zum Beispiel, um die Stimmung zu genießen. Renner sind die Pulsnitzer Spitzen in allen Variationen.

Der Markt ist für die Pfefferküchler reserviert. Aber in den angrenzenden Gassen bieten 100 Händler ihre Waren feil. Diese haben die Organisatoren aus 400 Bewerbern ausgewählt, die alle nach Pulsnitz wollen, weil der Pfefferkuchenmarkt ein Magnet ist. Eine Chance hat nur, wer zum Pfefferkuchenmarkt passt. Peter Kotzsch: „Ganz besonders romantisch ist es am Abend auf dem Handwerkermarkt um die Kirche mit seinem mittelalterlichen Flair. Die Pfefferkuchen sollen natürlich im Mittelpunkt stehen“, sagt der Obermeister: „Wir sind ein Markt, kein Volksfest.“ Dennoch gibt es rund um den Markt viel zu erleben.

Parkplätze sind knapp

Die Pulsnitzer Innenstadt ist von Freitag 9 Uhr bis Sonntag 22 Uhr für den Straßenverkehr gesperrt. Nach Pulsnitz gelangen die Fahrzeuge aus Richtung Dresden ab Kreisverkehr Eierberg über Lichtenberg. Die Dresdner Straße steht so stadtauswärts zum Parken zur Verfügung. Rund um das Zentrum werden weitere Parkplätze ausgeschildert. Buspendelverkehr gibt es Sonnabend und Sonntag aus Großröhrsdorf. Der Kauflandparkplatz ist aber nur am Sonntag frei für die Pulsnitzbesucher. Sonnabend kann der kleinere Kohleplatz an der Pulsnitzer Straße genutzt werden.

Geöffnet ist der Markt: Fr. 13-20 Uhr; Sa. 9–20 Uhr; So. 10-20 Uhr. Weitere Infos: www.pfefferkuchenmarkt.de