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VW will nicht mehr Rallye-Weltmeister werden

Der Wolfsburger Autobauer dominierte das Geschehen zuletzt. Weltmeister Ogier sucht nun einen neuen Arbeitgeber.

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© dpa

Von Jörg Mebus

Volkswagen setzt auch im Motorsport massiv den Rotstift an: Der vom Dieselskandal gebeutelte Weltkonzern hat am Mittwoch seinen Rückzug aus der Rallye-WM angekündigt. Selbst die Seriensiege von Weltmeister Sébastien Ogier und Co. waren für die Wolfsburger kein Argument mehr zum Bleiben: Die Rennserie WRC muss am Ende der laufenden Saison den Ausstieg ihres Zugpferdes verkraften.

„Die Marke Volkswagen steht vor gewaltigen Herausforderungen. Mit dem anstehenden Ausbau der Elektrifizierung unserer Fahrzeugpalette müssen wir all unsere Anstrengungen auf wichtige Zukunftstechnologien konzentrieren“, sagte Entwicklungsvorstand Frank Welsch: „In der WRC haben wir unsere sportlichen Ziele weit übertroffen, nun werden wir Volkswagen Motorsport neu ausrichten und auch dort die Fahrzeugtechnik der Zukunft stärker in den Mittelpunkt rücken.“ Am vergangenen Wochenende hatte VW in Großbritannien vorzeitig den vierten Hersteller-Titel in Folge gewonnen.

Konkret will VW eine Ausweitung der Aktivitäten im Rallyecross mit dem Beetle GRC prüfen. Im Gegensatz zur klassischen Rallye fahren in dieser Serie kleine Gruppen von Rennwagen Sprintrennen gegeneinander. „Gleichzeitig wird Volkswagen verstärkt im Kundensport Flagge zeigen“, sagte Welsch. Damit leistet die Abteilung Motorsport ihren Beitrag zum Sparprogramm, dem sich der Konzern wegen des Dieselskandals und dessen Folgen zwangsweise unterziehen muss.

In der vergangenen Woche hatte sich VW-Tochter Audi aus der Langstrecken-WM zurückgezogen und damit auch den legendären 24 Stunden von Le Mans den Rücken gekehrt. Die Ingolstädter steigen dafür in die Elektro-Serie Formel E ein. „Das Rennen um die Zukunft tragen wir elektrisch aus“, sagte der Audi-Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler.

Für das überaus erfolgreiche VW-Rallye-Team ist das Rennen in Australien Mitte November das letzte. Die WRC muss in der kommenden Saison mit Citroen, Hyundai, Ford und Rückkehrer Toyota auskommen, vor allem Ex-Arbeitgeber Citroen und Toyota werden als neue Ogier-Arbeitgeber gehandelt. Der Franzose selbst äußerte sich bei Facebook: „Mir tut es so leid für mein fantastisches Team, wir hatten vier herausragende Jahre“, schrieb der 32-Jährige und machte seinen Fans Hoffnung: „Keine Sorge, wir sehen uns wieder.“ (sid)