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Waffenexporte 2016 erhöht

© Thomas Frey/dpa

Weltweite Krisen und eine verbesserte Haushaltslage in Europa feuern das Geschäft mit dem Tod wieder an. Mehr als zwei Drittel der Rüstungseinnahmen gehen an amerikanische Unternehmen.

Weltweite Krisen und eine verbesserte Haushaltslage in Europa feuern das Geschäft mit dem Tod wieder an. Nach jahrelangem Rückgang sind die Verkaufszahlen für Waffen erstmals seit 2010 wieder angestiegen. Von 2015 auf 2016 um 1,9 Prozent. Das ergab der am Montag veröffentlichte Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes (Sipri).

Seit 2002 ist der Umsatz für Waffen demnach sogar um 38 Prozent angestiegen. Insgesamt wurde 2016 weltweit Tötungsausrüstung im Wert von 321,9 Milliarden Euro verkauft. Das ist mehr als das Zehnfache der gesamten Staatsausgaben von Bangladesch.

Dabei versorgen vor allem die USA die Welt mit Waffen, mit einem Anteil am Gesamtumsatz von 57,9 Prozent. US-Unternehmen verzeichneten eine vierprozentige Verkaufssteigerung von 2015 zu 2016. US-Auslandseinsätze, inländische Modernisierungsprojekte, aber auch der gesteigerte Export in andere Länder sind dafür verantwortlich. Der weltgrößte Rüstungskonzern aus den USA, Lockheed Martin, steigerte seine Verkäufe 2016 gar um 10,7 Prozent.

Die Verkäufe westeuropäischer Rüstungskonzerne lagen 2016 fast unverändert zum Vorjahr bei 77,7 Milliarden Euro. Während französische und italienische Firmen einen Umsatzrückgang erlitten, steigerten britische (plus 2 Prozent) und vor allem deutsche Rüstungsfirmen (plus 6,6 Prozent) ihre Verkäufe. Der deutsche Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann steigerte seine Umsätze um 12,8 Prozent. Die unter anderem Waffen und Munition herstellende Rheinmetall erhöhte ihre Verkäufe um 13,3 Prozent. Deutsche Firmen kamen auf einen Anteil von 1,6 Prozent.

Russische Rüstungsunternehmen verzeichneten 2016 eine Umsatzsteigerung von 3,8 Prozent. Die Erhöhung fiel damit geringer aus als in den Vorjahren. 2016 verkauften russische Konzerne laut Sipri Waffen für 22,6 Milliarden Euro. Damit stehen sie für 7,1 Prozent der weltweit verkauften Waffen. (SZ-Korr./anw)