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So hat Sachsen gewählt

Bei der Europawahl dominiert die AfD, bei der Kommunalwahl die CDU. Alle Ergebnisse und Informationen noch einmal zum Nachlesen im Ticker.

Von Fabian Deicke & Mirko Jakubowsky & Ulrich Wolf & Daniel Krüger
 50 Min.
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Gespannt werden im Dresdner Rathaus am Sonntagabend Zwischenergebnisse der Stadtratswahl verfolgt. Ausgezählt ist bislang aber immer noch nicht.
Gespannt werden im Dresdner Rathaus am Sonntagabend Zwischenergebnisse der Stadtratswahl verfolgt. Ausgezählt ist bislang aber immer noch nicht. © René Meinig

Neben dem EU-Parlament wurden am 26. Mai je nach Wohnort bei der Kommunalwahl auch Stadt-, Gemeinde-, Ortschaftsräte sowie Kreistage in Sachsen gewählt. In 13 Städten und Gemeinden wurden zudem Oberbürgermeister beziehungsweise Bürgermeister gewählt.  Alle bislang bestätigten Ergebnisse sehen Sie auf unserer ➡ Wahlergebnis-Seite ⬅ 

Europawahl

Die AfD ist bei der Europawahl in sieben der zehn Landkreise die stärkste Kraft und sie lag auch in den kreisfreien Städten Dresden und Chemnitz vorn. Insgesamt erreichte die AfD bei der Europawahl 25,3 Prozent in Sachsen. Die CDU kam auf 23,0 Prozent. 

Kommunalwahlen

Anders als bei der Europawahl haben sich die Wähler bei den Kreistagswahlen eher für die CDU entschieden. Demnach hat sich die Union in acht von zehn Landkreisen als stärkste Kraft durchgesetzt. Allerdings musste sie im Vergleich zur vorherigen Wahl deutliche Stimmverluste hinnehmen. Im Kreis Bautzen liegt sie mit der AfD gleichauf, im Kreis Görlitz lag die AfD vor der CDU. 

Für die drei Großstädte im Land zeichnet sich auf kommunaler Ebene ein unterschiedliches Bild ab: In Leipzig gewannen die Linken die Stadtratswahl mit einem vorläufigen Endergebnis von 21,4 Prozent. Allerdings verschlechterten sie sich im Vergleich zur Wahl 2014 - damals holte sie 24,2 Prozent. Linke, Grüne und SPD haben im Leipziger Stadtrat eine Mehrheit.

Die CDU konnte in Chemnitz die Stadtratswahl mit einem vorläufigen Endergebnis von 19,9 Prozent für sich entscheiden. Auf Platz zwei lag die AfD mit 17,9 Prozent.

In Dresden bleibt die Zusammensetzung des Dresdner Stadtrates vorerst unklar. Ein vorläufiges Endergebnis wird es wohl erst am 11. Juni geben. Grund sind nach Angaben der Stadt Verzögerungen beim Auszählen der Stimmzettel. Sechs der 365 Urnenwahlbezirke wurden bisher noch nicht ausgezählt.

Bürgermeisterwahl in Görlitz

Die AfD hat die Oberbürgermeisterwahl vom 26. Mai mit 36,4 Prozent gewonnen, die für einen Durchmarsch nötige absolute Mehrheit aber verpasst. Kandidat Sebastian Wippel geht am 16. Juni in Runde zwei. Der Zweitplatzierte Octavian Ursu von der CDU will - mit 30,3 Prozent im Rücken - kämpfen und tritt ebenfalls am 16. Juni ab.

In unserem Ticker können Sie die Entwicklungen seit Schließung der Wahllokale nachlesen.  Alle bislang bestätigten Ergebnisse sehen Sie auf unserer ➡ Wahlergebnis-Seite ⬅ .

Der Ticker zum Nachlesen

17:34 Uhr: Liebe Leser, an dieser Stelle beenden wir den Ticker. 

