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Radeberg

Bald mit der Bahn von Radeberg nach Hoyerswerda

Wie in Corona-Zeiten das Bahnfahren auch in der Region wieder attraktiver werden soll.

Die Regiobahn soll bald Radeberg mit Hoyerswerda verbinden.
Die Regiobahn soll bald Radeberg mit Hoyerswerda verbinden. © René Plaul

Die Seenlandbahn hat es in den vergangenen Wochen wieder mal gezeigt. Sie ist wichtig. Die von Dresden über Radeberg und Kamenz nach Senftenberg führende Verbindung wurde bei den Fahrten von Urlaubern und Einheimischen intensiv genutzt, wenn es zuletzt auch einige Misstöne gab. Denn an manchen Orten wie etwa in Pulsnitz fanden Fahrgäste keinen Platz mehr in der kleinen überfüllten Bahn. Kapazitätsprobleme seien daran schuld gewesen, so Christian Schlemper, Pressesprecher beim Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Aber ein Einsatz von zwei Triebwagen auf der Seenlandbahn sei derzeit nicht möglich, wegen der kurzen Bahnsteige in Straßgräbchen-Bernsdorf und Wiednitz. An diesem Wochenende fährt die Seenlandbahn zum letzten Mal in dieser Saison gen Senftenberg. Vermutlich dürfte es dann erneut eng werden.

Reaktivierung alter Strecken?

Ob und wie es mit dieser Verbindung im kommenden Jahr ins Lausitzer Seenland weitergeht, ist noch offen. Aber die Tatsache, dass die Seenlandbahn in den Sommermonaten so intensiv genutzt wurde, könnte bei der kommenden Bewertung dieses Projekts eine nicht unerhebliche Rolle spielen.

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Am Beispiel der Seenlandbahn sieht man auch, dass in diesem Jahr im Bereich des VVO wieder deutlich mehr Menschen auf die Bahn setzen. Das konnte man bereits zu Vor-Corona-Zeiten beobachten. So gibt es seit einiger Zeit Überlegungen beim Verkehrsverbund, stillgelegte Bahnstrecken wieder zu reaktivieren. Im Bereich des VVO gibt es sechs dieser Streckenabschnitte, darunter die Verbindung zwischen Dürrröhrsdorf und Arnsdorf sowie die von Kamenz nach Senftenberg. Letztere war vor zwölf Jahren für den Personenverkehr stillgelegt worden. Seitdem verkehren auf diesem Abschnitt nur Güterzüge und in den Sommermonaten die Seenlandbahn. Die Strecke von Dresden über Radeberg, Kamenz und Senftenberg nach Hoyerswerda auszuweiten, das ist etwas, was sicher auch wichtig sei, erklärt der VVO-Pressesprecher. Denn, so Schlemper weiter, viele Dresdner ziehe es doch seit Jahren ins Umland, da brauche man so eine Verbindung. Schlemper sagt, dass die Auslastung der R 34, die von Dresden über Radeberg nach Kamenz fährt, in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sei.Auf jeden Fall sei dieser Abschnitt im Strukturstärkungsgesetz verankert. Wann da allerdings erste Maßnahmen getroffen werden, um diese Verbindung wieder ins Leben zu rufen, das hänge vom Ministerium für Regionalentwicklung ab, so Schlemper. Beim VVO möchte man jedenfalls den ländlichen Raum künftig stärker an die Landeshauptstadt anbinden und dabei rücken dann auch stillgelegte Trassen in den Blickpunkt.

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Nachholbedarf wegen Streckenstilllegungen?

Stillgelegte Bahnstrecken in Deutschland wieder fit zu machen, das strebt man auch beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Allianz pro Schiene an. Die Verbände weisen darauf hin, dass in Deutschland 123 Städte und Gemeinden nicht an den Personenverkehr der Bahn angebunden sind. Mit der Neubelebung stillgelegter Bahnstrecken könnten bundesweit mehr als drei Millionen Menschen wieder ans Schienennetz angebunden werden. So ließen sich 238 Strecken mit insgesamt 4.016 Kilometern Länge wieder nutzen. Wie hoch das Fahrgastpotenzial auf der Strecke zwischen Radeberg und Hoyerswerda sein wird, könne man derzeit nicht sagen, das müsse man noch in einer Untersuchung ermitteln, sagt Schlemper.

Seit 1994 wurden in Sachsen 577 Kilometer Gleis stillgelegt, fast 22 Prozent des damaligen Streckennetzes. Nur knapp 63 Kilometer kamen seitdem neu hinzu – meist in Dresden, Leipzig und in den Speckgürteln der beiden Großstädte. In Sachsen sind noch 2.131 Kilometer Schienenstrecke der Deutschen Bahn und ihrer Töchter vorhanden. Besonders die Lausitz sowie die Landkreise Zwickau und Erzgebirge waren in den vergangenen Jahren von Stilllegungen betroffen. Oft sind die Gleise noch erhalten, könnten mit wenig Aufwand wieder in Betrieb gehen. Die Verbindung von Radeberg nach Hoyerswerda zumindest ist eine, die im Hinblick auf den anstehenden Strukturwandel in der Lausitz, gute Chancen hat, das Lausitzer Seenland näher an die Dresdner Region rücken zu lassen.

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