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Wachauer Schlosspark entsteht neu

© Thorsten Eckert

Der Entwurf geht auf Pläne von 1891 zurück. Das Projekt kostet eine halbe Million Euro.

Von Thomas Drendel

Wachau. Das soll ein Park sein? Wer in diesen Tagen durch den Wachauer Schlosspark schlendert, wird aus dem Staunen nicht herauskommen. Jahrelang war das Gelände zugewachsen. Wo bis vor Kurzem noch Unkraut und Büsche wucherten, ist jetzt blanke Erde zu sehen. Nur noch wenige Bäume stehen auf dem Areal. „Die Pflanzen, die wild gewachsen waren, sind jetzt alle entfernt. Wenn in einigen Wochen die Pflanzzeit beginnt, dann kommen die neuen Sträucher und Bäume in die Erde“, sagt der Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU). Nach seinen Worten bleiben alle Bäume, die bei Spendenaktionen vor einigen Jahren gepflanzt worden sind, erhalten. „Wir müssen nur diejenigen umsetzen, die quasi auf den Wegen stehen würden.“ 2012 hatten Wachauer aufgerufen, Geld für eine Wiederbepflanzung des Parkes zu spenden. Dabei kamen rund 4 500 Euro zusammen. Außerdem meldeten sich zahlreiche Baumpaten, die die Pflanzung eines bestimmten Gewächses unterstützten. Bei einer Pflanzaktion kamen vierzig Bäume und zwanzig Sträucher in die Erde.

Als zweite Veränderung fällt beim Spaziergang auf: Die Wege, wie sie in den historischen Plänen verzeichnet sind, wurden wieder angelegt. Noch schlängeln sich zwar nur Schotterbahnen zwischen den Bäumen hindurch, zum Abschluss der Parksanierung werden sie mit Sand bedeckt. „Das ist dann die letzte Arbeit, bevor die Bänke aufgestellt werden.“ Veit Künzelmann rechnet damit, dass die Arbeiten noch in diesem Sommer abgeschlossen sind. „Ich denke, im Juli oder August könnte der Park dann übergeben werden.“ Er war bei dem Tornado zu Pfingsten 2010 verwüstet worden. Zahlreiche Bäume knickten um. Seitdem gibt es Bestrebungen für einen Wiederaufbau. So rief bereits vor sieben Jahren die Offene Bürgerliste (OBL) zur Wiederaufforstung auf.

Beleuchtung gibt es keine

Die Landschaftsgärtner halten sich bei der jetzigen Sanierung strikt an die historischen Vorgaben des Gartenbaumeisters Max Bertram. Er hatte den Park 1891 entworfen und detailliert festgehalten, wo Wege verlaufen und die einzelnen Pflanzen stehen. Festgelegt ist jetzt unter anderem, dass es an den Eingängen Zufahrts-Barrieren geben wird. Im Park befinden sich mehrere Sitzgruppen. Von dort werden Blickachsen zur Wachauer Kirche oder zum Schloss freigehalten. Eine in früheren Plänen enthaltene Beleuchtung wurde gestrichen. Auch ein vorgeschlagener Reitweg fand nicht die Zustimmung der Denkmalschützer. Neu angepflanzt werden rund 50 Bäume, vor allem Buchen, Linden und Eichen. Groß ist die Menge der benötigten Sträucher. Etwa 1 600 Stück werden neu gepflanzt. Das sind vor allem die Alpen-Johannisbeere und die Gemeine Schneebeere.

Im Zuge der Parksanierung wird auch die historische Brücke über den Kirchteich wieder in Ordnung gebracht. Sie stammt vermutlich aus England. Sie soll aus Anlass einer deutschlandweiten Ausstellung nach Hamburg dann nach Dresden verschifft worden sein. Nach der Ausstellung wollte man sich den Rücktransport sparen und suchte Käufer. Der Wachauer Schlossherr Gustav Adolf Gotthelf Kühne erwarb das Bauwerk und ließ es nach Wachau bringen. Der Leipziger Kaufmannssohn hatte 1883 das Schloss gekauft. Im Sommer vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass der Park erheblich teurer wird als vorgesehen. Nach Angaben von Veit Künzelmann steigen die Kosten für den Wiederaufbau erheblich von rund 420 000 Euro auf etwa 550 000 Euro.