17:20 Uhr: Die Ergebnisse der Europawahl 2019 stehen fest. Nun fragen sich sicherlich viele: Wie haben die Menschen in meiner Stadt oder meiner Gemeinde abgestimmt? Das zeigt unsere interaktive Karte. Um zu dieser zu gelangen, klicken Sie

15:00 Uhr: Die Dresdner werden sich wohl noch länger auf ein Endergebnis ihrer Stadtratswahlen gedulden müssen. Und zwar viel länger: Frühestens am 11. Juni wird ein Ergebnis vorliegen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, muss der Gemeindewahlausschuss zunächst klären, warum aus den noch fehlenden sechs Stimmbezirken keine Daten vorliegen. Denn das ist noch unklar. Denkbar ist etwa, dass die Auszählung aufgrund der vorgerückten Stunde abgebrochen wurde oder auch, dass Ergebnisse schlicht nicht an die Zuständigen gemeldet wurden. Erst am 11. und 12. Juni tritt der Wahlausschuss für die Kommunalwahlen öffentlich zusammen und darf auch erst dann die fehlenden Stimmen auszählen und letztlich präsentieren. Das gilt nicht nur für die Stadtratswahl, sondern auch für die Ortschaftsratswahlen und die Stadtbezirksbeiratswahlen. 

14.10 Uhr: Ex-AfD-Chefin Frauke Petry sieht im Abschneiden ihrer ehemaligen Partei bei der Europawahl in Sachsen keinen Erfolg. Bei der Bundestagswahl 2017 hätte die AfD 27 Prozent im Land geholt, nun seien es gut 25 Prozent. "Das entkräftet, dass die AfD stärker geworden ist", sagte sie am Montag in Dresden. Die Blaue Partei, zu der Petry heute gehört, war nicht zur Europawahl in Sachsen angetreten. "Wir konzentrieren uns auf die Landtagswahl, das ist für uns entscheidend", so die Politikerin.

12.02 Uhr: Die Grünen haben ihr gutes Abschneiden bei der Europawahl in Sachsen als starken Rückhalt für die Landtagswahl am 1. September bezeichnet. Sie bekamen am Sonntagabend 10,3 Prozent der Stimmen und damit so viele wie noch nie. Das Ergebnis zeige, dass die Grünen im Freistaat auch zweistellige Resultate schaffen könnten, sagte Parteivorsitzende Christin Melcher am Montag in Dresden. 

11.45 Uhr: Der sächsische AfD-Chef Jörg Urban sieht seine Partei bei den Wählern endgültig etabliert. "Wir sehen, dass die AfD in Sachsen schon lange keine Protestpartei mehr ist", sagte Urban am Montag in Dresden. Die Menschen würden der AfD vertrauen, eine verantwortungsvolle Politik zu machen. "Das wollen wir nach der Landtagswahl auch gern tun." Urban sprach auch über mögliche Koalitionen nach der Landtagswahl in Sachsen am 1. September. Die AfD werde nur mitregieren, wenn die Union sich unterordne. "Für uns kommt eine Zusammenarbeit

11.30 Uhr:  Anders als bei der Europawahl haben sich die Wähler in Sachsen bei den Kreistagswahlen eher für die CDU entschieden. Nach der noch unvollständigen Übersicht des Landesstatistikamtes hatte die Union in neun von zehn Landkreisen die Nase vorn. Allerdings musste sie im Vergleich zur vorherigen Wahl deutliche Stimmverluste hinnehmen. Nur im Kreis Görlitz lag die AfD am Montagvormittag vor der CDU. Die Auszählung der Stimmen dauerte am Montag noch an.

11.10 Uhr: Das Dresdner Stadtratswahlergebnis wird frühestens am Dienstag feststehen. „Heute wird nicht weiter ausgezählt“, erklärte Rathaussprecher Kai Schulz. Die Wahlhelfer haben bis tief in die Nacht ausgezählt, weswegen sie heute nicht erneut die verbliebenen Stimmzettel auswerten dürfen. Wahrscheinlich geht es am Dienstag weiter. Bislang fehlen in der Stadt noch 6 auszuzählende Gebiete: Je zwei in den Wahlkreisen 2 und 8 sowie jeweils eins im Wahlkreis 5 und 11. Mehr über die Gewinner und Verlierer nach Auszählung von 498 der 504 Stimmbezirke lesen Sie in diesem Artikel

11:00 Uhr: Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind die Stimmen für die Kreistagswahl ausgezählt. Hier hat die CDU knapp die Nase vorn. Die AfD bekommt einen Sitz weniger. Hier geht es zu den Ergebnissen. In Bautzen, Görlitz und Meißen fehlen noch einige Gemeinden. Doch auch hier zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD ab.

