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Feuilleton

Vorwürfe gegen Plácido Domingo

Feuchte Küsse, Telefonterror, Missbrauch: Neun Künstlerinnen klagen den Opernstar an, übergriffig gewesen zu sein. Der Sänger sieht das ganz anders.

Opernstar Placido.
Opernstar Placido. © Lisi Niesner/EPA/dpa

New York. Schwere Verdachtsfälle des sexuellen Missbrauchs gegen Opernstar Plácido Domingo: Die Nachrichtenagentur AP hat ein Dossier veröffentlicht, in dem acht Sängerinnen und eine Tänzerin detailliert über Vorfälle seit den späten 80er-Jahren berichten. Danach soll Domingo sie intim berührt und geküsst habe.

Die Frauen behaupten, Domingo habe ihnen in Opernhäusern aufgelauert, ihnen mit Telefonanrufen nachgestellt und bei Zurückweisung seiner Annäherungen mit der Zerstörung ihrer Karrieren gedroht. Bei einer Frau sei es in Folge solcher Nötigungen zweimal zum Geschlechtsverkehr gekommen, wonach Domingo ihr zehn Dollar gezahlt habe. Nicht damit sie sich, so der Bericht, als Prostituierte fühle, sondern die Parkgebühren bezahlen könne. Acht der neun Frauen legten Wert auf ihre Anonymität. Einzig die Mezzosopranistin Patricia Wulf, heute 61 Jahre alt, steht namentlich zu den Vorwürfen gegen den Achtundsiebzigjährigen.

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Keine der Frauen konnte Dokumente für die Vorfälle vorlegen. Die Datierungen seien aber von AP überprüft und durch Hotelbuchungen sowie Besetzungspläne bestätigt worden. Zudem gäbe es Aussagen von Kollegen, die ähnliche Verhaltensweisen beobachtet hätten. Domingo weist die Vorwürfe zurück: Er gehe davon aus, dass alle Beziehungen einvernehmlich gewesen wären, entschuldige sich aber dafür, falls er Menschen gekränkt oder bei ihnen Unbehagen verursacht haben sollte. (SZ)

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