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Wald-Kita vor Gericht

Am Montag wird am Landgericht Dresden über den Baupfusch an der Einrichtung in Ottendorf-Okrilla verhandelt. Ob dabei etwas für die Gemeinde rausspringt, bleibt fraglich.

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© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann und Sebastian Kositz

Ottendorf-Okrilla. Mehr als sechs Jahre ist es mittlerweile her, dass der 3,4 Millionen teure Neubau des Ottendorfer Waldkindergartens eingeweiht werden konnte. Doch das glückliche Lachen der Kinder beim Herumtoben und Spielen wehrte nicht lange. Denn nach nur einem Jahr musste die Einrichtung ihre Türen wieder schließen. Grund waren Nässe und Schimmel, die tief in den Wänden steckten.

Etwa 130 verschiedene Baumängel hat die Gemeinde anschleißend aufgelistet, für die andere haften sollen. Gleich mit mehreren Firmen musste sich Ottendorf deshalb auseinandersetzen. Ursprünglich sollte es Anfang Oktober vor Gericht zur Sache gehen, doch der Termin wurde verschoben. Am Montag ist nun der Tag der Tage gekommen. Ab 14 Uhr beschäftigt sich dann am Landgericht Dresden ein Richter mit der von der Gemeindeverwaltung eingereichten Schadensersatzklage. Das bestätigte ein Sprecher des Gerichtes auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung.

Gemeinde will Geld zurück

Im Grunde genommen will die Gemeinde vor allem eins erreichen, nämlich ihr Geld zurückbekommen. Denn nachdem der Waldkindergarten 2010 schließen musste, ließ Ottendorf-Okrilla die Einrichtung ein Jahr lang aufwendig sanieren. In der Zwischenzeit kamen die Kinder in Containern nahe der Ottendorfer Grundschule unter. Damit sind die Schäden zwar behoben, doch die Gemeinde will für den Pfusch am Bau die dafür Verantwortlichen in Regress nehmen, fordert unterm Strich einen Millionenbetrag zurück. Denn die notwendigen Sanierungsarbeiten hatte die Gemeinde seinerzeit aus eigener Tasche zahlen müssen, bis heute blieb Ottendorf zudem auch auf den Kosten für den Interimsstandort sitzen. Nun soll also das Landgericht Dresden entscheiden. Unklar ist jedoch, wie viele der Forderungen die Gemeinde tatsächlich nach über sechs Jahren gerichtlich noch durchsetzen kann. Denn ob die betreffenden Baufirmen nach dieser langen Zeit überhaupt noch belangt werden können, ist fraglich. Zudem hatte Bürgermeister Michael Langwald damals auf ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren verzichtet. Sollte Ottendorf allerdings erfolgreich sein, könnte das einen Geldsegen für die Gemeindekasse bedeuten.