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Vorübergehend Football-Helden

Die Dresden Monarchs können erstmals als Nordmeister die Play-offs erreichen. Doch es gibt auch ein Negativ-Szenario.

© Robert Michael

Von Alexander Hiller

Das Grundgefühl ist ein sehr gutes. Doch nach dem letzten regulären Heimspiel der Normalrunde müssen die Erstliga-Footballer der Dresden Monarchs irgendwie auch ins Grübeln kommen. Der Grund dafür liegt in einer sehr verzwickten Tabellenkonstellation zwischen den drei führenden Teams aus Braunschweig, Dresden und den Berlin Rebels.

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Denn zunächst mal erledigten die Sachsen am drittletzten Spieltag in der Normalrunde der German Football League souverän ihre Hausaufgaben. Vor gut 2 000 Zuschauern im Heinz-Steyer-Stadion begnügten sich die Gastgeber mit einem hochkonzentriert heruntergespulten Viertel. Den zweiten der vier Durchgänge entschieden die Monarchs gegen den Tabellenfünften, die Cologne Crocodiles aus Köln, mit 17:0 für sich. Die Vorentscheidung in diesem Duell, dass das Team von Trainer Ulrich Däuber letztlich sicher, aber ohne Glanz mit 24:7 (17:0) gewinnt.

Abrutschen auf Rang drei möglich

„Wir haben das erreicht, was wir erreichen wollten, haben unser Soll erfüllt“, erklärte Däuber ziemlich unaufgeregt nach der Partie. „Damit haben wir uns in eine Situation gebracht, in der wir bis zum letzten Spieltag um den Nordmeister-Titel in unserer Staffel mitspielen können“, sagt er. Denn der Tabellenzweite hat damit zwar seine Position verteidigt, die Gemengelage an der Tabellenspitze verkompliziert haben aber die Berlin Rebels.

Das Team aus der Hauptstadt, dass vor zwei Wochen in einer hochdramatischen Schlussphase bei den Dresden Monarchs mit 18:20 verlor, setzte sich am Sonnabend überraschend auch im zweiten Duell gegen Spitzenreiter Braunschweig durch – mit 23:11. Schon das Hinspiel hatten die Rebels mit 26:21 gewonnen. Für den elffachen deutschen Meister, der nebenher auch mal so eben Europacupsieger 2018 geworden ist, sind das die bislang einzigen Saisonniederlagen.

Also kommt es nun in zwei Wochen am 9.  September zum Endspiel um den Staffelsieg zwischen Braunschweig und Dresden. Der Sieger sichert sich in jedem Fall den Nordtitel und damit das Heimrecht im Play-off-Viertelfinale gegen den Vierten der Südstaffel. „Nordmeister sind wir in unserer Vereinsgeschichte noch nie geworden, aber wir arbeiten darauf hin“, versichert Däuber. Der Verlierer dieser Partie rutscht noch auf Rang drei ab – immer vorausgesetzt, Berlin erledigt zum Ende der Saison seine zwei Pflichtaufgaben gegen Schlusslicht Hamburg und den Tabellenvorletzten Hildesheim. Sollte es zwischen Braunschweig und den Monarchs ein im Football seltenes Remis geben, bleibt die Reihenfolge in der Tabelle unverändert.

Gegen Hildesheim müssen am kommenden Wochenende erst mal die Monarchs ran. Die Fokussierung darauf fällt angesichts der Tabellensituation sicher nicht ganz leicht, wird von Däuber aber vehement eingefordert. „Erst mal müssen wir uns um Hildesheim kümmern“, stellt er klar und ergänzt: „Natürlich denken wir im Trainerstab schon ein bisschen weiter.“ Nämlich bis zum Duell mit dem übermächtig erscheinenden Kontrahenten. „Das Wochenende hat uns wieder einmal gezeigt, dass auch Braunschweig schlagbar ist und nicht unantastbar“, sagt Däuber.

Seine Mannschaft hatte im Heimspiel relativ ernüchternd und deutlich mit 24:44 verloren. Das kann und soll sich ändern. „Es geht mehr um uns als um den Gegner. Wenn wir das abrufen, was wir momentan spielen können, dann können wir auch Braunschweig schlagen“, betont der Trainer kämpferisch.

Ob er in der Schlussphase der Meisterschafts-Normalrunde auf Runningback Yazan Nasser zurückgreifen kann, ist noch ungewiss. Der deutsche Nationalspieler musste sich nach dem Abpfiff unter Tränen den linken Knöchel mit einem dicken Eisbeutel kühlen. „Noch“, sagte der Trainer am Sonntagnachmittag, „weiß ich nichts Definitives.“ Ein Einsatz am kommenden Wochenende ist zumindest unwahrscheinlich. Nasser hatte sich auf der anspruchsvollen Runningback-Position zuletzt mit dem Briten Glenn Toonga abgewechselt.