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Wärme für die Hafencity

© Sven Ellger

Jetzt wird die Leipziger Straße zum Nadelöhr. Tausende neue Wohnungen müssen angeschlossen werden.

Von Peter Hilbert

Die Drewag baut ihr Fernwärmenetz weiter aus. Bis Ende 2019 soll eine neue Trasse von der Marienbrücke bis zum ehemaligen Sachsenbad führen und so die Hafencity und Pieschen anschließen. Gruppenleiterin Uta Gedrich ist für die Ausbau-Strategie, Abteilungsleiter Egbert Hennig für Planung und Bau zuständig. Die Fachleute der Drewag Netz erläutern, dass durch diesen Anschluss 2 500 Wohnungen mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt werden. Dadurch werden in Dresden jährlich über 3 200 Tonnen Kohlendioxid weniger in die Luft geblasen.

Der Auftakt: Erste Häuser in der Hafencity angeschlossen

Dieses Jahr wird die einen Kilometer lange Trasse vom Elberadweg an der Marienbrücke zur Leipziger Straße, Höhe Gothaer Straße, und weiter zur Erfurter/Gehestraße fertig. Nötig ist das, um das dort geplante Gymnasium ans Fernwärmenetz anschließen zu können. Die Arbeiten hatten 2017 begonnen. Sie haben sich verzögert, da das Genehmigungsverfahren und die Abstimmungen mit Behörden länger dauern. In der Hafencity errichtet der Bauträger USD mehrere Häuser mit rund 350 Wohnungen. Zur sanierten einstigen Melkus-Villa und zu einem Neubau am Arzneimittelwerk sind bereits Leitungen verlegt.

Die Großbaustellen: Baustellenampel stoppt Verkehr auf der Leipziger Straße

Ab diesem Montag ist die Leipziger Straße zwischen der Gothaer und der Erfurter Straße eine Baustelle, sagt Abteilungsleiter Hennig. Auf dem 200 Meter langen Stück werden bis April die Fernwärmeleitungen verlegt. Deshalb gibt es nur noch eine Fahrspur in jede Richtung. An der Einmündung zur Gothaer Straße steht jetzt eine Baustellenampel, die den Verkehr auf der Leipziger stoppt und die Ausfahrt aus der Nebenstraße ermöglicht. Von April bis September dieses Jahres setzen die Trassenbauer dann ihre Arbeit auf der Erfurter bis zur Gehestraße fort.

Am Sachsenbad arbeitet bereits ein kleines Blockheizkraftwerk, das rund 800 Wohnungen versorgen kann. Bis dorthin wird die Trasse verlängert, um das sogenannte Inselnetz an das zentrale Fernwärmesystem anzuschließen. Die großen Aktionen sollen bis Ende 2019 geschafft werden. Allerdings wird es bis 2021 dauern, um auch die Leitungen in die kleinen Pieschener Nebenstraßen zu legen.

Der Tunnel: Direktverbindung zum Löbtauer Heizkraftwerk

Die Drewag plant außerdem, dass Pieschen einen Direktanschluss ans Löbtauer Heizkraftwerk Nossener Brücke erhält. Dort wird ein Großteil der Fernwärme produziert. Für die Trasse soll ab Ende dieses Jahres Dresdens erster begehbarer Elbtunnel gebaut werden. Allerdings nur für Spezialisten, die Leitungen und Armaturen überprüfen oder instand setzen müssen.

Der Mickten-Plan: Mit neuen Leitungen Wärme für 2 000 Wohnungen

Groß im Kommen ist auch Mickten. Südlich des Elbeparks um die Sternstraße sollen rund 2 000 neue Wohnungen entstehen. Dort wurde mit dem Leitungsbau begonnen, um die Neubauten ans Blockheizkraftwerk Lommatzscher Straße anschließen zu können. Vorgesehen ist außerdem, eine Verbindung zum zentralen Netz zu bauen. Dabei will die Drewag gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ab diesem Jahr wird bis 2021 eine 110-Kilovolt-Hochspannungstrasse von Kaditz bis zur Gehestraße gebaut. In das Projekt wollen sich die Fernwärmebauer mit einklinken.

Die Insellösung: Blockheizkraftwerke für königlichen Wohnpark

Noch bis 2020 bleibt die Straße des 17. Juni in Leuben eine Baustelle. Dort werden alte Rohrbrücken über der Fahrbahn durch neue Leitungen unter der Erde ersetzt. Zudem werden bestehende Wohngebiete ans Fernwärmenetz angeschlossen. Im vergangenen Jahr wurden 145 Anschlüsse gebaut.

Dort, wo sich ein Anschluss ans zentrale System nicht lohnt, baut die Drewag weitere Inselnetze. Eins davon entsteht bis Mitte dieses Jahres auf dem Gelände des einstigen Wachwitzer Weidner-Sanatoriums. Im Königspark entstehen 94 Wohnungen in Alt- und Neubauten. Die Drewag installiert ein Blockheizkraftwerk, das Mitte dieses Jahres betriebsbereit ist.