10:10 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat angesichts der Erfolge der AfD in Ostdeutschland eine differenzierte Reaktion seiner Partei verlangt und vor weiterer Spaltung gewarnt. "Die Themen, die in einigen Teilen der alten Bundesländer für einen Höhenflug der Grünen gesorgt haben, haben in den neuen Ländern zu großen Sorgen geführt", sagte er am Montag vor Beratungen der Spitzengremien der CDU in Berlin. Auf die Fragen und Probleme, die mit der EU zu tun haben, habe es zu wenig Antworten gegeben - deswegen habe es auch eine Protestpartei gegeben. 

08:35 Uhr: Die Auszählung der Kommunalwahl dauert und dauert. Am Montagmorgen waren sowohl die Ergebnisse der Kreistags- wie auch der Gemeinde- und Stadtratswahlen noch unvollständig. Mit Ergebnissen wird erst im Laufe des Tages gerechnet, hieß es aus dem Statistischem Landesamt. Final ausgezählt ist in Sachsen lediglich die Europawahl. Hier kam die AfD laut vorläufigem Endergebnis auf 25,3 Prozent der Stimmen und lag damit 2,3 Prozentpunkte vor der CDU. 

07:00 Uhr: Auch zum jetzigen Zeitpunkt sind noch nicht alle Landkreise für die neuen Kreistage und Stadträte kreisfreier Städte ausgezählt. Dasselbe gilt für die Stadtratswahl in Dresden. Hier wurden kurz nach 4.15 Uhr 498 von 504 Gebieten ausgezählt.

04:00 Uhr: Auf unseren Wahlergebnis-Seiten werden im Laufe des Montags die noch fehlenden Zahlen für die neuen Kreistage und Stadträte kreisfreier Städte in Sachsen erscheinen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden diese noch nicht bestätigt.

03:45 Uhr: In Dresden sind nun 497 von 504 Stadtbezirken ausgezählt. An der Verteilung der Stimmen hat sich nichts Gravierendes mehr getan. Immer noch führen Grüne (20,4 Prozent) vor CDU (18,3 Prozent) und AfD (17,1 Prozent). Die SPD liegt abgeschlagen bei 8,8 Prozent, Linke kommen auf 16,2 Prozent, die FDP auf 7,5 Prozent.

02:46 Uhr: In Bautzen jubelt die AfD, lange Gesichter bei fast allen anderen Parteien: Die Rechtspopulisten ziehen mit sieben Sitzen in den neuen Stadtrat ein. 23,2 Prozent der Wähler stimmten bei der Wahl am Sonntag für die Partei. Die AfD, die erstmals bei der Kommunalwahl in Bautzen antrat, kommt damit auf den zweiten Platz - nur knapp hinter der CDU. Diese behauptet sich zwar als stärkste Partei in Bautzen, muss jedoch große Verluste hinnehmen. Mehr dazu!

02:43 Uhr: Viel Bewegung im Stadtrat Kamenz: Es wird viele neue Gesichter geben. Die AfD zieht mit sechs Sitzen in den Stadtrat ein, ihre Fraktion ist damit ebenso groß wie die der Freien Wähler, die unter dem Label „Wählervereinigung Kamenz und Ortsteile“ antraten. CDU und Linke verlieren. Mehr dazu.

