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E-Golf-Produktion wird hochgefahren

Die Diskussion um Fahrverbote und die Dieselkrise kurbelt den Verkauf von Elektroautos in Deutschland an. In der Gläsernen Manufaktur gibt es deshalb bald eine zweite Schicht und noch viel weitreichendere Pläne.

© kairospress

Nora Miethke

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Dresden. Die Diskussion um Fahrverbote und die Dieselkrise kurbelt den Verkauf von Elektroautos in Deutschland an. Die Neuzulassungen haben sich im Oktober und September im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Der meistverkaufte Stromer war im September der e-Golf von VW.

E-Golf wird in der Manufaktur gebaut

Die Nachfrage wächst so stark, dass die Mitarbeiter in der Gläsernen Manufaktur in Dresden mit der Produktion nicht hinterherkommen. Ab März 2018 soll deshalb eine zweite Schicht eingeführt werden, wie die SZ aus internen Kreisen erfuhr. Ein Manufaktur-Sprecher wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht äußern. Derzeit werden in Dresden täglich 35 e-Golfs gefertigt, dann wären es 70 Fahrzeuge pro Tag. Dadurch wird es möglich, dass ein Großteil der Fertigungsmitarbeiter, die vorübergehend im Werk Zwickau arbeiten, zurückkehren kann. Etwa 250 Produktionsmitarbeiter sind bereits wieder da. Insgesamt stehen auf dem Lohnzettel der Manufaktur 500 Mitarbeiter. Ob es dabei bleibt trotz steigender Nachfrage nach e-Golfs , ist jedoch ungewiss. Der VW-Markenvorstand hat in dem 2016 verabschiedeten Zukunftspakt auch „Anpassungsmaßnahmen“ bei der Beschäftigung in den sächsischen Werken verlangt.

Die zweite Schicht könnte den Eventbereich in der Gläsernen Manufaktur weiter beflügeln, wenn von 6 bis 22 Uhr produziert wird und bei Abendveranstaltungen hinter Glas die Karosserien hin und her schwenken. Das war das letzte Mal im Jahr 2011 der Fall, als die Phaeton-Produktion ihren Rekord erreichte.

Aber das ist nicht die einzige Veränderung, die VW in Sachsen plant. Laut einem Medienbericht soll das Werk in Zwickau ein reiner Standort für den Bau von E-Autos verschiedener Konzernmarken werden. Laut einem Medienbericht könnte der Aufsichtsrat am Freitag die dafür notwendigen Investitionen bewilligen. Im Gegenzug sollen laut dem Bericht die Produktionen von Passat und Golf in die Werke Wolfsburg und Emden verlagert werden.

Im sächsischen Wirtschaftsministerium begrüßt man die sich anbahnenden Entscheidungen. „Eine zweite Schicht für die Gläserne Manufaktur wäre ein gutes Zeichen für Dresden. Damit würde VW sein Versprechen halten, dass die Produktionsmitarbeiter zurück an den Standort Dresden kommen“, so Wirtschaftsminister Martin Dulig. Bezüglich der Pläne für Zwickau meint er: „Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Ich bin auf die Entscheidung am Freitag sehr gespannt – für die Region Zwickau im Besonderen, aber auch für den gesamten Automobilstandort Sachsen.“ Er geht davon aus, dass eine solche Entscheidung den Standort Sachsen im Konzern langfristig stärken würde.