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Wachau lässt Lärm messen

Die Gemeinde erarbeitet einen Aktionsplan gegen Krach. Zunächst soll ein Büro die genauen Werte ermitteln.

Thomas Drendel

Die Gemeinde Wachau will verstärkt gegen Lärm vorgehen. Das sagte jetzt Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU). Ziel ist es, die Belastung der Bürger Schritt für Schritt zu senken. „Dazu müssen wir erst einmal wissen, wie hoch der Schallpegel in den einzelnen Ortsteilen ist, wo er über den zulässigen Grenzen liegt.“ Dazu soll zunächst die Lärmbelastung in der Gemeinde genau erfasst werden. „Wir sind dabei, Angebote von entsprechenden Ingenieurbüros einzuholen. Anschließend wollen wir eins beauftragen, das die Lärmbelastung in allen Orten der Gemeinde ermittelt.“ Anschließend wird ein Aktionsplan erarbeitet, sagt der Bürgermeister. Nach Angaben von Kathleen Liebschner, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung, sind besonders die Ortsteile Seifersdorf, Feldschlößchen und Leppersdorf betroffen. „Durch sie führen stark befahrene Straßen.“ Bisher werden nach ihren Worten die Lärmquellen nur separat betrachtet. „Entweder es geht nur um die Emissionen der Autobahn oder nur von Firmen. Jetzt soll in der Lärmkartierung alles zusammengefasst werden.“ Mit diesem Papier in der Hand hat die Gemeinde die Möglichkeit, Lärmschutzmaßnahmen zu fordern. „Wir können dann auf einer seriösen Grundlage argumentieren“, sagte Künzelmann. Einen ersten Schritt hatte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) gemacht. Die Behörde legte zu Beginn des Jahres eine neue Lärmkarte vor. Untersucht haben die Fachleute Straßen, auf denen mehr als 8200 Autos pro Tag fahren. Der Lärm wurde aus Kostengründen allerdings nicht gemessen, sondern berechnet. Neben Lärmwerten von Autos und Lkw flossen unter anderem Angaben zum Straßenbelag oder zu Steigungen in die Berechnungen ein. An Steigungen dröhnen Motoren ja bekanntlich lauter. Die Computer des Landesamtes wurden außerdem mit Angaben der Einwohnermeldeämter gefüttert.

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Nach Angaben des LfULG werden Geräusche ab 55 Dezibel am Tag als Lärm eingestuft. Lärm über 65 Dezibel ist gesundheitsschädlich. „Werden die Werte dauerhaft überschritten, dann kann es zu Stresssymptomen kommen wie Schlafstörungen und Bluthochdruck. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, steigt“, sagt Lärmexperte Andreas Rink vom Landesamt. Nach den LfULG-Berechnungen sind in der Gemeinde Wachau Anwohner vor allem durch Lärm von der Autobahn gefährdet. Rund 205 Menschen sind betroffen, viele leiden sogar unter gesundheitsgefährdendem Lärm. In Ottendorf-Okrilla sind besonders viele Anwohner betroffen. Besonders Menschen, die an der B 97 und an der Autobahn wohnen, leiden unter Lärm. Nach Angaben des Landesamtes sind das mehr als 1000. Für 120 von ihnen erreicht der Pegel gesundheitsgefährdende Ausmaße.