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Sachsen

Wälder haben deutliche Frostschäden

Erst Borkenkäfer und Trockenheit, dann Spätfröste im Frühjahr - Sachsens Wälder sind in schlechtem Zustand. Vor allem eine Baumart ist betroffen.

Die Trockenheit ist ein Problem in Sachsens Wäldern.  Im Frühling sind vor allem junge Laubbäume durch Spätfrost geschädigt worden.
Die Trockenheit ist ein Problem in Sachsens Wäldern. Im Frühling sind vor allem junge Laubbäume durch Spätfrost geschädigt worden. © Symbolbild/Patrick Pleul/dpa

Dresden. Kalte Nächte im Mai mit Temperaturen um den Gefrierpunkt haben den ohnehin geschwächten Wäldern in Sachsen enorm zugesetzt. Rund 7.500 Hektar Fläche seien durch die Spätfröste geschädigt worden, teilte der Staatsbetrieb Sachsenforst am Donnerstag unter Berufung auf eine aktuelle Auswertung der Waldschutzexperten mit. Dabei handelt es sich um die größten Frostschäden in den Wäldern seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1991. Im vergangenen Jahr hatte die Fläche betroffener Bäume noch bei rund 320 Hektar gelegen.

Braun verfärbte Blätter oder Nadeln, erfrorene Triebe: Vor allem empfindliche junge Bäume zeigen deutliche Spuren. Erwischt hat es mit 88 Prozent der Schäden vor allem Laubbäume wie junge Eichen oder Rotbuchen, aber auch Weißtannen weisen vielerorts Frostschäden auf. Die größten Schäden verbuchte der Sachsenforst im mittleren Erzgebirge auf einer Fläche von rund 2.000 Hektar sowie in der Gegend um Leipzig auf rund 1.500 Hektar.

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"Der Spätfrost hat in diesem Jahr wirklich enorm zugeschlagen", sagte Landesforstpräsident Utz Hempfling. Das erlebe man nur einmal in einer Förster-Generation. Der Sachsenforst-Chef gab sich besorgt: "Wir haben derzeit genug mit den Folgen von Stürmen, Trockenheit und Borkenkäfer zu kämpfen."

Der Klimawandel verringere die Gefahr von Spätfrösten nicht, erklärte Hempfling - im Gegenteil: "Hohe Temperaturen im zeitigen Frühjahr lassen die Bäume früh austreiben. Die Spätfröste treten aber weiterhin auch im späten Frühling auf. Das erhöht die Gefahr erheblich." Besonders ärgerlich sei es, dass vor allem junge, in den vergangenen Jahren gepflanzte Bäume betroffen seien - meist Laubbäume. Gerade diese seien aber wichtig für die Wälder, um sich an den Klimawandel anzupassen.

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Zudem sind die vom Spätfrost geschädigten Bäume anfälliger und reagieren empfindlicher auf Trockenheit. Der Sachsenforst rechnet auch mit Auswirkungen auf die Ernte von Waldfrüchten. "Insbesondere von Eichen und Rotbuchen werden zur Wiederbewaldung und für den Waldumbau große Mengen an hochwertigem Saatgut von heimischen Bäumen benötigt", betonte Hempfling. Die kommenden Wochen werden zeigen, in welchem Maß der Frost der Blüte der Waldbäume in diesem Jahr geschadet hat. (dpa)

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