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Wärterhäuschen bekommt Notdach

Erwin Feurer will den Leisniger Bahnhof wieder verkaufen. Dennoch setzt er sich weiter für dessen Erhalt ein.

© Dietmar Thomas

Von Frank Korn

Leisnig. Der Mann im roten Overall ist schon von Weitem zu erkennen. Es ist Erwin Feurer, der Besitzer des Leisniger Bahnhofs. Gemeinsam mit einem befreundeten Dachdecker und dessen Mitarbeiter hat er das Weichenwärterhäuschen am westlichen Ende des Bahnhofsgeländes von Gerümpel befreit und den Efeu, der außen am Gebäude gewachsen war, entfernt.

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Das völlig eingefallene Dach soll im Anschluss eine Notsicherung erhalten. „Ich habe Balken besorgt, die wir auf dem Dach befestigen. Mit Platten wird das Ganze dann abgedeckt“, sagt Erwin Feurer. Das Häuschen sei ebenso wie der Bahnhof 150 Jahre alt und es wert, erhalten zu werden. In den nächsten Wochen und Monaten wolle er das Gebäude dann Schritt für Schritt sanieren.

Noch vor einem Jahr hatte der Schweizer eine Initiative zur Rettung des Weichenwärterhäuschens ins Leben rufen wollen (DA berichtete). Doch es ist wie mit dem Rufer in der Wüste. Niemand hat sich bei ihm gemeldet, sodass er die Sache nun selbst in die Hand nimmt.

Ob und wie es mit dem Bahnhof weitergehen soll, weiß Feurer nicht. Er hatte schon vor einem reichlichen Jahr bekundet, dass er ihn wieder abgeben will. Doch bisher hat sich kein Interessent gemeldet. Feurer gibt offen zu, dass die Sanierung seine Kräfte übersteigt. Immer wieder habe er gegen Vandalismus anzukämpfen.

Zuletzt wurde das Gerüst an der Westseite des Bahnhofsgebäudes abgebaut und zu großen Teilen abtransportiert. „Nur einige Aufbauelemente stehen noch in einer Ecke. Die haben die Diebe wohl nicht gleich mit fortbekommen“, vermutet er. Als Sicherungsmaßnahme hat der Besitzer das Dachfenster im Gebäude instand setzen lassen.

Trotz aller Rückschläge, die er hinnehmen musste, ist Feurer davon überzeugt, dass der Bahnhof zu den bedeutenden und erhaltenswerten Kulturgütern der Stadt gehört. „Er ist die Eingangspforte zur historischen Altstadt. Das muss in die Köpfe und vor allem in die Herzen der Leisniger“, appelliert Feurer. Leisnig habe großes Potenzial, mit der Burg Mildenstein und dem Kloster Buch habe die Stadt berühmte Sehenswürdigkeiten.

Zum 150-jährigen Jubiläum des Bahnhofs Ende Oktober wird es aus der Sicht von Erwin Feurer keine große Feier geben. Er hat sich mit Bürgermeister Tobias Goth (CDU) darüber unterhalten. Der bestätigt das, sagt aber auch, dass noch keine konkreten Pläne vorliegen. „Wir sind noch in der Findungsphase. Vielleicht bietet sich ein Tag der offenen Tür an“, so der Bürgermeister.

Derweil hat der Schweizer eine neue Vision entwickelt. Er könne sich vorstellen, dass zwischen Bahnhofsgebäude und Weichenwärterhäuschen sechs oder acht Einfamilienhäuser gebaut werden. „Ich will einfach zeigen, was möglich sein kann. Konkrete Pläne dazu habe ich ausgearbeitet und werde sie bei der Stadtverwaltung einreichen“, sagt Feurer.