02:38 Uhr: Das vorläufige Ergebnis der Stadtratswahl in Bischofswerda steht fest. Demnach erreichte die AfD mit insgesamt 3.618 Stimmen den größten Anteil – mehr noch als die CDU (insgesamt 3.446 Stimmen), die seit 1990 ununterbrochen die meisten Abgeordneten im Bischofswerdaer Stadtrat stellte. Die AfD besetzt künftig fünf Plätze im Stadtrat, genau so viele wie die CDU, die zwei Mandate abgeben muss. Mehr dazu.

02:00 Uhr: Das Ergebnis der Stadtratwahl in Dresden verstetigt sich. Bislang sind 481 von 504 Bezirken ausgezählt. Demnach kommen die Grünen auf 20,2 %, gefolgt von der CDU (18,4 %) und der AfD (17,4 %). Es folgen Linke 16,0 %, die SPD mit 8,8 % und der FPD mit 7,6 %. Die Freien Wähler kommen auf 5,4 %. 

01:35 Uhr: Soll sich Zittau als Europäische Kulturhauptstadt 2025 bewerben oder nicht? Auch wenn noch nicht alle Stimmen gezählt sind, das Ergebnis dürfte klar sein. Die Bürger haben sich mehrheitlich dafür entschieden. Dem Thema Bürgerentscheid in Zittau und der Bewerbung zur Kulturhauptstadt widmet sich auch eine Folge des SZ-Podcasts "Die Drittelstunde". Hier können Sie sich diese anhören: Spotify, Apple Podcast, Soundcloud

01:20 Uhr: Bei der Europawahl ist die AfD in Sachsen stärkste Partei geworden. Sie holte 25,3 Prozent und landete damit vor der CDU, die 23 Prozent erreichte. Die Linke kamen auf 11,7 Prozent. Dank eines herausragenden Ergebnisses in Leipzig wurden die Grünen in Sachsen zweistellig und erreichten 10,3 Prozent. Für die SPD sprachen sich nur noch 8,6 Prozent der Wähler aus, für die FDP 4,7 Prozent. Während die CDU nur im Vogtlandkreis sowie in den Landkreisen Zwickau obsiegte, holte sich die AfD alle andere Kreise und die Landeshauptstadt. Lediglich Leipzig fiel aus dem sächsischen Rahmen: Dort gewannen die Grünen mit 20,2 Prozent. Die AfD bekam dort nur 15,5 Prozent, was aber immerhin für Rang drei nach der CDU (16,1 Prozent) reichte. Alle Ergebnisse.

01:04 Uhr: Dresden hat fertig. Nach Auszählung aller Europawahl-Stimmen ist die AfD der große Gewinner. Im Vergleich zu Europawahl von vor fünf Jahren legte sie um 17,1 Prozent zu und landete damit auf Platz eins in der Landeshauptstadt (19,8 %). Die CDU stürzt um 10,1 Prozentpunkte ab und erreicht 18,7 %. Die zweiten Sieger nach der AfD sind die Grünen, die sich um 8,2 Prozentpunkte auf 17,7 % steigerten. Die Linken verloren stark (minus 6,7 %) und landeten schließlich bei 12,5 %. Die SPD fiel weiter auf 8,4 % (minus 3,9 %). Die FDP erreichte fünf Prozent.  Alle Zahlen aus Dresden.

Alle Zahlen im Überblick auf unserer ➡ Wahlergebnis-Seite ⬅ 

00:44 Uhr: Blick nach Görlitz zur dortigen OB-Wahl. Zwar kann AfD-Kandidat ​Sebastian Wippel die meisten Stimmen sammeln (36,4 %), jedoch reicht das nicht für die absolute Mehrheit. Es folgen Octavian Ursu (CDU, 30,3 %), Franziska Schubert (Grüne, 27,9 %), und Jana Lübeck (Linke, 5,5 %). Ein zweiter Wahlgang ist nötig. Alles dazu in diesem Artikel von unseren Kollegen aus Görlitz (SZ+)

00:42 Uhr: Die Grünen sind in Dresden in Feierlaune: Nach Auszählung von 432 der 504 Wahlgebiete liegen sie bei der Stadtratswahl mit 20 Prozent vorn. Die CDU liegt bei 18,3, die AfD bei 17,8 Prozent. 

