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Bautzen

Vorspiel mit großer Geste

Für das Sommertheater in Bautzen werden Kleindarsteller gesucht. Sonnabend fand dafür ein Casting statt. Leider gab es zu wenige männliche Bewerber.

Große Geste: Lisa-Marie Brumme kennt sich aus mit dem Theaterspielen. Sie gehört der Theatergruppe der Oberschule Malschwitz an. Jetzt strebt sie auf die große Bühne. © Carmen Schumann

Bautzen. Hat Lisa-Marie eine Chance, die Rolle des „Schrapnells“ zu ergattern? Zumindest kann sie sich Hoffnungen machen. Auch wenn die Bezeichnung wenig schmeichelhaft ist, denn als Schrapnell bezeichnet man eine unattraktive Frau.

Das „Schrapnell“ ist eine der Nebenfiguren im neuen Sommertheaterstück des Theaters in Bautzen. „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“, das am 20. Juni auf der Ortenburg Premiere feiert. Neben den Profis werden auch diesmal wieder zahlreiche Laien auf der Bühne agieren. Das Problem: Da das Anfang der 80er-Jahre in Ost-Berlin spielende Stück ein Jugend-Drama ist, werden vor allem junge Kleindarsteller gebraucht. Deshalb rief Intendant Lutz Hillmann, der auch Regie führt, zu einem Casting auf. Junge Leute zwischen 16 und 25, die Lust auf Theater haben, sollten sich am Sonnabend auf der Probebühne einfinden.

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An Bewerbern mangelte es nicht: Rund 20 junge Leute hatten den Mut dazu. Jedoch war das Verhältnis etwas unausgewogen: 18 Mädchen standen nur zwei junge Männer gegenüber. Das verursachte dem Intendanten ein Stirnrunzeln, denn er kann höchstens zehn Rollen an Mädchen vergeben. Mindestens genauso viele Jungen werden gebraucht, die unter anderem als NVA-Soldaten über die Bühne marschieren sollen. In der Hoffnung, dass sich doch noch männliche Bewerber finden, hat Lutz Hillmann ein weiteres Casting für den 12. April angesetzt.

Eine besondere Prüfung

Alle Bewerber mussten zunächst zeigen, dass sie sich bühnengerecht bewegen können. Denn als Kleindarsteller werden sie vor allem für die Tanzszenen gebraucht. Kenner des Sommertheaters wissen, dass solche Massenszenen vor allem was fürs Auge sind. In Gruppen zu fünf Personen sollten die jungen Leute sich zu Musik aus den 1980er-Jahren bewegen. „Ihr müsst mutig sein, dürft euch nicht verstecken“, spornte der Intendant einige der noch etwas schüchternen Bewerberinnen an. 

Da manche der Kleindarsteller-Rollen auch doppelt besetzt werden, dürfen sich sicher fast alle der Bewerberinnen Hoffnung machen, am Ende ihren großen Auftritt zu bekommen. Und natürlich stehen die Chancen auch für den 15-jährigen Thabo Döhler und den 19-jährigen Johann Olenitsch sehr gut. Die beiden einzigen Jungs unter den Bewerbern, die beide das Schiller-Gymnasium besuchen, durften am Schluss des Castings noch dableiben und eine Szene improvisieren. 

Auch Lisa Hantschke, Lilly-Sophie Opitz und Lisa-Marie Brumme hatten sich noch besonderen Prüfungen zu unterziehen. Die drei Mädchen kamen in die engere Auswahl für die Rolle des „Schrapnells“. Gemeinsam ist ihnen, dass sie nicht ganz gertenschlank sind. Das „Schrapnell“ bildet nämlich den Gegenpol zu der von allen Jungs umschwärmten Hauptdarstellerin Miriam. In die Waagschale zu werfen hatten alle drei ihre Erfahrungen mit dem Theaterspielen.

Sprung auf die Theaterbühne

Lisa Hantschke, mit 26 die Älteste, war in ihrer Schulzeit in der Theater-AG der Sorbischen Mittelschule und spielte in „Robin Hood“ einen fetten Mönch. Lilly-Sophie Opitz besucht das Sorbische Gymnasium und spielt im Sorbischen Kinder- und Jugendtheater mit. Die 16-Jährige stand auch schon mit der Kindertanzgruppe des Sorbischen National-Ensembles auf der Bühne. 

Lisa-Marie Brumme, ebenfalls 16 Jahre alt, spielt seit ihrer Grundschulzeit Theater und war erst kürzlich beim Schüler-Welttheatertag mit ihren Freunden von der Theatergruppe der Oberschule Malschwitz mit von der Partie. Dass sie viel Freude am Theaterspielen hat, kam schon sehr glaubwürdig rüber. Ob sie den Sprung auf die Sommertheater-Bühne geschafft hat, wird man ab 20. Juni sehen können.

Das Casting am 12. April beginnt um 17 Uhr. Treff ist am Eingang zur Probebühne.