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Wahlumfrage: CDU zur Bundestagswahl in Sachsen vorn

Die sächsische CDU kann laut einer Umfrage mit breiter Brust in die Bundestagswahl gehen. Fast jeder zweite Sachse würde Schwarz wählen. Und noch mehr wollen Merkel als Bundeskanzlerin behalten.

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Dresden.Knapp fünf Wochen vor der Bundestagswahl liegt die CDU bei den Wählern in Sachsen klar vorn. Das hat eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des MDR ergeben. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würden sich 48 Prozent der Wähler für die CDU entscheiden. Das sind gut zwölf Prozentpunkte mehr als bei der vergangenen Wahl. Auch in den Nachbarländern Sachsen-Anhalt und Thüringen hat die CDU die Nase vorn. Unionspolitiker nannten die Umfrageergebnisse ermutigend.

Die SPD würde 17 Prozent bekommen (Wahl 2009: 14,6), und auch die Grünen würden mit 9 Prozent zulegen (6,7). Dagegen müsste die Linke heftige Verluste hinnehmen. Sie käme nur noch auf 13 Prozent nach 24,5 Prozent im Jahr 2009. Für die FDP würde es nur für 3 Prozent reichen (2009: 13,3). Über den Anteil der Unentschlossenen und der Nichtwähler wurden für Sachsen keine Angaben gemacht.

Merkel klar in der Wählergunst vor Steinbrück

Bei der Frage nach dem künftigen Bundeskanzler ist das Umfrage-Votum eindeutig: Bei einer direkten Wahl würden sich 66 Prozent der Wähler in Sachsen für Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) entscheiden. 15 Prozent würden SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wählen.

Der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer sagte: „Die Prognose macht Mut. Es sieht nach einem sehr guten Wahlergebnis für die sächsische Union aus.“ Allerdings dürfe man sich jetzt nicht zurücklehnen und die Bundestagswahl schon als gewonnen betrachten. „Wir dürfen nicht übermütig werden und müssen bis zum letzten Tag um jede Stimme werben.“

Der FDP-Landesvorsitzende Holger Zastrow erklärte: „Wir wollen keine Umfragen, sondern Wahlen gewinnen. Als Liberaler gebe ich deshalb auf Umfragen schon lange nichts mehr, denn die FDP hat bei allen Wahlen zuletzt am Wahltag immer deutlich besser abgeschnitten als vorher vorausgesagt.“ Er sei froh, dass sich die Wähler von Umfragen nicht verunsichern ließen, sondern letztlich am Wahltag auf ihr Herz und ihren Kopf hörten.

Linke-Landeschef Rico Gebhardt erklärte, seine Partei stecke noch mitten in einer Aufholjagd. „Ich bin aber überzeugt, dass wir mit unserem engagierten, sachorientierten Wahlkampf und den Schwerpunkten Mindestlohn, Mindestrente und Millionärssteuer weiter Boden gut machen werden.“

Auf Landesebene müsse sich Rot-Rot-Grün als Alternative anbieten, forderte Gebhardt. Laut der Umfrage kann die CDU bei der Landtagswahl im kommenden Jahr auf eine absolute Mehrheit hoffen. Sie käme demnach auf 45 Prozent, ein Plus von 5 Prozentpunkten. Die FDP erhielte 5 Prozent, die SPD 14 Prozent, die Grünen kämen auf 11 Prozent und die Linke auf 14 Prozent. Vor diesem Hintergrund sei ein strategisches Umdenken bei den drei Oppositionsparteien nötig, erklärte Gebhardt. Statt sich gegenseitig Stimmen wegzunehmen, sollten sie an einem Strang ziehen.

Die Grünen fühlen sich durch die Umfragewerte bestätigt. Man wolle einen starken sächsischen Beitrag zum Bundesergebnis der Partei am 22. September leisten, erklärte die Landesvorsitzende Claudia Maicher. Das werde auch Rückenwind für die Landtagswahl 2014 geben.

Die Meinungsforscher von Infratest dimap befragten in der Zeit vom 9. bis 15. August 2013 jeweils 1.000 Wahlberechtigte in Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie 1.002 in Thüringen. (dpa)