Die Dresdner Grünen feiern im Alten Wettbüro. 
Die Dresdner Grünen feiern im Alten Wettbüro.  © René Meinig

00:34 Uhr: Die CDU bleibt in Waldheim stärkste Kraft. Die Christdemokraten erzielen 29,15 Prozent, verlieren aber ebenso wie die Liberalen (24,46) und die Linken (19,09) gegenüber 2014 mehr als drei Prozent. Gewinner der Wahl ist die AfD. Mit 17,57 Prozent ist sie die viertstärkste Partei. Deren Spitzenkandidat Christian Wesemann vereint außerdem mit großem Vorsprung die meisten Stimmen auf sich. 

00:22 Uhr: Bei der Stadtratswahl in Radeberg sind 19 der 22 Wahllokale ausgezählt. Während bei der Europawahl die AfD vorn lag, bietet sich bei der Stadtratswahl ein anderes Bild. (SZ+) Die CDU kann bislang 25,31 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Auf dem zweiten Platz liegt die Alternative für Deutschland mit 22,08 Prozent. Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) rechnet dennoch nicht mit dramatischen Veränderungen in der künftigen Zusammenarbeit mit dem Stadtrat. 

00:08 Uhr: Die CDU verliert in Leisnig die absolute Mehrheit. Statt bisher neun Sitze wird sie nach vorläufigem Wahlergebnis nur noch sechs Mandatsträger haben. Auch die Linken büßen einen Sitz ein. Im Kleinen gewinnen die Bündnisgrünen, die mit Maria-Christin Anderfuhren in den Rat einziehen. 

Die großen Gewinner sind die Wählervereinigung Stadt und Land sowie die SPD in doppeltem Sinn. Zum einen wegen des Zugewinns an Sitzen. Zum anderen würden zusammen mit acht Sitzen die größte Fraktion bilden. Einen Zusammenschluss hatte Michael Heckel (SPD), der frühere Bockelwitzer Bürgermeister, angedeutet.

00:07 Uhr: Im Leipziger Rathaus gibt es am späten Abend Tumulte. Mehr als ein Dutzend AfD-Anhänger und gewählte Vertreter der Partei marschieren in weißen T-Shirts mit dem Aufdruck „Danke Leipzig!“ in die obere Wandelhalle und stimmen das Lied „Die Gedanken sind frei …“ an. Sie applaudieren sie sich selbst für ihre Wahlergebnisse, doch die Kritiker anderer Parteien sind lautstark: Sie skandieren minutenlang: „Nazis raus!“ und den Kampfruf: „Alerta, alerta! Antifaschista!“

Es kommt zu Handgemengen und gegenseitigen Drohgebärden. Auch die Polizei wird eingeschaltet, nachdem es Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning nicht gelingt, die Situation zu beruhigen. „Es war wohl genau das Bild, dass die AfD mit ihrem Auftritt provozieren wollte“, bedauert ein Rathausmitarbeiter. Nach einigen Minuten ziehen die Männer und Frauen der AfD wieder ab. Mitglieder der Linken stimmen vor dem Rathaus „Die Internationale" an. 

Alle Zahlen im Überblick auf unserer ➡ Wahlergebnis-Seite ⬅ 

00:06 Uhr: Das vorläufige amtliche Endergebnis für die Europawahl in Mittelsachsen steht fest. Demnach erhielt die AfD mit 28,4 Prozent der abgegebenen 158 362 Stimmen die meisten Stimmen. 2014 insgesamt 266 103 Wahlberechtigte, 137 384 davon gaben ihre Stimme ab.

 Dahinter folgen die CDU mit 26,67 Prozent sowie die Die Linke mit 10,62 Prozent. Insgesamt konnten sich die Bürgerinnen und Bürger aus 40 Vorschlägen für eine Partei beziehungsweise Wählervereinigungen entscheiden. 

Die Wahlbeteiligung betrug 64,28 Prozent. Insgesamt waren 251 899 Mittelsachsen am 26. Mai 2019 wahlberechtigt. Final festgesellt wird das Endergebnis vom Kreiswahlausschuss am 3. Juni. Dabei könnte es noch zu Veränderungen kommen, teilte das Kreiswahlbüro mit. 

