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Wackers Geschäfte florieren

Viele der Anlagen laufen bereits an der Kapazitätsgrenze. Deshalb investiert der Konzern erneut 30 Millionen Euro.

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© SZ-Archiv/Thomas Kretschel

Von Antje Steglich

Nünchritz. Die Aussichten für den Nünchritzer Standort der Wacker Chemie AG sind rosig. „Die Geschäfte sind in diesem Jahr sehr gut gelaufen. Es gibt derzeit eine weltweit sehr starke Nachfrage nach Silikonen, Polymeren und Polysilizium“, sagte Werkleiter Gerd Kunkel während des traditionellen Nachbarschaftsgespräches. Der Konzernumsatz werde 2017 voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen, so die Prognose. Und das spiegele sich auch in Nünchritz wider. „Die Anlagen laufen zum Teil an der Kapazitätsgrenze“, so Gerd Kunkel.

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Gute Nachrichten hatte Werkleiter Gerd Kunkel beim diesjährigen Besuch der Nachbarn – die Wacker Chemie AG investiert weiterhin kräftig in ihren Nünchritzer Standort.
Gute Nachrichten hatte Werkleiter Gerd Kunkel beim diesjährigen Besuch der Nachbarn – die Wacker Chemie AG investiert weiterhin kräftig in ihren Nünchritzer Standort. © Lutz Weidler

Seit 1999, als Wacker das Nünchritzer Chemiewerk übernahm, sei die Produktionsmenge auf das 23-Fache angestiegen, im Vergleich zu 2016 konnte in diesem Jahr immerhin eine Steigerung um ein Prozent erreicht werden – trotz vieler revisionsbedingter Anlagenabstellungen unter anderem im Bereich der Polysilizium-Produktion. „Das ist insgesamt eine gute Leistung“, so das Fazit des Werkleiters.

Der Schwerpunkt der Investitionen liege wie auch im vergangenen Jahr auf der Optimierung und Erweiterung der bestehenden Anlagen, sagte Gerd Kunkel. Nach 20 Millionen im Vorjahr unter anderem für die Aufstockung einer der riesigen Reaktionskolonnen, die Erweiterung des Wareneingangs oder die Kapazitätserhöhung der Silikon-Kautschuk-Herstellung werde sich das Investitionsvolumen in diesem Jahr auf etwa 30 Millionen Euro summieren.

So soll mit einer Vielzahl kleinerer Maßnahmen die Polysiliziumproduktion optimiert werden, indem beispielsweise Engpässe beseitigt und die Anlagenverfügbarkeit erhöht werden, erklärte Gerd Kunkel. Ebenfalls optimiert werden soll auch der Produktionsverband der Silikone, indem zum Beispiel die Tanklager für Hilfsstoffe und Zwischenprodukte erweitert werden – so wurden erst im September zwei riesige Tanks zur Lagerung für Methylchlorid per Schwerlasttransport angeliefert (SZ berichtete).

Direkt am Werkzaun an der Meißner Straße entsteht derzeit außerdem eine neue Lagerhalle für Packmittel, die der Kapazitätserweiterung der Kartuschenabfüllung diene. Gebaut werde auch an der Zentralwerkstatt des Werkes, dort laufe gerade die zweite Stufe des Neubaus. Der Zwischenbau, in dem einmal unter anderem die Ventilwerkstatt einziehen soll, werde voraussichtlich im dritten Quartal nächsten Jahres bezugsfertig sein, kündigte der Werkleiter an.

Zu den aktuellen Großprojekten gehöre zudem wie auch in den vergangenen Jahren die stetige Verbesserung der Energieeffizienz des Werkes. So will man in Nünchritz verschiedene Maßnahmen zur Dampferzeugung mittels Energierückgewinnung sowie zur Nutzung von Niederdruck-Dampf umsetzen.

Außerdem soll auch die eigene Erzeugung von Stickstoff weiter vorangetrieben werden. Nachdem so bereits im Vorjahr die Anlieferung von 400 Lkw mit Flüssigstickstoff eingespart werden konnte, soll die Anlieferung in diesem Jahr um weitere 400 Lkw reduziert werden. Das entlaste nicht nur die Straßen, sondern erhöhe gleichzeitig auch die Sicherheit, so der Werkleiter.

Die Mitarbeiterzahl sei im Vergleich zu 2016 leicht auf aktuell 1 514 inklusive 80 Auszubildende gestiegen. Dazu kämen täglich bis zu 600 Mitarbeiter von Fremdfirmen, die auf dem Werksgelände unter anderem im Rohrleitungsbau tätig sind. Der Gesamtumfang der Lieferungen und Leistungen für das Werk von außen summieren sich in diesem Jahr laut Gerd Kunkel auf etwa 407 Millionen Euro. Drei Prozent davon bleiben in Nünchritz.