merken

Wärme aus dem Schulkeller

Eine neues Blockheizkraftwerk beheizt nicht nur die Grundschule Ost. Mit ihm lassen sich Baukosten sparen.

© André Braun

Von Jens Hoyer

Döbeln. Die große Maschine im Keller der Grundschule Döbeln Ost schweigt, denn Wärme wird gerade nicht benötigt. Seit Juli arbeitet hier ein Blockheizkraftwerk. Oder eben nicht. „Es ist wärmegeführt“, sagte Stadtwerkechef Gunnar Fehnle. Wird es kalt in der Schule und einigen Wohnhäusern in Döbeln Ost, dann springt der Motor an. Er erzeugt neben Wärme elektrischen Strom, welcher ebenfalls in Döbeln verbraucht wird.

Anzeige
Sommer, Sonne, Sonnencreme
Sommer, Sonne, Sonnencreme

Hier erfährst Du welchen Schutz und welche Pflege Deine Haut in den heißen Monaten wirklich braucht.

Die seniorengerechten Wohnungen an der Lommatzscher Straße, die Grundschule samt Sporthalle und der Wohnpark der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt werden vom Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt. Die WG Fortschritt hatte die ehemalige Leninschule umgebaut. Durch die Verbindung mit dem Blockheizkraftwerk musste die Wärmeisolierung nicht ganz so aufwendig ausfallen. „Man muss nicht auf Teufel komm’ raus Häuser isolieren. Dann lieber den Wirkungsgrad der Heizung erhöhen“, sagte Gunnar Fehnle.

Das neue Blockheizkraftwerk ist ein Verbrennungsmotor, an dem ein Generator hängt. Das Ganze steckt in einem schallisolierendem Gehäuse. Der Wirkungsgrad ist hoch: 92 Prozent der Energie, die im Erdgas steckt, wird in Wärme und Strom umgewandelt. Die älteren Heizkessel stehen auch noch im Keller. Sie werden zusätzlich angeworfen, wenn es draußen mal knackig kalt ist. Ihr Wirkungsgrad liegt bei nur etwa 80 Prozent.

Mittlerweile haben die Stadtwerke einige ressourcenschonenden BHKW laufen. In Döbeln in den Heizhäusern Döbeln Nord und Döbeln Mitte, in Großweitzschen für Schule und Kita. Und in Roßwein wird das Pflegeheim Berta Börner mit umweltfreundlicher Wärme versorgt.

Allein rund 18 Prozent der in Döbeln erzeugten Elektroenergie stammt aus Blockheizkraftwerken. Dazu kommen noch rund fünf Millionen Kilowattstunden Elektroenergie aus Photovoltaikanlagen und – je nach Windjahr – sechs bis neun Millionen Kilowattstunden Strom aus Windkraftanlagen. Auch an wind- und sonnenreichen Tagen könne fast die gesamte Energie im Stadtgebiet verbraucht werden, sagte Fehnle. Insgesamt kommen rund 35 Prozent des in Döbeln verbrauchten Stroms aus BHKW und alternativen Quellen.

Im Stadtbad betreiben die Stadtwerke innerhalb eines Pilotprojektes zwei Brennstoffzellen, die ebenfalls Wärme und Strom aus Erdgas erzeugen. Die Geräte hätten sich, bis auf kleine Probleme, bewährt. „Für den Kleinverbraucher sind sie aber nicht wirtschaftlich“, sage Fehnle.