00:01 Uhr: So, ein neuer Tag beginnt, aber es wird immer noch ausgezählt. Bei der Stadtratswahl in Dresden führen aktuell die Grünen. Aber es ist knapp. 

© Stadt Dresden

23:50 Uhr: Fassen wir den bisherigen AfD-Erfolg in Sachsen zusammen (Stand 23:45 Uhr): Bei der Europawahl gewann sie in Chemnitz (23,5 %) sowie in den Landkreisen Bautzen (32,1 %), Görlitz (32,4 %) und Erzgebirge (28,1 %). Sie führt zudem in den Landkreisen Nordsachsen (26,7 %), Mittelsachsen (28,4 %), Meißen (30,8 %) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (33 %) sowie in Dresden (19,8 %).

Bei der Kreistagswahl liegt sie in Front in den Landkreisen Meißen (36,6 %), Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (30,2 %) und Görlitz (29,4 %).

Bei den Gemeinderatswahlen hat sie bislang gewonnen in Gröditz (29,6 %), Heidenau (29,5 %), Königsbrück (28,9 %) und Oppach (27,2 %).

23:50 Uhr: Bei der Kreistagswahl in Mittelsachsen lag gegen 23.30 Uhr die CDU mit 41,4 Prozent der bis dato ausgezählten Stimmen vorn. Die AfD kam auf 22,0 Prozent. Die Freien Wähler erreichten 11,9 Prozent und die Linke 8,1 Prozent. Der Regionalbauernverband erreichte 3,8 Prozent der Stimmen und die SPD 4,2 Prozent.

Im Wahlkreis 2 hatten die Gemeinden Ostrau und Zschaitz-Ottewig zuerst ausgezählt. Dort führte bis 23.45 Uhr die CDU mit 39,7 Prozent vor der AfD mit 20,4 Prozent und den Freien Wählern mit 13,1 Prozent. Die Linke lag bei 7,1 Prozent und die SPD bei 5,6.

Während in Hartha und in Ostrau die CDU deutlich mit 45,7 Prozent beziehungsweise 45,2 Prozent vor der zweitstärksten Kraft, der AfD (Hartha: 20,6 Prozent/Ostrau: 18,9 Prozent) lag, waren in Zschaitz-Ottewig die Ergebnisse wesentlich knapper. Dort lagen die Freien Wähler mit 26,1 Prozent nur unwesentlich vor der CDU mit 26,0 Prozent. Die AfD kam hier auf 24,3 Prozent.

Die Linken lagen in Hartha auf Platz 3 (11,1 Prozent). In Ostrau und Zschaitz-Ottewig lagen die Linken jeweils auf Rang vier mit 7,6 Prozent beziehungsweise 5,9 Prozent. Die Ergebniss aus Leisnig und Großweitzschen lagen noch nicht vor. 

23:37 Uhr: Großharthau im Landkreis Bautzen schwimmt gegen den Strom. Die Sozialdemokraten, bisher schon stärkste Kraft im Gemeinderat, sind eindeutiger Sieger der Gemeinderatswahl vom Sonntag. Sie konnten gegenüber der Wahl von 2014 um mehr als 13 Prozentpunkte zulegen. 55,2 Prozent wählten am Sonntag in Großharthau SPD. Im neuen Gemeinderat werden die Sozialdemokraten zehn Sitze besetzen. Bisher hatten sie sieben Mandate.

23:31 Uhr: In Dresden sagt Harald Gilke von der AfD, dass es „keine natürlichen Partner oder natürlichen Feinde“ für seine Partei gäbe. Eine Kooperation mit wem auch immer halte er für schwierig. Die AfD wolle im Stadtrat lieber nach einzelnen Sachfragen entscheiden.

