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Bürgermeister weist Kritik zurück

In der Diskussion um eine Fusion von Großnaundorf, Lichtenberg und Wachau kam zuletzt Kritik aus Pulsnitz. Der Wachauer Bürgermeister kann das nicht nachvollziehen.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

Wachau. Die Kritik war heftig: In der Diskussion um die Fusion von Großnaundorf, Lichtenberg und Wachau hatte sich zuletzt die Pulsnitzer Bürgermeisterin Barbara Lüke zu Wort gemeldet. Lichtenberg und Großnaundorf sind mit Pulsnitz in einer Verwaltungsgemeinschaft verbunden. Die Fusion würde die Trennung der beiden Orte von der Stadt bedeuten.Bisher wurde bestenfalls über Pulsnitz geredet, so Barbara Lüke: „Wir wurden noch nie offiziell einbezogen, aber sollen zustimmen? Das passt nicht zusammen“, sagte sie. Sie stimmt dem Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) zu, dass es zwischen Kamenz und Radeberg eine starke Mitte geben müsse. Mit einer Dreierfusion Großnaundorf, Lichtenberg und Wachau sei das aber nicht erreichbar.

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Das Ergebnis wären zwei kleine Gemeindeverbünde: Pulsnitz und die Dreiergemeinde. Letztere würde auf 6 500 Einwohner kommen, zu klein, um langfristig bestehen zu können. Deshalb wäre mit der Dreierehe letztlich auch der Weg für die Eingemeindung nach Radeberg vorgezeichnet, schätzt die Pulsnitzer Rathauschefin ein. Der Wachauer Bürgermeister widerspricht dieser Ansicht vehement. „Das Dreierbündnis hätte eine ausreichende Größe. Sachsen verfolgt das Ziel, Gemeinden mit einer Größe von 5 000 bis 10 000 Einwohnern zu bilden. Diese Marke würden wir sicher erreichen.“ Die nächsten 20 bis 30 Jahre wäre man dann vor Eingemeindungen sicher. „Was in 50 oder 100 Jahren passiert, das kann heute noch niemand sagen“, erklärte Veit Künzelmann. Auf der anderen Seite hätte Pulsnitz mit Steina und Ohorn weiter eine gute Größe. „Das Stadtrecht wäre gesichert.“

Auch kann der Bürgermeister die Aussage nicht nachvollziehen, dass man nicht miteinander spräche. „Sowohl Landratsamt, Innenministerium als auch wir Bürgermeister haben schon mit ihr über das Thema gesprochen. Den Vorwurf kann ich nicht verstehen“, sagte er.

Bewohner sollen zu Wort kommen

Auf einer Einwohnerversammlung in Wachau sollen jetzt die Bewohner zu Wort kommen. „Wir laden alle Interessenten für Donnerstag, den 19. Oktober zur Diskussion ein“, sagt er. Der Ort und der genaue Zeitpunkt werde noch bekannt gegeben. Dabei soll über den Stand und die Modalitäten einer Fusion informiert werden. Die Einwohner sollen ihre Bedenken und ihre Vorschläge nennen. „Wir wollen wissen, was sie in dem Zusammenhang bewegt.“ Später wird der bereits angekündigte Bürgerentscheid stattfinden. „Sprechen sich die Einwohner dafür aus, werden die Fusionsgespräche vorangetrieben, sind sie dagegen, wird es keinen Zusammenschluss geben. Das Votum der Einwohner ist für uns bindend“, sagt der Wachauer Bürgermeister. Die genauen Termine stehen noch nicht fest.

Hintergrund der Fusionsbestrebungen ist die Vorgabe des Freistaates, ab 2025 nur noch Kommunen finanziell zu unterstützen, die mehr als 5 000 Einwohner haben. Wachau als einzelne Gemeinde verfehlt diese Marke mit rund 4 500 Einwohnern knapp. In der Gemeinde Lichtenberg leben rund 1 600 Menschen und in Großnaundorf etwa 1 000 Einwohner. Wachaus Bürgermeister möchte die beiden Nachbarkommunen als gleichberechtigte Partner ins Boot holen und mit ihnen eine ländliche Großgemeinde schmieden. Seit mehreren Jahren wird über das Projekt diskutiert. Vergangenes Jahr hatten die drei eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet.

Eine Einwohnerversammlung zum Thema ist in Wachau für den 19. Oktober geplant.