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Vorsicht „Tretminen“!

Auf dem Spielplatz an den Schlegler Teichen sind stinkende Hinterlassenschaften von Vierbeinern entdeckt worden. Es ist nicht der erste Fall dieser Art.

© Jan Lange

Von Jan Lange

Zittau. Frank Sieber kann es nicht verstehen: Das grüne Schild weist klar darauf hin, dass Hunde auf dem Spielplatz an den Schlegler Teichen nichts zu suchen haben. Und doch entdeckt der Ortsbürgermeister überall auf der Wiese kleine Häufchen – stinkende Hinterlassenschaften der Vierbeiner. Auf einem Spielplatz seien solche Tretminen absolut ärgerlich, findet der 66-Jährige. Denn die Kleinen wühlen im Sand oder krabbeln über die Wiese. Und greifen dabei – ganz unabsichtlich – in die Hundehaufen hinein. Deshalb wendet er sich nun an die Öffentlichkeit, um auf den Missstand aufmerksam zu machen.

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Halter von Vierbeinern auf frischer Tat ertappt, hat Ortschef Frank Sieber (CDU) noch nicht. Er sprach aber bereits Hundebesitzer an, ob sie denn eine Tüte für den Kot dabei haben. Da sei in diesen Fällen immer so gewesen. Andere Schlegler berichten dagegen davon, dass ihnen Hundehalter auf Nachfrage dumm gekommen seien. Sie würden doch Hundesteuer zahlen, so die Rückantwort. Diese Steuer ist aber nicht dafür gedacht, jedem Hundebesitzer die Kothaufen seiner Vierbeiner wegzuräumen, meint der Schlegler Ortsbürgermeister. Mit seinen Amtskollegen aus den anderen Ortschaften ist er sich darin einig.

Sie haben derartige Fälle bei sich ebenfalls schon erlebt. So hatte sich Pethaus Ortsbürgermeister Andreas Nietsch (Freie Wählervereinigung) im vergangenen Herbst über die stinkenden Hinterlassenschaften auf dem örtlichen Spielplatz öffentlich im Stadtanzeiger beklagt. „Ihr habt Verantwortung für euren besten Freund übernommen, diese hört aber nicht beim Füttern mit Leckerlis vorne auf, sondern geht am ‚anderen Ende‘ weiter“, schrieb Nietsch damals an die unbekannten Hundefreunde.

Werden Hundehalter erwischt, wie sie den Kot ihrer Vierbeiner nicht beseitigen, wird das als Ordnungswidrigkeit geahndet. Die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes kontrollieren die Spielplätze im Stadtgebiet auch wegen möglicher Verschmutzungen durch Hundekot, erklärte Zittaus Pressesprecher Kai Grebasch nach dem Vorfall in Pethau. Auf frischer Tat ertappt haben die städtischen Kontrolleure im Vorjahr aber keine Hundebesitzer.

Dass es Einzelfälle sind, kann man nicht behauptet. Auch in Drausendorf gab es wiederholt Probleme mit Hundekot auf dem Spielplatz. Hirschfeldes Ortsbürgermeister Bernd Müller (FUW) fordert die Drausendorfer auf, selber ein wachsames Auge zu haben, wenn Spaziergänger mit Hunden die Kothaufen nicht wegräumen. Einige Zeit seien keine Häufchen mehr entdeckt worden, sagt der 75-Jährige. Aber in den letzten Monaten gebe es hin und wieder derartige Entdeckungen, so Müller weiter. Es sei aber nicht mehr so extrem wie in der Vergangenheit.

Und selbst wenn die Hundehalter den Kot einsammeln, ist das keine Garantie, dass er ordentlich entsorgt wird. Manchmal wird der eingelesene Kot einfach über den nächsten Zaun geworfen. Während die betroffenen Anwohner den Hundekot wegräumen, bleibt er an den Schlegler Teichen liegen. Denn die freiwilligen Helfer des Teichevereins, die immer für Ordnung gesorgt haben, gibt es nicht mehr. Der Verein hat zum Jahresende seine Auflösung beschlossen. Der städtische Eigenbetrieb Kommunale Dienste mäht zwar das Gras an den Schlegler Teichen und repariert auch Bänke und Tische, aber jeden Tag den liegengebliebenen Hundekot wegräumen können die Mitarbeiter nicht.

Frank Sieber will deshalb die Schleglerin Gisela Baude, die sich seit Kurzem um die Sanitäranlagen an den Teichen kümmert, bitten, immer mal wieder rund um den Spielplatz nach dem Rechten zu schauen und Kothaufen gegebenenfalls wegzuräumen.

Eines muss Schlegels Ortschef auch einräumen: Nicht alle Kothaufen stammen von Hunden. Einige haben die Schwäne hinterlassen. Das hat er nach einem Geruchstest festgestellt.