Und auch die umstrittene Buchhändlerin Susanne Dagen, die für die Freien Wähler in Dresden zur Stadtratswahl angetreten ist, meldet sich zu Wort: „Ich sehe meine Zahlen, das ist ja großartig.“ Zur fehlenden klaren Mehrheit sagt sie: „Wenn wir wieder anfangen könnten, wieder unbefangen miteinander zu reden, wäre das in meinem Sinn.“ 

23:25 Uhr: Lutz Förster von der Bürgerbewegung Steinigtwolmsdorf wird neuer Bürgermeister in der Oberlandgemeinde. Bei der Wahl am Sonntag entschieden sich 1 212 Wähler für ihn. Für seinen Mitbewerber Raimo Ache, der als Parteiloser von der CDU nominiert wurde, stimmten 361 Wähler. Der scheidende Bürgermeister Guntram Steglich (parteilos), seit 14 Jahren im Amt, verzichtete auf die Kandidatur für eine dritte Amtszeit. 

23:28 Uhr: Auch in Heidenau gewinnt die AfD die Stadtratswahl. Sie kommt auf 29,5 % und bringt alle fünf Kandidaten ins lokale Parlament. Die CDU erreicht 25,8 %, hatte aber 16 Kandidaten und holt damit sechs Sitze. Die Linke holt 13,9 Prozent (drei Sitze). Dem neuen Stadtrat gehören ferner mit je einem Sitz noch die FDP, die Grünen, die SPD, die Bürgerinitiative Oberelbe für mehr Demokratie und die Heidenauer Bürgerinitiative an. 

23:24 Uhr: Die Harthaer CDU hat sich bei der Wahl für den Stadtrat knapp vor den Freien Wählern durchgesetzt. Mit 44,2 zu 43,3 Prozent macht der Unterschied nur 0,9 Punkte aus. Die Partei Die Linke bringt es auf 12,5 Prozent. Sowohl die CDU als auch die Freien Wähler bekommen damit im Stadtrat acht Sitze, die Linke erhält wie bei der Wahl 2014 zwei Plätze im Stadtparlament. Die CDU kann alle Plätze besetzen, ein Kandidat steht als möglicher Nachrücker zur Verfügung. Anders sieht es dagegen bei den Freien Wählern aus, die nur sieben Kandidaten aufstellen konnten. Damit bleibt ein Sitz im Stadtrat leer. In der vergangenen Wahlperiode war dies bei der CDU der Fall gewesen. Die SPD ist in diesem Jahr nicht wieder zur Wahl angetreten. Wolfgang Fichtner, der bisher für diese Partei im Stadtrat saß, hat sich den Freien Wählern angeschlossen. Zur Ergebnisseite!

23:18 Uhr: Schauen wir nach Königsbrück. Zur Stadtratswahl gab es keine Kandidaten von Linken, SPD, Grünen und FDP! Stattdessen buhlten die Initiative Lebendiges Königsbrück (11 Kandidaten), AfD (10), CDU (9) und Freie Wähler Königsbrück (7) um die Wählerstimmen. Das Ergebnis: Die AfD siegte mit 28,9 Prozent und bekommt fünf Sitze im neuen Stadtrat. Die Fraktion der CDU (25,5 %) kommt auf vier Sitze, ebenso wie die Initiative Lebendiges Köngisbrück (25,5 %). Die Freien Wähler erhalten drei Sitze (20,1 %). Zur Ergebnisseite!

23:15 Uhr: Die AfD behauptet sich als stärkste politische Kraft im Landkreis Bautzen: 32,1 Prozent der Wähler stimmten bei der Europawahl (Ergebnisseite für Bautzen) für die Partei. Verglichen mit der Wahl 2014 konnte die AfD ihr Ergebnis damit verdreifachen. Zugleich bestätigt sich der Trend der Bundestagswahl im September 2017. Die Bautzener CDU erlebt hingegen erneut einen bitteren Wahlabend. Im Vergleich zur Europawahl 2014 verliert sie 14 Prozentpunkte und kommt nur noch auf 24,8 Prozent der Stimmen. Damit ist es der Partei auch nicht gelungen, den Rückstand auf die AfD seit der Bundestagswahl zu verringern. Mehr aus Bautzen (SZ+).

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